Zeitzeugen im Unterricht

Viele Zeitzeugen haben die Friedliche Revolution 1989/90 aktiv miterlebt und die deutsche Einheit mitgestaltet. Sie werden im Folgenden kurz vorgestellt. Über ihr Profil können sie direkt kontaktiert und für Veranstaltungen eingeladen werden. Alle Biografien können zusammen mit den Angeboten des Schwerpunkts „Friedliche Revolution und deutsche Einheit“ für die Gestaltung von Schulstunden genutzt werden.

Jahrgang 1944, Berlin: 1977 konnte Gabriel Berger aus der DDR ausreisen. In West-Berlin beteiligte er sich aktiv an der Aufklärung über die Verhältnisse in der DDR. 1981 reiste er als Sonderkorrespondent der "Welt" nach Polen, um über die "Solidarnosz" zu berichten. Später war er Mitgründer der polnischen Gruppe der "Solidarnosz" in West-Berlin.

Jahrgang 1962, Hamburg: In den Jahren 1989/1990 arbeitete die Bürgerrechtlerin am Runden Tisch mit und half bei der Organisation der Mahnwache in der Gethsemanekirche.

Zeitzeugen für den Unterricht

In unserer Zeitzeugendatenbank befinden sich mehrere Personen, die aus eigener Erfahrung über die Friedliche Revolution 1989 / 90 berichten können.

Zeitzeugenberichte

Zeitzeugenberichte zu dem Themenschwerpunkt Friedliche Revolution. Berichte von der Wahlfälschung 1989, den Großdemonstrationen, dem Mauerfall und dem Tag der Wiedervereinigung.

Jahrgang 1971, Berlin: Ende der 1980er Jahre erlebte Dorit Linke die politische Aufbruchsstimmung bewusst mit und wollte nicht länger Regeln und Verboten folgen, sondern selbst entscheiden. Sie nahm an den Rostocker "Donnerstagsdemonstrationen" und Andachten der Bürgerbewegung im Herbst 1989 teil. Nach dem Mauerfall war auch für sie nichts mehr wie zuvor.

Klaus Gronau

Jahrgang 1972, Leipzig: Sie wuchs in einem Pfarrhaushalt auf. Ihre Eltern waren an der Gründung des Neuen Forums beteiligt. Besonders ihr Vater hatte in Mecklenburg großen Anteil an oppositionellen Aktivitäten in der Region, die im Herbst 1989 kulminierten. Diese Erfahrungen prägten ihre Kindheit.

Klaus Gronau

Jahrgang 1960, Gera: Michael Kleim nahm 1982 Kontakt mit der kirchlichen Friedensbewegung auf. Er war Autor mehrerer Samisdat-Blätter und arbeitete an Konzepten für eine europäische Friedensordnung.

Wolfgang Jähnichen

Jahrgang 1939, Brandenburg: Seit 1979 arbeitete er bei den West-Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Unmittelbar nach der Pressekonferenz vom 9. November 1989 erhielt er den Auftrag, das Busverkehrsnetz von West- nach Ost-Berlin und in die DDR aufzubauen. 

Fred S. Oldenburg

Jahrgang 1946, Halle: Sie besuchte Friedensdekaden, Veranstaltungen von „Frauen für den Frieden“ und traf sich mit Freunden in verschiedenen privaten Zirkeln. Mit dem Fall der Mauer ist der Weg für Petra Hoffmann klar: Sie will mithelfen, das noch immer geteilte Deutschland wieder zu vereinigen.

Jahrgang 1962, Berlin: Ab Herbst 1989 war Andreas Kosmalla beim Neuen Forum Jena engagiert und bei der ersten Thüringer Landtagswahl 1990 Wahlkampfkoordinator für die Liste Neues Forum/Grüne. Bis 1992 hat er im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Schülerarbeit einen wichtigen Ost-West-Vereinigungsprozess in der kirchlichen Jugendarbeit mitverantwortet.

