Bild:  Peter Unger

Peter Unger, Bayern (Wertingen)

"Setz dich dafür ein, dass uns die Vergangenheit des Dritten Reichs und der DDR nicht einholt. Halte die Erinnerung wach und gib sie an Generationen weiter. Die Gefahr droht bei der Spaltung der Menschen in Arm und Reich."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf

Biografisches

1941 in Waltershausen (Thüringen) geboren, verheiratet, ein Kind
Schlosserlehre in Gotha und zeitgleich Mittlere Reife an der Volkshochschule
keine Zulassung zur Erweiterten Oberschule
1960 Flucht über West-Berlin nach Hannover
Arbeit bei Volkswagen AG im Volkswagenwerk Hannover, parallel Hochschulreife an einer Privatschule
Studium des Bauwesens mit Abschluss Dipl.-Ing.
1967 erste Reise in die DDR
Ingenieur im Fassadenbau in Bremen
28 Jahre lang Technischer Leiter bei Europas größtem Fassaden- und Fenster -System Anbieter in Wertingen (Bayern)
u.a. ein Jahr Technischer Leiter in und für China
seit 2005 im Ruhestand
seither ehrenamtlich tätig im SES (Senior Expert Service), u.a. in Russland und Moldawien

Peter Unger ist am 5. Juli 2013 verstorben.

Kurzbeschreibung

Mein Elternhaus galt mit einem Einzelhandelsgeschäft als kapitalistisch. Somit war ich kein Arbeiterkind und erhielt deshalb keine Möglichkeit eine weiterführende Schule zu besuchen oder zu studieren. Man hat mir unterstellt, nicht die richtige Einstellung zur Arbeiterklasse zu haben. Ich sollte zuerst zur Volksarmee gehen. Daraufhin beschloss ich 1960 mit einem Freund in den Westen zu gehen. Zu dem Zeitpunkt war ich 19 Jahre alt. Meine Eltern und meine Schwester sind in der DDR geblieben. Nach sieben Jahren in der Bundesrepublik und nach Beendigung meines Studiums, trat ich die erste Reise nach Hause, in die DDR an. Es folgten jährlich zwei Besuche, jedes Jahr habe ich ca. 14 Pakete an meine Eltern und meine Schwester gesandt. Allen Anwerbungsversuchen der Staatssicherheit habe ich widerstehen können. Heute bin ich, nach meiner Pensionierung, ehrenamtlich für SES, eine gemeinnützige Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit, tätig.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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