Bild: Dr. Else Ackermann

Dr. Else Ackermann, Brandenburg (Neuenhagen)

"Der von mir verfasste 'Neuhagener Brief' war ein Zustandsbericht über die beklagenswerten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der DDR."

Thema: Deutsche Einheit, Parteien, Volkskammer

Biografisches

1933 in Berlin geboren
1952 Abitur an der Einstein-Oberschule in Neuenhagen
1952-1957 Studium der Humanmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin
1957-1959 klinische Ausbildung im Krankenhaus
1960-1964 Ausbildung zum theoretischen Facharzt am Institut für Pharmakologie in Ost-Berlin
1965 Oberassistentin am Institut für Klinische Pharmakologie in Dresden
1969 Habilitation
bis 1989 Forschung und Lehre u.a. in Dresden und Ost-Berlin
1989
Absetzung von ihrem Posten aus politischen Gründen
1990 außerordentliche Dozentin für Klinische Pharmakologie; Volkskammerabgeordnete für die CDU
1991-1994 MdB
1994 Rückkehr an die Charité in Berlin
seit 1998 berentet

Kurzbeschreibung

Else Ackermann legte 1952 das Abitur an der Einstein-Oberschule in Neuenhagen ab und begann im September desselben Jahres das Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität Berlin (DDR). Nach einer Facharztausbildung für das Fach Pharmakologie und Toxikologie setzte sie ihre wissenschaftliche Arbeit an der Medizinischen Akademie „Carl-Gustav-Carus“ (jetzt Medizinische Fakultät der TU Dresden) fort. 1969 habilitierte sie über den „mikrosomalen Elektronentransport in der menschlichen Leber“, die erste Habilitation in dem Fach Klinische Pharmakologie in Deutschland. Bis 1989 arbeitete sie an der Akademie der Wissenschaften in Berlin-Buch. 1985 trat sie in die CDU (Ost) ein und war von 1986 bis 1999 Vorsitzende der Ortsgruppe CDU in Neuenhagen. Im Juni 1988 verfasste sie den „Neuhagener Brief“, an den Vorsitzenden der CDU (Ost) Gerald Götting. Der Brief war ein Zustandsbericht über die beklagenswerten politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der DDR, die ein Ventil in einer dramatischen Ausreisewelle von Fluchtwilligen über Botschaften in Ost-Berlin und außerhalb der DDR fanden und die Wirtschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt destabilisierten. Auf Druck des MfS wurde gegen sie ein Ermittlungsverfahren (OV Bauer) eingeleitet. Im März 1990 wurde sie zur außerordentlichen Dozentin für Klinische Pharmakologie an der Humboldt-Universität ernannt. Am 18. März wurde Ackermann Mitglied der Volkskammer der DDR. 1991 rückte sie für Lothar de Maizière in den Deutschen Bundestag nach, in dem sie bis Ende der Legislaturperiode 1994 Mitglied blieb. Anschließend arbeitete sie wissenschaftlich mit Lehrverpflichtungen im Institut für Klinische Pharmakologie an der Medizinischen Fakultät (Charité) bis zu ihrer Berentung 1998 mit 65 Jahren weiter und war außerdem bis 2009 gewählte Gemeindevertreterin in Neuenhagen.

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Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

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Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

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Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

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DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

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