Jahrgang 1959, Schwerin: Martin Klähn nahm im November 1987 an der Mahnwache vor der Berliner Zionskirche für die verhafteten Drucker der Umweltblätter teil. Später arbeitet er bei der Herausgabe einer Schweriner Untergrundzeitung mit. Als einziger Schweriner beteiligte er sich 1989 an der Gründung des Neuen Forums in Grünheide.

Jahrgang 1963, Berlin: Dirk Moldt gehörte 1987 zu den Mitbegründern der „Kirche von Unten“ und war verantwortlicher Herausgeber ihrer Zeitung. Im wiedervereinigten Deutschland studierte er Geschichtswissenschaften mit anschließender Promotion. Darüber hinaus war er als Redakteur der Zeitschrift „Horch und Guck“ tätig.

Joachim Rudolph

Jahrgang 1944, Leipzig: Seit 1982 war Gisela Kallenbach Mitglied der Arbeitsgruppe Umweltschutz. Zwei Jahre später gestaltete sie die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche mit und war zwischen 1987-1989 im Konziliaren Prozess der Kirchen der DDR beteiligt.

Jahrgang 1945, Berlin: Als im Herbst 1989 die BILD-Zeitung die Erlaubnis erhielt, in der DDR ein Büro zu eröffnen, wechselte Peter Brinkmann als erster Korrespondent der Zeitung nach Ost-Berlin. In dieser Funktion nahm er unter anderem auch an der legendären Maueröffnungs-Pressekonferenz mit dem Berliner SED-Chef Günter Schabowski teil.

Jahrgang 1945, Zossen: Gilbert Furian wurde 1986 aus politischer Haft freigekauft, entschied sich aber für den Verbleib in der DDR. Dort gründete er 1989 innerhalb der IFM die „Projektgruppe Politische Justiz in der DDR " und vertrat das Neue Forum am Runden Tisch im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg.

Joachim Rudolph

Jahrgang 1941, Heilbad Heiligenstadt: Er wurde im Oktober 1989 Vorsitzender der Demokratischen Initiative Heiligenstadt, die die Ereignisse in Eisfeld vorantrieb. Ihre Mitglieder beteiligten sich an Montagsdemonstrationen, Menschenketten und Friedensgebeten.

Jahrgang 1938, Joachimstal: Hans-Jürgen Fischbeck wirkte u.a. in der Vereinigung „Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung“ sowie in Gruppen mit, die die Wahlmanipulation von 1989 aufdeckten. Er war Mitbegründer und Sprecher der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“. Ab 1990 war er Mitglied der Fraktion Bündnis90 im Abgeordnetenhaus Berlin.

Jahrgang 1947, Töpen: Arnold Friedrich wechselte 1992 als Verwaltungsbeamter zur Stadt Gefell in Thüringen und war somit als ehrenamtlicher Bürgermeister auf bayerischer Seite und als Geschäftsleiter auf der thüringischen Seite von Mödlareuth zuständig für die Umstrukturierung des Dorfes.

Jahrgang 1942, Berlin: Bis 1979 beschäftigte sich Hans-Jürgen Fink mit der Kommunismus- und DDR-Forschung u.a. in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Danach trat er in die Ost-West-Redaktion beim Deutschlandfunk ein. Er begleitete zentrale Ereignisse des Umbruchs in der DDR und der deutschen Vereinigung als Berichterstatter.

Jahrgang 1946, Braunschweig: Der Jurist war von 1988 bis 1994 stellvertretender Leiter und Sprecher der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter, die die Verbrechen des SED-Regimes dokumentierte. Hans-Jürgen Grasemann veröffentlichte Aufsätze zu juristischen Fragen der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und zu Fragen der inneren Sicherheit.

Jahrgang 1947, Heiligenstadt: Eduard Fiedler gestaltete das Friedensgebet und die erste große Demonstration in Heiligenstadt mit, die ca. 12.000 Teilnehmer zählte. Er war Gründungsmitglied der „Demokratischen Initiative" seiner Heimatstadt und zugleich Leiter des Bereichs „Kirche und Gesellschaft" sowie Mitglied im Sprecherrat.

