Dokumentarfilme und Bücher

Zur Vertiefung finden Sie hier eine Auswahl von Filmen und Büchern zum Prager Frühling.

Dokumentarfilme

Dokumentarfilm: Brasch – Das Wünschen und das Fürchten

Ein Film von Christoph Rüter, 2011, 92 Min.

Weil Thomas Brasch 1968 gegen den Einmarsch des Warschauer Paktes in Prag Flugblätter verteilte, wurde er inhaftiert – unter maßgeblicher Beteiligung seines Vaters, der damals stellvertretender Kulturminister der DDR war. Fortan lebte er nicht nur mit dem Staat im Konflikt, sondern auch mit der Elterngeneration, die im Sozialismus einen Weg aus der faschistischen Vergangenheit Deutschlands finden wollte.

Dokumentarfilm: Brasch – Das Wünschen und das Fürchten

Dokumentarfilm: Der Prager Frühling – Panzer in Prag

Inmitten der Wirtschaftskrise dachten Politiker darüber nach, autonome Gewerkschaften zuzulassen und die Planwirtschaft durch eine sozialistische Marktwirtschaft zu ersetzen. Doch dann kam alles anders. Am 21. August 1968 rollten sowjetische Panzer durch Prags Straßen und eine halbe Million Soldaten besetzten binnen weniger Stunden alle strategischen Stellen des Landes. Der Film zeigt altes, geheimes Archivmaterial, das 35 Jahre lang nicht zugänglich war. Russische und tschechische Ex-Diplomaten und hochrangige Politiker der kommunistischen Parteien erinnern sich an diese turbulente Zeit und liefern Hintergrundinformationen.

Dokumentarfilm: Der Prager Frühling – Panzer in Prag, Verleih über MPLC GmbH, 2009, 44 Min., für Schüler/innen ab Klassenstufe 9

Dokumentarfilm: Ende des Frühlings – Prag 1968

Ein Film von Renate Schmidtkunz, 2008, 45 Min.

In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 besetzten Truppen des Warschauer Paktes Prag. Das war das Ende des Prager Frühlings, der Hoffnung, dem Kommunismus ein „menschliches Antlitz“ zu verleihen. Der ORF übernahm sowohl während des Prager Frühlings als auch bei dessen Niederschlagung die Rolle eines „Fensters in die Welt“ und Übermittlers von Nachrichten: Zeitzeugen, darunter Gerd Bacher, damaliger ORF-Generalintendant, Hugo Portisch, Helmut Zilk sowie zwei Wortführer des Prager Frühlings, Pavel Kohout und Jiri Grusa, erinnern sich an diese Zeit.

Dokumentarfilm: Ende des Frühlings – Prag 1968

Bücher

Broschüre: 1968 in Osteuropa. Hoffnungen und Enttäuschungen

Angesichts des 50. Jahrestages des Prager Frühlings und seiner Niederschlagung skizziert der Autor in der Broschüre überblicksartig und kenntnisreich die Ereignisse des Jahres 1968 und ihre Folgen in der Tschechoslowakei und in ganz Ostmitteleuropa in ihrer Komplexität und im Kontext der internationalen Beziehungen.

György Dalos: 1968 in Osteuropa. Hoffnungen und Enttäuschungen hg. v. der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Erfurt 2018.

Zeitschrift: Gerbergasse 18: „1968“

Die Ausgabe der Zeitschrift „Gerbergasse 18“ richtet den Blick auf das facettenreiche Epochenjahr 1968. Im Mittelpunkt des Jahres stand für viele Zeitzeugen der Prager Frühling. Doch der gesellschaftliche Aufbruch ohne Zensur und Repression dauerte nur wenige Monate, bevor am 21. August sowjetische Panzer alle Hoffnungen niederschlugen. Mit Interviews, Zeitzeugenberichten und Analysen wird an diese Ereignisse erinnert. Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Ausgabe 1/2018, Geschichtswerkstatt Jena e.V., gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Zeitschrift: Panzer gegen Hoffnungen. Der „Prager Frühling“

Das Online-Magazin „Lernen aus der Geschichte“ greift in dieser Ausgabe die Ereignisse des Prager Frühlings auf. In den Beiträgen geht es beispielsweise um die Reformen des Prager Frühlings und ihren Erinnerungsort in der Geschichte Osteuropas und um den Umgang der DDR mit den Ereignissen in der CSSR. Auch Rezensionen zu neuen Publikationen sind enthalten.
Das Magazin richtet sich an MultiplikatorInnen der historisch-politischen Bildungsarbeit im schulischen und außerschulischen Kontext. Gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Ausgabe 3/18, Lernen aus der Geschichte (LaG), gefördert von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Buch: Prager Frühling: Das internationale Krisenjahr 1968

In dem großangelegten internationalen Forschungsprojekt wird die Geschichte der Niederschlagung des Prager Frühlings und seiner internationalen Konsequenzen nachgezeichnet. Die zweibändige Publikation enthält Beiträge zur Forschung und vielfältige Dokumente zum damaligen politischen Geschehen, beispielsweise die wichtigsten Beschlüsse des Politbüros ZK der KPdSU und sonstige Entscheidungen der sowjetischen Staatsspitze bzw. der Warschauer-Pakt-Staaten.

