Bild: Dr. Reimer Egge

Dr. Reimer Egge, Niedersachsen (Uelzen)

"Es war einfach wieder möglich, die familiären Stätten im Osten Deutschlands aufzusuchen und einander zu begegnen."

Thema: Grenzerfahrungen, Mauerbau 13. August 1961

Biografisches

1940 in Güstrow geboren
1962 Abitur am Gymnasium Heide-Holstein
1962-1969 Studium und Staatsexamen in Latein und Geschichte an der Universität Freiburg
1975 Promotion
1976-1983 Schuldienst an Privat- und Volkshochschulen
1978-1980 Volontariat am Rheinischen Landesmuseum Bonn
1983 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stadtarchiv und Heimatmuseum der Stadt Uelzen
1984 Stadtarchivar und Museumspädagoge
1992-2001 Museumsleiter im Heimatmuseum Schloss Holdenstedt/Stadtarchivar
2006 Ruhestand, seitdem Stadtarchivar im Status des Ehrenbeamten, Autor zahlreicher Bücher zur Stadtgeschichte Uelzen

Am 6. März 2014 verstarb Herr Egge im Alter von 73 Jahren.

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Reimer Egge: Der Umgang mit der Deutschen Einheit und Demokratie. Uelzen seit der Wiedervereinigung 1990 bis 2010. Uelzen: Verlag der Stadt Uelzen, 2011.
Reimer Egge: Der Unrechtsstaat der Nationalsozialisten. Uelzen 1933 bis 1945. Uelzen: Verlag der Stadt Uelzen, 2006.

Kurzbeschreibung

In meiner Familie bestanden tiefe Bindungen zum Osten. Wernigerode war die Heimat meiner Mutter. Meine Großmutter blieb dort. Sie durfte uns nur in langen Zeitabständen besuchen. Deshalb versuchte sie mehrfach ohne Passierschein über die grüne Grenze durch Überqueren der Ecker zu uns zu gelangen. Ein erster Versuch scheiterte und meine Großmutter musste in einer Zelle übernachten. Ein zweiter Versuch gelang. Wohlmeinende Nachbarn schrieben uns, dass Sie nicht wieder kommen solle. Sie blieb bei uns und ließ zwei Häuser und allen persönlichen Besitz zurück. Meine Großmutter erzählte uns immer aus Wernigerode, wo sie aufgewachsen und zu Hause war. Gemeinsame Erinnerungen auch meiner Eltern nahmen das Thema immer wieder auf. 1991 ist meine Mutter mit uns wiederholt nach Wernigerode gefahren, wo sie uns die Stätten ihrer Kindheit und ihrer frühen Ehejahre zeigte. 1983 bin ich als Stadtarchivar nach Uelzen gekommen und habe Publikationen v.a. zur Regionalgeschichte des 20. Jahrhunderts veröffentlicht - zum Thema Nationalsozialismus und SED-Staat. Es war mir in Uelzen bald bewusst, dass ich jetzt in Grenznähe wohnte und forschte. Exkursionsleitungen an die Grenze bei Müssingen beispielsweise standen auf dem Arbeitsplan. Mein selbst gewähltes Forschungsthema hat, wie mir erst bewusst wurde, starke persönliche Impulse aus der eigenen Biographie.

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Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

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DDR-Geschichte vermitteln


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Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

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