Bild:  Bernd Eisenfeld

Bernd Eisenfeld, Berlin (Berlin)

"Doch was ist lebenswerter: Lebenslänglich sein eigenes oder 30 Monate ein fremdes Gefängnis zu durchleben."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Flucht/Ausreise/Freikauf, Kirche, politische Haft

Biografisches

1941 in Falkenstein im Vogtland geboren
1955-1962 Lehre als Bankkaufmann und Studium der Finanzwirtschaft
1962-1967 Bankökonom
1966-1967 Bausoldat
1968-1971 Verurteilung und Inhaftierung wegen „staatsfeindlicher Hetze“,1975 Ausreise mit Familie nach Berlin-West
1975-1985 freiberuflich in der Erwachsenenbildung und publizistisch tätig
1986-1992 beschäftigt im Gesamtdeutschen Institut und bei der Bundeszentrale für politische Bildung (zuletzt als Referent)
1992-2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung der BStU
2008 Auszeichnung mit der Karel-Kramer Medaille der Tschechischen Republik

Bernd Eisenfeld ist am 12. Juni 2010 verstorben.

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Eisenfeld, Bernd/Kowalczuk, Ilko-Sascha/Neubert, Ehrhart: Die verdrängte Revolution: der Platz des 17. Juni 1953 in der deutschen Geschichte. Bremen: Edition Temmen, 2004.

 

 

Kurzbeschreibung

Bernd Eisenfeld ist studierter Finanzwirt. Von früh an war seine Sozialisation vom Widerspruch zwischen dem Anspruch und der Wirklichkeit des SED-Regimes geprägt. Je mehr ihm dieser Widerspruch bewusst wurde, umso größer wurde sein Bedürfnis darüber Aufklärung zu erhalten und aufzuklären. Seit 1964 schlug sich das zunehmend in offenen regimekritischen Briefen und  Widerstandshandlungen, wie Verteilung von selbstangefertigten Flugblättern gegen die Niederschlagung des „Prager Frühlings“, nieder. Staatliche Repressionen (Berufsverbot, zwei verwehrte Studiengänge, die Untersuchungshaft beim MfS, der Strafvollzug und die ständige Überwachung in drei Operativen Vorgängen durch das MfS) bestärkten seine politische Haltung und Gegnerschaft, aber nach 1968 auch den Willen die DDR legal zu verlassen, was nach jahrelanger Ausreiseantragstellung 1975 gelang. Im Westen angekommen, bestand sein Hauptanliegen in der Aufklärung über die DDR. Sein beruflicher Werdegang, dem eine Vielzahl von Publikationen entsprangen, und seine ehrenamtliche Tätigkeit im Verband ehemaliger DDR-Bürger e.V. und als Gründungsmitglied der „Initiative Rechtshilfe“ sprechen für sich. Gewürdigt wurde sein Engagement durch eine vorgesehene Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande (die er wegen der Defizite im Umgang mit den Opfern des SED-Regimes zurückwies).

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Dienstag, 17 Oktober 2017 - Heute vor 28 Jahren

17.10.1989 Die polnische Regierung fordert von der Sowjetunion eine Entschädigung für die Zwangsarbeit von etwa 3,5 Millionen zwischen 1939 und 1959 verschleppten Polen.