Jahrgang 1929, Satuelle: Hans-Jochen Tschiche wollte die DDR-Gesellschaft demokratisieren. Seine kritischen Briefe an die Mächtigen führten nicht zu seiner Verhaftung, sondern die Staatsorgane begannen das Gespräch mit ihm zu suchen. Später beteiligte er sich an der Gründung des "Neuen Forums", das er 1990 in der Volkskammer vertrat.

Jahrgang 1943, Halle: Frank Eigenfeld wurde 1985 Mitglied der Initiative für Frieden und Menschenrechte und später Mitbegründer des Neuen Forums. Im Jahr 1990 erfuhr Eigenfeld berufliche Wiedergutmachung. Die Universität Halle rehabilitierte ihn und stellte ihn erneut als wissenschaftlichen Mitarbeiter ein.

Jahrgang 1962, Rostock: Michael Hugo engagierte sich 1989 im Neuen Forum in Weimar. Nach der Wiedervereinigung beschäftigte er sich mit Fragen der interreligiösen Verständigung und der Migration - insbesondere vor dem Hintergrund des Ost-West-Konfliktes. Ab 1994 entwickelte er für das Büro der Ausländerbeauftragten des Landes Brandenburg  Anti-Diskriminierungskonzepte.

Jahrgang 1963, Crimmitschau: Barbara Gabor war zusammen mit Freunden in der Kirchengemeinde in Crimmitschau politisch aktiv, um Reformen zu erwirken. Sie war Sprecherin des dortigen „Neuen Forums“, Mitbegründern der DSU und spätere Stadträtin in Crimmitschau. Heute ist sie CDU-Stadtrat-Kandidatin und kommunalpolitisch aktiv.

Jahrgang 1939, Falkensee: Wolfgang Jähnichen war Abteilungsdirektor und Betriebsleiter für den Oberflächenverkehr bei den West-Berliner Verkehrsbetrieben (BVG). Noch am 9. November 1989 erhielt er den Auftrag, das Busverkehrsnetz von West- nach Ost-Berlin und in die DDR aufzubauen. Ab 1993 war er Geschäftsführer der Leipziger Verkehrsbetriebe und Gründungsgeschäftsführer des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes.

Hans-Jürgen Sievers

Jahrgang 1943, Sachsen: Der Pfarrer unterstützte schon vor 1989 kirchliche Basisgruppen, seine Kirche war ein Zentrum der Bürgerrechtsbewegung in Leipzig. Er nahm an den Montagsdemonstrationen teil und öffnete seine Kirche für die Friedensgebete. Am 7. November fand in seiner Kirche die Gründung der Leipziger SDP statt.

Jahgang 1956, Chemnitz: Im Zuge einer Amnestie wurde Peter-Christian Bürger nach einem Jahr Haft aus dem Zuchthaus Cottbus entlassen - zurück in die DDR. Einen weiteren Fluchtversuch unternahm er über die deutsche Botschaft in Prag. Als Sprecher der Botschaftsflüchtlinge erlebte er diese Zeit sehr intensiv.

Jahrgang 1935, Dortmund: Gerhard Wendzinski war 25 Jahre lang Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. In den Vereinigungsjahren beteiligte sich der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion NRW in Brandenburg beim Aufbau der demokratischen Strukturen und der Beratung von Bürgern.

Jahrgang 1954, Berlin: Bernd Florath formulierte im Dezember 1989 für den außerordentlichen Parteitag der SED den Antrag zu deren Selbstenteignung: Das Eigentum sollte in eine öffentliche Stiftung überführt werden. Im Januar 1990 forderte er erneut deren Auflösung. Wenige Tage später trat er aus der SED aus. Im Juni 1990 wurde er Sprecher des Berliner Neuen Forums.

Jahrgang 1962, Leipzig: Frank Pfeifer war an der Aufdeckung der Fälschung der Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 im Berliner Stadtbezirk Weißensee beteiligt. In der Berliner Umweltbibliothek schrieb er mit an der Dokumentation "Wahlfall 89". Jeden Siebten des Monats organisierte er eine Demonstration gegen den Wahlbetrug mit.

