Bild:  Jochen Schmidt

Jochen Schmidt, Berlin (Berlin)

"Jahrelang haben wir uns über die Pakete unserer Westverwandten gefreut. Aber mit dem Fall der Mauer war unserer Beziehung die Grundlage genommen."

Thema: Kunst, Kultur und Literatur

Biografisches

1970 in Berlin-Friedrichshain geboren
Studium der Romanistik, Informatik und Neueren deutschen Literatur in Berlin
Sprachreisen nach Brest, Valencia, Rom, New York, Moskau, Sofia, Kaliningrad, Minsk, Cluj, Odessa, Timisoara, Craiova, Iasi
1999 Mitbegründer der wöchentlichen Lesebühne „Chaussee der Enthusiasten" (www.enthusiasten.de)
Autor, Übersetzer und Kolumnist, u.a. Kolumnen zur Fußball-EM in FAZ/Berliner Seiten
2002 Publikumspreis beim Grazer Steirischen Herbst
2003-2004 Aufenthalt in Sarajevo, gefördert durch ein Stipendium der Stiftung „Brandenburger Tor"
2004 Förderpreis zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor

Eigeständige Veröffentlichungen (u.a.)
Schmidt, Jochen: Der Wächter von Pankow, München 2015.
Schmidt, Jochen und David Wagner: Drüben und drüben, Rowohlt, August 2014.
Schmidt, Jochen: Gebrauchsanweisung für die Bretagne. München: Piper, 2009.
Schmidt, Jochen: Schmidt liest Proust. Berlin: Voland & Quist, 2008.
Schmidt, Jochen: Meine wichtigsten Körperfunktionen. München: C.H. Beck, 2007.

Kurzbeschreibung

Im September 1989/1990 begann ich ein Mathematik-Studium, zog aus dem Plattenbau in Berlin-Buch in eine Einraumwohnung ohne Bad und mit Außentoilette in der Kastanienallee (Berlin Prenzlauer Berg) und kam zur Armee. Als ich zu Silvester meinen ersten Urlaub bekam, war es zu spät für das Begrüßungsgeld. Die Decke in meiner Wohnung war verschimmelt, das Haus besetzt, und ich brauchte 20 Jahre um zu begreifen, dass es völlig unvermeidlich war, dass in meinem Bezirk, der mir immer noch sehr geheimnisvoll erschien, kein Stein auf dem anderen bleiben würde. Heute lebe ich immer noch dort und beobachte, wie die letzten Details, die noch etwas von der besonderen Geschichte Berlins erzählen, übermalt oder abgerissen werden. Um dem Vergessen entgegen zu wirken, schreibe ich meine Erinnerungen.

Berichte

„Die DDR war ungewollt Teil der weltweiten Kultur des Wiederverwertens“ - Jochen Schmidt beschreibt den "Erfindungsreichtum" der Menschen in der DDR. Aufgrund der Mangelwirtschaft suchten viele nach provisorischen Bastellösungen: Zum Beispiel erklärte die Bastelzeitung „practic“, wie man einen Lampenschirm aus Eierverpackungen herstellen kann. Zeit online, 02.02.2017.

"Alltag in der DDR: Als wäre das Volk eine aufmüpfige Schulklasse" - Über Jochen Schmidts neuen Erzählband "Der Wächter von Pankow" und über seine Jugend in der DDR. Berliner Morgenpost, 25.09.2015

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Donnerstag, 19 Oktober 2017 - Heute vor 33 Jahren

19.10.1984 In Polen wird der junge Priester Jerzy Popieluszko vom Sicherheitsdienst ermordet. Tausende hörten seine Predigten in der Warschauer Stanislaw-Kostka-Kirche.