Bild: Prof. em. Dr. Siegfried Jenkner

Prof. em. Dr. Siegfried Jenkner, Niedersachsen (Hannover)

"Der Bazillus der Freiheit wandert über den Archipel GULAG."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, politische Haft, Deutsche Einheit

Biografisches

1930 in Frankfurt am Main geboren
1949 Abitur an der Leibnizschule in Leipzig
1949-1950 Studium an der Gesellschaftwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig
1950 als Mitglied der regimekritischen Studentengruppe „Gruppe-Belter“ verhaftet
bis 1955 sowjetische Lagerhaft in Workuta
1956-1960 Studium der Sozialwissenschaften in Wilhelmshaven-Rüstersiel
1965 Promotion in Göttingen
1969-1996 Professor für Politikwissenschaft in Hannover (zunächst an der PH, ab 1978 an der Universität)
ab 1990 Lehrtätigkeit auch in Mittel- und Osteuropa

Siegfried Jenkner ist am 20. Juni 2018 verstorben.

 

Eigenständige Veröffentlichungen (u. a.):
Jenkner, Siegfried: Das Recht auf Bildung und die Freiheit der Erziehung in europäischen Verfassungen. Frankfurt am Main: Info-3-Verlag, 1994.

Kurzbeschreibung

Siegfried Jenkner wurde 1950 nach seiner Verhaftung von einem sowjetischen Militärtribunal in Dresden wegen „politischer Spionage, antisowjetischer Agitation und illegaler Gruppenbildung“ zu zweimal fünfundzwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilt und in die Sowjetunion nach Workuta deportiert. Im Oktober 1955 wurde er amnestiert und in die Bundesrepublik entlassen. 1994 erfolgte die vollständige Rehabilitation. Nach dem Studium hat sich Jenkner in der Totalitarismusforschung engagiert. Ab 1990 war er neben seiner Professur in Hannover in der pädagogischen Ost-West-Kooperation im „European Forum for Freedom in Education“ sowie bei der historischen Aufklärung im deutschen Zweig der russischen Häftlings- und Menschenrechtsorganisation Memorial e.V. tätig. Von 1994 bis 1997 hatte er eine Honorarprofessur an der St. Petersburg State University of Pedagogical Arts. 2007 wurde Jenkner mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.