Bild:  Amanda Bohlken

Amanda Bohlken, Nordrhein-Westfalen (Brühl)

"Am Ende sage ich uneingeschränkt Ja zu meinem bisherigen Leben, weil es nun einmal so ist, wie es ist."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, politische Haft

Biografisches

1945 in Magdeburg geboren
Deutsch- und Geschichtsstudium am Pädagogischen Institut Magdeburg
Wissenschaftliche Assistentin am Pädagogischen Institut Magdeburg
1970 aus politischen Gründen entlassen
1970 gescheiterter Fluchtversuch an der bulgarisch-jugoslawischen Grenze
1971 Verurteilung wegen versuchter Republikflucht und Inhaftierung u.a. im Frauengefängnis Hoheneck (Stollberg/Erzgebirge)
1972 Freikauf durch die Bundesrepublik Deutschland
ab 1988 zehnjährige Tätigkeit als Deutsch-Dozentin in der Erwachsenenbildung
seit 1998 eigene Praxis als Heilpraktikerin (Psychotherapie)

Amanda Bohlken ist am 22. August 2010 verstorben.

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)

Bohlken, Amanda: Die dritte Dimension der Tränen. DDR Flucht Haft und Trauma Heilungsweg. Leipzig: Forum Verlag, 2007.
Bohlken, Amanda: Ein bisschen sterben, in: Knabe, Hubertus (Hrsg.): Die vergessenen Opfer der Mauer. Inhaftierte DDR-Flüchtlinge berichten. Berlin: List Taschenbuch, 2009.

Kurzbeschreibung

Amanda Bohlken studierte Deutsch und Geschichte mit dem Ziel, Lehrerin zu werden und arbeitete anschließend am Pädagogischen Institut der Universität Magdeburg. 1970 erfolgte ihre Entlassung aus dem Pädagogischen Institut aus „politischen Gründen“. Daraufhin entschied sie sich, die DDR zu verlassen und zu ihrem damaligen Freund und heutigen Mann über Bulgarien in die Bundesrepublik zu fliehen. An der bulgarisch-jugoslawischen Grenze von einem Grenzsoldaten aufgegriffen,  weil sie DDR-Bürgerin war (DDR-Personalausweis), wurde sie inhaftiert und anschließend in die Untersuchungshaftanstalt Moritzplatz nach Magdeburg überführt. 1971 verurteilte sie das Kreisgericht Magdeburg zu drei Jahren Haft wegen „versuchter Republikflucht“ zunächst im Untersuchungsgefängnis „Roter Ochse“ in Halle, danach im Frauengefängnis Hoheneck. Nach mehr als zweijähriger Haft erfolgte im Zuge einer Amnestie 1972 ihre Entlassung in die Bundesrepublik Deutschland. Anschließend war sie lange Jahre als Deutsch-Dozentin, u. a. für die Deutsche Angestellten Akademie, tätig. Später arbeitete sie als Heilpraktikerin und Psychotherapeutin in ihrer eigenen Praxis im Rheinland und führte Buchlesungen und Zeitzeugengespräche durch.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Sonntag, 25 Februar 2018 - Heute vor 50 Jahren

25.2.1968 Anforderung des US-Oberbefehlshabers in Vietnam, William C. Westmoreland, die Truppen um etwa 200.000 Soldaten zu verstärken.