Jahrgang 1961, Mainz: Lothar Slezak hat ab 1990 an der Neustrukturierung der Gewerkschaften in Ostdeutschland mitgewirkt. Er leitete Seminare zwischen den Gewerkschaftsmitgliedern in den alten und den neuen Bundesländern zur Angleichung von Tarifen und Arbeitsbedingungen sowie zum besseren Verständnis über die geteilte Geschichte.

Jahrgang 1964, Halle: Matthias Waschitschka engagierte sich in der Ökologischen Arbeitsgruppe Halle beim Evangelischen Kirchentag. 1988 gründete er die Umweltbibliothek in der Georgengemeinde in Halle. Nach der Wiedervereinigung widmete er sich der politischen Arbeit für Bündnis 90/Die Grünen und war ihr Geschäftsführer im Stadtparlament Halle.

Eberhard Wilms

Jahrgang 1959, Leipzig: Als freiberuflicher Journalist schmuggelte der Bürgerrechtler das illegal entstandene Material mithilfe westlicher Journalisten und Diplomaten in die Bundesrepublik. Sein größter Coup gelang Schefke am 9. Oktober 1989, als sein Beitrag über die Demonstration in Leipzig in den Tagesthemen ausgestrahlt wurde.

Eberhard Wilms

Jahrgang 1963, Crimmitschau: Bereits 1978 kam er mit der kirchlichen Jugendarbeit in Berührung und engagierte sich aktiv in Friedenkreisen, etwa im Christlichen Friedensseminar Königswalde. Im Herbst 1989 engagierte er sich in der Bürgerrechtsbewegung und war Mitbegründer des örtlichen „Neuen Forums“.

Jahrgang 1949, Potsdam: Karl-Ludwig Böttcher war nach der Wiedervereinigung am Aufbau der Selbstverwaltung in den ostdeutschen Gemeinden beteiligt und gehörte zu den Mitbegründern des SPD-Ortsvereins Zeuthen. Außerdem war er Mitbegründer der sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik Brandenburg sowie stellvertretender Landesvorsitzender und Beisitzer im Landesvorstand.

Jahrgang 1957, Berlin: Thomas Welz war Mitherausgeber der Samisdatzeitschriften der Samaritergemeinde und gehörte 1989 zu den Mitgründern des Demokratischen Aufbruchs. Ab 1990 war er Mitglied der SDP/SPD in Berlin-Friedrichshain.

Jahrgang 1950, Steckby: Ernst Paul Dörfler hielt Vorträge zu Umweltproblemen, die das MfS überwachte. 1989 gehörte er zu den Mitbegründern der Grünen Partei in der DDR, die er am Zentralen Runden Tisch vertrat. Er war Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer und Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Energie und Reaktorsicherheit. Bis Dezember 1990 vertrat er Bündnis90/Die Grünen im Bundestag.

Jahrgang 1962, Darmstadt: Ingrid Miethe hatte Kontakte zur Umweltbibliothek und verteilte Flugblätter in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie war in die Aktivitäten der Gethsemanekirche involviert und gründete eine der ersten Basisgruppen des Neuen Forums. 1990 begleitete sie den nun möglich gewordenen Austausch von Frauenbewegungen in Ost und West.

Jahrgang 1955, Berlin: Peter Neumann trat im September 1989 dem Neuen Forum bei. Er arbeitete im Bürgerkomitee und dann bis zur ersten freien Volkskammerwahl als Leiter der Operativen Gruppe der AG Sicherheit des zentralen Runden Tisches. 1990 und 1991 war er innerhalb der Berliner Innenverwaltung in einer Projektgruppe "Auflösung des MfS/AFNS" tätig.

Eberhard Wilms

Jahrgang 1938, Joachimstal: Während der Friedlichen Revolution war er Mitbegründer und in der Folgezeit Sprecher der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“.