Stefan Karner, Natalja Georgievna Tomilina, Alexander Tschubarjan, Günter Bischof, Viktor Vladimirovich Ishchenko, Michail J. Prozumenscikov, Peter Ruggenthaler, Oldrich Tuma und Manfred Wilke: Prager Frühling – Das internationale Kriesenjahr 1968, Wien 2008.

Buch: Der Prager Frühling 1968

Zwischen den Aufständen 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn, 1980 in Polen und dem Prager Frühling 1968 gibt es Unterschiede. So verlief in der Tschechoslowakei die Konfliktlinie nicht zwischen kommunistischer Staatspartei und dem Volk, sondern zwischen den Invasoren auf der einen Seite und der reformwilligen kommunistischen Partei und der diese Bestrebungen tragenden Bevölkerung auf der anderen Seite.
Das Buch von Reinhard Veser stellt diese Besonderheit der tschechoslowakischen innerkommunistischen Reformbewegung heraus. Für seine Darstellung greift der Autor bis in die Zeit der versäumten Entstalinisierung in der CSSR zurück. Die Entmachtung des stalinistischen Staatspräsidenten Novotny war der Beginn für das Erstarken der Reformkräfte in der kommunistischen Partei. Die Beschreibung der Veränderungen in Partei und Gesellschaft zwischen Januar und August 1968 nimmt einen breiten Raum in der Broschüre ein.

Reinhard Veser: Der Prager Frühling 1968, hg. v. der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, Erfurt 2007.

Buch "Der Prager Frühling 1968" kostenlos herunterladen

Buch: Der Prager Frühling. Aufbruch in eine neue Welt

Der Osteuropahistoriker Martin Schulze Wessel veranschaulicht die Prager Reformbewegung um Alexander Dubcek als Versuch, die Annäherung zwischen sowjetischem System und westlicher Gesellschaftsform in der Mitte Europas zu realisieren. (Dubcek und die Reformkommunisten | Deutschlandfunk, 4.1.2018)

Martin Schulze Wessel: Der Prager Frühling. Aufbruch in eine neue Welt, 2018.

Buch: Der Prager Frühling und der Westen

In der Nacht des 20. August 1968 erschütterte die Nachricht vom Truppeneinmarsch in Prag die Weltöffentlichkeit. Die Regierungen des Westens protestierten gegen den völkerrechtswidrigen Akt. Man fürchtete ein Übergreifen der Krise. Westdeutschland wurde beschuldigt, die Intervention provoziert zu haben. Ein Vorwurf, den der französische Präsident de Gaulle antizipierte und so die gemeinsame Ostpolitik infrage stellte.
Birgit Hofmann untersucht in ihrem Buch die Rolle des Westens während des Prager Frühlings erstmals umfassend und multiperspektivisch. Am Beispiel Frankreichs und der Bundesrepublik zeigt sie, wie interne Spannungen eine gemeinsame Position gegenüber der UdSSR verhinderten. Die Passivität des Westens trug so dazu bei, die Blockspaltung bis zum Ende des Kommunismus zu zementieren. Mit diesem Fokus wirft die Autorin auch ein Schlaglicht auf den Umgang von Demokratien mit Diktaturen und beweist, dass die Grundfragen des Kalten Kriegs noch immer höchst gegenwärtig sind.

Birgit Hofmann: Der Prager Frühling und der Westen – Frankreich und die Bundesrepublik in der internationalen Krise um die Tschechoslowakei 1968, Göttingen 2015.

Buch: Der Prager Frühling und die deutsche Presse

Die Intervention in der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 beherrschte für einige Wochen die aktuelle Berichterstattung in Deutschland. Zuvor hatte schon der Beginn des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ großes Interesse in der westdeutschen Medienlandschaft hervorgerufen.

