Bild:  Berthold Dücker

Berthold Dücker, Thüringen (Geisa)

"Das US-Camp „Point Alpha" ist ein wichtiges und einzigartiges Zeitzeugnis unserer jüngsten Geschichte. "

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Medien, historische Aufarbeitung, Grenzerfahrungen

Biografisches

1947 in Geismar/Rhön geboren
1964
Abschluss Allgemeinbildende Polytechnische Oberschule
1964
Flucht in die Bundesrepublik Deutschland durch den Minengürtel
1964-1965
Schriftsetzerlehre
1965-1967
Redaktionsvolontariat in Fulda; danach Redakteur/Chefredakteur bei verschiedenen Zeitungen u.a. in Lauterbach, Neumünster, Hildesheim, Kassel
1973
erste Reise nach der Flucht in die DDR, erstes Wiedersehen mit der Familie, allerdings außerhalb der Sperrzone, in der er aufwuchs
1975
keine Erlaubnis für einen Familienbesuch durch die DDR-Behörden, obwohl nach Grundlagenvertrag gestattet
1988
erster Besuch im Elternhaus nach der Flucht wegen Erkrankung des Vaters und ein Besuch der sterbenden Mutter
1993-2009
Chefredakteur der Südthüringer Zeitung
1995-2009
Initiator und langjähriger Vorsitzender des Träger- bzw. Fördervereins der Gedenkstätte Point Alpha
seit 2008 stellvertretender Stiftungsratsvorsitzender der Point Alpha Stiftung

Berthold Dücker steht für Zeitzeugengespräche in Thüringen und Hessen zur Verfügung.

Kurzbeschreibung

Berthold Dücker war 16 Jahre alt, als er in die Bundesrepublik floh. Er durchschnitt mit einer Kneifzange den Stacheldraht und überwand das Minenfeld an der innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen und Hessen. Sein erster Aufenthaltsort war das Flüchtlingslager in Gießen. Da er noch minderjährig war, bemühte sich die DDR zunächst um Rückführung. Im Zuge der Ostverträge und der damit verbundenen Amnestiebestimmungen durfte er 1973 – während der Weltjugendspiele in Ost-Berlin – erstmals wieder in die DDR einreisen, allerdings nicht in seinen Heimatort, der im Sperrgebiet lag. In der Bundesrepublik wurde er Journalist, zuletzt war er – bis zum Eintritt in den Ruhestand – fast 17 Jahre Chefredakteur der Südthüringer Zeitung. Er setzte sich federführend dafür ein, das ehemalige US-Camp „Point Alpha" im „Fulda-gap" an der innerdeutschen Grenze vor dem Abriss zu bewahren und zur Gedenkstätte auszubauen (mit jährlich über 130.000 Besuchern). 1993 zog Dücker nach Geisa, in seine alte Heimat zurück und setzt sich seitdem unermüdlich mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur auseinander. Dafür wurde er 2000 mit dem Thüringer Verdienstorden geehrt, 2007 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen und im November 2009 im Schloss Bellevue von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. 

Berichte

"Flucht im Wandel der Zeit": Berthold Dücker berichtet von seiner Flucht aus der DDR - Bei der ersten Veranstaltung der Vortragsreihe im Fuldaer Begegnungszentrum "Welchome in Wohnzimmer" hat Berthold Dücker von seiner Flucht 1964 aus seiner Heimat Geismar/Rhön nach Fulda berichtet. Fuldaer Zeitung, 28.11.2017.

"Wehret den Anfängen - immer wieder" - Berthold Dücker spricht anlässlich des 25. Jubiläums der deutschen Einheit in Marburg-Biedenkopf. Hinterländer Anzeiger, 03.10.2015

"Flucht in den Westen: Dem Point-Alpha-Vize half eine Kneifzange" - Thüringische Landeszeitung, 11.08.2015

"Flucht durch das Minenfeld" - Mit der Kneifzange seines Vaters knackte der 16-Jährige Berthold Drücker die Drähte des Grenzzauns und lief Richtungen Westen. Deutschlandradio Kultur - Zeitfragen, 08.04.2015

"Lektionen am Grenzzaun" - Berthold Dücker berichtet von seiner Flucht im August 1964. Er erzählt von der Gründung des Vereins Grenzmuseum Rhön Point Alpha e.V. und der Gedenkstätte. Stuttgarter Nachrichten, 05.11.2014

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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