Jahrgang 1942, Leipzig: Ab Herbst 1989 engagierte sich Roland Mey im Bürgerkomitee Leipzig, wo er für die Abteilung "Betriebsräte und Gewerkschaften" zuständig war. Außerdem gründete er die Regionalgruppe der neuen Sozialdemokratischen Partei (SDP) mit und saß von 1990 bis 1994 für die SPD im Leipziger Stadtrat.

Jahrgang 1952, Garbsen: Hartmut Büttner war von 1980 bis 1983 Landesvorsitzender der Jungen Union in Niedersachsen. Ab Februar 1990 unterstützte er den politischen Neuanfang in der DDR. Im Dezember 1990 wurde er direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Magdeburger Börde im Deutschen Bundestag und erarbeitete als Vorsitzender eines Unterausschusses das Stasi-Unterlagengesetz mit. 

Jahrgang 1985, Ost-Berlin: Er war Mitbegründer der Initiative Frieden und Menschenrechte und Herausgeber der Samisdatzeitschrift „grenzfall“. 1990 wurde der Bürgerrechtler Mitglied der SDP, später hatte er ein Mandat in der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag.

Jahrgang 1947, Chemnitz: Martin Böttger engagierte sich frühzeitig in Friedens- und Menschenrechtsgruppen in der DDR. Er arbeitete eng mit der evangelischen Kirche zusammen. Mitte der 1980er Jahre gehörte er zu den Mitbegründern der Initiative für Frieden und Menschenrechte und war 1989 Mitinitiator des Neuen Forums.

Jahrgang 1965, Nohra: Christian Dietrich widmete sich der Entwicklung von Protestaktionen, u.a. organisierte er die Demonstration am 4. September 1989 in Leipzig mit. Er war Geschäftsführer des Demokratischen Aufbruchs und Vorsitzender des Untersuchungsausschusses Korruption und Amtsmissbrauch im Kreis Naumburg. 1991 war er Mitbegründer und Vorstand des „Archiv Bürgerbewegung“ und der Stiftung „Runder Tisch“.

Jahrgang 1936, Potsdam: Als der Spiegel-Korrespondent in Ost-Berlin ein Manifest der SED-internen Opposition veröffentlichte, wurde das Büro geschlossen und erst 7 Jahre später wieder eröffnet. Im Oktober 1989 schmuggelte er die Videoaufnahmen einer Montagsdemonstration in Leipzig in den Westen.

Jahrgang 1958, Großhennersdorf: Der Wehrdienstverweigerer gründete 1982 den Offenen Friedenskreis Großhennersdorf mit Kontakten zur tschechischen Kunstszene. 1987 baute Schönfelder nach dem Berliner Vorbild eine Umweltbibliothek in seinem Wohnhaus auf - die Stasi versuchte, das zu verhindern.

Jahrgang 1960, Berlin: Seit 1983 hatte er enge Kontakte in die oppositionelle Künstlerszene vom Prenzlauer Berg, nach Dresden und nach Karl-Marx-Stadt. Er berichtete in ARD und ZDF über die Umweltbibliothek in der Zionsgemeinde und die Friedens- und Menschenrechtsbewegung.

Jahrgang 1965, Chemnitz: Am 7. Oktober 1989 nahm Mathias Passeck an einer Veranstaltung der Theaterschaffenden von Karl-Marx Stadt teil, schloss sich der anschließenden friedlichen Demonstration an und wurde von der Stasi verhaftet. Nach drei Tagen wurde er auf Druck der Kirche entlassen und nahm an den Montagdemos teil.

Jahrgang 1948, Leipzig: Seit 1975 organisierte Reinhard Bohse regelmäßige Gesprächsrunden in seiner Wohnung. Er gründete die Jazzgruppe SUM, die zeitweise Auftrittsverbot hatte, und beteiligte sich an einem Literaturzirkel, der vom MfS aufgelöst wurde. Nach dem Mauerfall war er Mitbegründer des Neuen Forums und von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen.