Die Autorin Kathrin Heuking untersucht diesbezüglich ausgewählte Leitmedien der westdeutschen und der DDR-Presse und stellt anhand eines diskursorientierten Ansatzes heraus, welche Themen die deutsche Berichterstattung über die Geschehnisse in der CSSR beherrschten. Darüber hinaus beschäftigt sie sich in ihrem Buch mit der Frage, welche Meinungen und welches Weltbild die untersuchten Medienvertraten, welches Bild von der Wirklichkeit konstruiert und schließlich, welche Bedeutung den Ereignissen einerseits für die Bundesrepublik und andererseits für die DDR beigemessen wurde.

Kathrin Heuking: Der Prager Frühling und die deutsche Presse. Der tschechoslowakische Reformkommunismus und sein gewaltsames Ende in der Berichterstattung deutscher Printmedien, VDM Verlag Dr. Müller 2008.

Roman: Aus dem Tagebuch eines Konterrevolutionärs

Pavel Kohout wurde 1928 in Prag geboren. 1946 trat er in die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei ein, 1969 wurde er aus derselben ausgeschlossen. Gemeinsam mit Václav Havel verfasste er 1977 das Gründungsdokument der Bürgerbewegung „Charta 77“. Für seine Teilnahme an dieser Bürgerinitiative verwies man ihn 1977 mit seiner Frau Jelena Mašínová seiner Wohnung in Prag, 1979 wurde er gegen seinen Willen nach Österreich abgeschoben und ihm die tschechische Staatsbürgerschaft aberkannt. Im folgenden Jahr erhielt er die österreichische Staatsbürgerschaft, im Jahr 1990 bekam er die alte zurück.

In seinem Buch führen drei Erzählstränge in Tagebuchform die Leser durch die Ereignisse der Tschechoslowakei in den Jahren 1945 und 1968/69. Kohouts Geschichte schlägt einen Bogen von der Befreiung des Landes durch sowjetische Truppen bis zu dessen Besetzung durch den nominell „sozialistischen Bruderstaat“.

Pavel Kohout: Aus dem Tagebuch eines Konterrevolutionärs, Luzern und Frankfurt/Main 1969.

Buch: Polen und der Prager Frühling 1968

Wie reagierte die polnische Gesellschaft auf den Prager Frühling und dessen militärische Niederschlagung durch den Warschauer Pakt im Jahre 1968? Wie verbreitet waren Widerstand oder Konformität? Das Buch schildert Kontext, Vorgeschichte und Nachspiel, die Reaktionen der polnischen Gesellschaft auf den Prager Frühling und dessen militärische Niederschlagung. Darüber hinaus geht es auf das Vorgehen der Parteiführung und die Stimmung an der Parteibasis ein, berichtet von den Reaktionen in Kirche, Klerus und katholischen Organisationen.

Daniel Limberger, Polen und der Prager Frühling. Reaktionen in Gesellschaft, Partei und Kirche, 2011.

Buch: Der Panzer zielte auf Kafka

Am 20. August 1968 reiste Heinrich Böll auf Einladung des tschechoslowakischen Schriftstellerverbands nach Prag. Vier Tage verbrachte er mit seiner Frau und seinem Sohn in der Stadt, in der die Träume von einem „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ brutal zerschlagen wurden. Der Widerstand der Prager durch alle Bevölkerungsschichten hindurch beeindruckte ihn zutiefst. Böll tat das ihm Mögliche, seine Solidarität auszudrücken, sprach im Radio, schilderte für lokale Zeitungen seine Beobachtungen der Ereignisse. Als er wieder abreiste, versprach er den tschechischen Schriftstellerkollegen, so viel und oft wie möglich über das, was er gesehen hatte, zu berichten und darüber zu schreiben – die Ergebnisse seines Engagements versammelt dieses Buch.

Neben den seinerzeit abgedruckten oder gesendeten Interviews und essayistischen Stellungnahmen umfasst der Band umfangreiche bislang unveröffentlichte Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Notizen des Autors. Erweitert wird das Material durch Fotografien René Bölls sowie Erinnerungsstücke aus den bewegten Prager Tagen.

Heinrich Böll: Der Panzer zielte auf Kafka. Heinrich Böll und der Prager Frühling, Kiepenheuer & Witsch eBook, erscheint im Juni 2018.

Buch: Mauer, Jeans und Prager Frühling

„Nach dem Bau der Mauer saßen wir in der Falle, ein ganzes Land hatte Stubenarrest.“ – Der Kabarettist Bernd-Lutz Lange erzählt vom DDR-Alltag in den 1960er Jahren: von Butternummern, geschmuggelten Westschallplatten und gescheiterten Hoffnungen.

Bernd-Lutz Langem: Mauer, Jeans und Prager Frühling, Berlin 2006.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.