Jahrgang 1965, Berlin: Martin Jankowski gehörte in den 1980er Jahren der oppositionellen Künstlerszene in der DDR an. Das MfS erfasste ihn in Operativen Vorgängen und hörte seine Privatwohnung ab. Später folgte ein Reiseverbot. Martin Jankowski war einer der Sprecher des „Trägerkreises“ der Bürgerrechtsgruppen um die Leipziger Nikolaikirche.

Jahrgang 1944, Berlin: Bernd Albani begann 1989 seinen Dienst als Pfarrer an der Gethsemanekirche in Ost-Berlin, die zu einem Zentrum des gewaltfreien Widerstandes gegen das SED-Regime wurde. Bis 1991 gehörte er als einer der beiden Sprecher des Neuen Forums Prenzlauer Berg dem Berliner Sprecherrat an. Danach war er tätig für den Ausschuss, der Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter auf Stasi-Verstrickung überprüfte.

Jahgang 1940, Dresden: Der Pfarrer versuchte 1989/90 mit anderen Vertretern der Kirche in Werdau die Empörung zu kanalisieren. Auch in seiner Gemeindestadt gab es Friedensgebete in der Kirche, Demonstrationen, eine Kundgebung auf dem Marktplatz und einen Runden Tisch. 1990 wechselte er die Gemeinde und ging nach Dresden.

Jahrgang 1934, Bonn: Claus Duisberg war in verschiedenen Funktionen im Auswärtigen Amt sowie an den Botschaften in Moskau, Washington und New Delhi tätig. Von 1986 bis 1990 arbeitet er als Leiter des Arbeitsstabs Deutschlandpolitik im Bundeskanzleramt unter Helmut Kohl und den Ministern Schäuble und Seiters und war unmittelbar an den Verhandlungen über den Einheitsvertrag beteiligt.

Jahrgang 1942, Leipzig: Ulla Bernhof war Mitbegründerin des Neuen Forums in Leipzig. Sie sammelte die ersten Unterschriften für die Bürgerinitiative, aber einen Schnörkel konnte man schon eher bekommen als die Wohnanschrift der Arbeitskollegen, einige zogen ihre Unterschrift zurück. Anfang Oktober 1989 wurden ihr Konsequenzen angedroht.

Jahrgang 1954, Berlin: Von 1986 an arbeitete Peter Wensierski als Fernsehjournalist der ARD vor allem für die Berliner Sendung Kontraste. Zusammen mit Roland Jahn machte er zahlreiche Filme, teils mit heimlichen Aufnahmen von DDR-Oppositionellen. Nach 1990 entstanden Enthüllungen über Inoffizielle Mitarbeiter und das Wirken der Stasi.

Jahrgang 1940, Leipzig: Reinhard Bernhof war 1989 Gründungsmitglied des Neuen Forums in Leipzig. 1988 gab er zusammen mit Sylvia Kabus die illegale Literaturzeitschrift „Umfeldblätter“ heraus. Im vereinten Deutschland war er Gründungsmitglied des Literaturbüros und anderer Literaturvereinigungen der Stadt Leipzig.

Jahrgang 1950, Bautzen: Benedikt Dyrlich ist Lyriker, Journalist und Politiker und hat sich 1989/1990 an der politischen Umgestaltung der DDR, insbesondere unter den Sorben, beteiligt. Im Herbst 1989 war er u.a. Mitbegründer der Sorbischen Nationalen Versammlung.

Zeitzeugenberichte

Peter Brinkmann war 1989 Korrespondent der BILD-Zeitung in Ost-Berlin. In dieser Funktion nahm er an der legendären Maueröffnungs-Pressekonferenz mit dem Berliner SED-Chef Günter Schabowski teil. In seiner Publikation "Zeuge vor Ort" erinnert er sich daran, dass er Schabowski die entscheidende Frage stellte, die zur Öffnung der Mauer führen sollte. In der Broschüre "Reisefreiheit" des Bundsministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz können seine Erinnerungen nachgelesen werden.

Dr. Bernd Wulffen, Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Peking, berichtet darüber wie er die Ereignisse im Herbst 1989 in China erlebt: „Einer der merkwürdigsten Tage in meinem diplomatischen Leben war der 23. Mai 1989. Wir begingen damals den 40. Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland mit einem Empfang im Hotel “Regency” in Kuwait. …“ [weiter lesen]

Andreas Lorenz, SPIEGEL-Korrespondent in China, erinnert sich an den blutigsten Tag seiner Laufbahn, den 4. Juni 1989, als auf dem „Platz des himmlischen Friedens“ Studentenproteste niedergeschlagen werden: „Als Han Dongfang die Kugeln über seinen Kopf pfeifen hört, ist er davon überzeugt, dass es keine scharfen Geschosse sind. …“ [weiter lesen auf einsestages.de] 

Der Pfarrer Christian Führer berichtet über seine Aktivitäten in der Nikolaikiche in Leipzig: „Nikolaikirche – offen für alle", war im Herbst 1989 zu einer Wirklichkeit geworden, die uns alle überraschte. Sie vereinte schließlich Menschen aus dem ganzen Gebiet der ehemaligen DDR: Ausreisewillige und Neugierige, Regimekritiker und Stasileute, kirchliche MitarbeiterInnen und SED-Genossen, Christen und Nichtchristen…“ [weiter lesen]

17 Menschen berichten vom Herbst 1989

Wie haben Sie den Herbst 1989 erlebt und was hat sich nach dem Ende der DDR für Sie verändert? Fünf gleiche Fragen werden von 17 Menschen ganz unterschiedlich beantwortet: mit persönlichen und familiären Schilderungen oder politischen Statements. [weiter lesen auf www.bpb.de]

Zeitzeugen für den Unterricht

In unserer Zeitzeugendatenbank befinden sich mehrere Personen, die aus eigener Erfahrung über die Friedliche Revolution 1989 / 90 berichten können.

Zeitzeugenberichte

Zeitzeugenberichte zu dem Themenschwerpunkt Friedliche Revolution. Berichte von der Wahlfälschung 1989, den Großdemonstrationen, dem Mauerfall und dem Tag der Wiedervereinigung.

Harald Jäger war stellvertretender Leiter der Passkontrolle am Grenzübergang in der Bornholmer Straße, Bezirk Prenzlauer Berg. Am Abend des 9. November 1989 öffnete er den Schlagbaum für die Menschenmassen Video ansehen auf auf www.chronik-der-mauer.de

Zeitzeugen für den Unterricht

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Zeitzeugenberichte

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Zeitzeugenberichte zu dem Themenschwerpunkt Friedliche Revolution. Berichte von der Wahlfälschung 1989, den Großdemonstrationen, dem Mauerfall und dem Tag der Wiedervereinigung.

Zeitzeugen für den Unterricht

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Zeitzeugenberichte

Zeitzeugenberichte zu dem Themenschwerpunkt Friedliche Revolution. Berichte von der Wahlfälschung 1989, den Großdemonstrationen, dem Mauerfall und dem Tag der Wiedervereinigung.

Am 12. April 1990 wählte die Volkskammer den Rechtsanwalt Lothar de Maizière (CDU) zum Ministerpräsidenten. Knapp 200 Tage lang leitete er die letzte DDR-Regierung. In einem Interview auf friedlicherevolution.de spricht de Maizière über die turbulente Zeit als Ministerpräsident und seinen Abschied von der Politik.   

Wo waren Sie am 9. November? Was hat sich für Sie durch den Mauerfall verändert? Wie fühlt sich das „neue“ Deutschland, 25 Jahre nach dem 9. November 1989 für Sie an? Die Videointerviews mit 12 Zeitzeugen entstanden für ein gemeinsames Interviewprojekt der Frankfurter Rundschau, des Kölner Stadtanzeigers, der Mitteldeutschen Zeitung und des Dumont-Buchverlages in Zusammenarbeit mit der Halleschen Europäischen Journalistenschule für Multimediale Autorschaft (HALESMA).

 

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.