Filme und Bücher

Zur Vertiefung finden Sie hier eine Auswahl von Filmen und Büchern zum Thema Kirche in der SED-Diktatur.

DVD: Zeitreisen. Deutsch – Deutscher Alltag

erschienen 2014 im Pentalpha Verlag für Kunst und Medien und realisiert in Zusammenarbeit mit der Hochschule Wismar.

In der Dokumentation „Deutsch-deutscher Alltag“ aus der Reihe „Zeitreisen“ werden Beiträge zum deutsch-deutschen Alltag in der Zeit von 1949 bis 1990 präsentiert. Die zehn jeweils siebenminütigen Filme beinhalten unterschiedliche Themen und Ereignisse der deutsch-deutschen Teilung, wie z.B. die Zusammenarbeit der Kirchen, Städtepartnerschaften, Häftlingsfreikauf sowie den Zugverkehr zwischen Ost und West. In den Filmen wird jeweils eine persönliche Lebensgeschichte in den Mittelpunkt gestellt und mit dem politischen-historischen Kontext verknüpft.
Das didaktische Material kann auch unter
www.geschichte-doku.de eingesehen werden und ist sehr umfangreich und vielseitig.

DVD: Zeitreisen 2 – Die DDR im Unterricht

herausgegeben 2010 von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die DVD beinhaltet elf Kurzdokumentationen (jeweils etwa 6min), die sich mit dem Leben Jugendlicher aus dem Norden in der DDR befassen. Mit dieser Reise in die Vergangenheit geben elf Menschen einen intimen Einblick in ihr Alltagsleben in der DDR und berichten von persönlich erlebtem Unrecht, gefordertem Mut, von versteckten Nischen und individuellem Glück. So erzählt Christiane Hagenah beispielsweise von der Unmöglichkeit eines Medizinstudiums trotz Bestnoten, weil sie aus einer Pastorenfamilie stammte.
11 Kurzdokumentationen; Broschüre mit Zusatz- und Hintergrundinformationen.

DVD: Im Namen des Herrn – Kirche, Pop und Sozialismus

herausgegeben 2013 von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Kirche war in der DDR zwar verfassungsrechtlich geschützt, doch war sie den ständigen Schikanen der Staatsführung ausgesetzt. Sie galt als zentraler Rückzugsort für Systemkritiker und Jugendliche, die den andauernden Reglementierungen der SED-Diktatur entfliehen wollten. Der Film beleuchtet die Sicht der Kirche, z.B. durch den Prediger Theo Lehmann und die Sicht der Künstler, wie Stephan Krawzyk oder Bettina Wegner. Für den SED-Staat waren diese Proteste nicht hinnehmbar und deshalb wurden Mitarbeiter der Staatssicherheit in die Kirchen eingeschleust, um der Bewegung ein Ende zu setzten. Die DVD enthält zusätzlich zur Dokumentation didaktisches Arbeitsmaterial für den Schulunterricht

DVD: Feindbilder. Die Fotos und Videos der Stasi

herausgegeben 2006 von der Bundeszentrale für politische Bildung.

Die DVD "Feindbilder" widmet sich in 13 Kapiteln dem Medium Bild der Staatssicherheit. Seit dem Jahre 1950 überwachte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) systematisch die Bevölkerung der DDR. Vor allem Regimegegner und potentielle Fluchtwillige aus der DDR sollten nicht nur bespitzelt, sondern auch ausgeschaltet werden. In den heutigen Archiven der Staatssicherheit lassen sich neben den 180 Kilometern Stasi-Akten mehr als eine Million Fotos und Negative sowie 5000 Filme und Videobänder finden. Diese Quellen bieten einen Einblick in die Arbeitsweise des totalitären Überwachungsinstruments MfS. Ein Themenschwerpunkt der DVD beschäftigt sich mit dem Heranwachsen einer neuen Opposition. Das bezieht sich insbesondere auf die Szene in Kunst, Kultur und Kirchen. Letztere boten Freiräume, in denen sich insbesondere Jugendliche unabhängig von Staat und Ideologie bewegen konnten - hier gedieh der Nährboden für die Umwelt- und Friedensbewegung in der DDR. Die DVD enthält als Kopiervorlage zum Einsatz im Unterricht Arbeitsblätter.

DVD: Tod im Stasiknast

herausgegeben 2006 von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Der 1957 geborene Matthias Domaschk engagierte sich zunächst ab 1972 in der Jungen Gemeinde Jena. Dort bildeten die Jugendlichen Lesekreise, bei denen Dissidenten ihre Texte vortrugen. Domaschk war Teil einer unangepassten Jugendszene, die von der DDR als staatsfeindlich betrachtet, beobachtet und verfolgt wurde. Er wurde mehrmals verhaftet und u.a. in der MfS-Haftanstalt Gera inhaftiert. Für den Unterricht wurden für die DVD Unterrichtsmodule, Module für Projekttage und Arbeitsblätter konzipiert und auf der DVD veröffentlicht. Sie ermöglichen Unterrichtseinheiten zu den Themen Jugendkultur, MfS, Kirche, Jugendopposition, aber auch zur juristischen Aufarbeitung des Falls. Die DVD kann über die Bundesstiftung Aufarbeitung bezogen werden.

DVD: Der King Code

Herausgegeben 2015 von der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Der amerikanische Bürgerrechtler und Baptistenprediger Dr. Martin Luther King fuhr am 13. September 1964 durch den »Eisernen Vorhang« nach Ost-Berlin. Er predigte in der Marienkirche am Alexanderplatz und in der nahe gelegenen Sophienkirche und machte den Menschen in der DDR Mut: „Hier sind auf beiden Seiten der Mauer Gottes Kinder. Und keine durch Menschenhand gemachte Grenze kann diese Tatsache auslöschen.“ Die Dokumentation von Andreas Kuno Richter dokumentiert das Projekt „Der King Code“, für das Schülerinnen und Schüler nach Fakten, Dokumenten und Zeitzeugen zum Besuch des Bürgerrechtlers suchten.

DVD: Unter Männern

Produziert 2012 von der Hoferichter & Jacobs GmbH zusammen mit MDR Fernsehen und der Salzgeber & Co. Medien GmbH.

In den 1970er Jahre der Bundesrepublik waren es unter anderem die Kirche und ihre christlichen Anhänger/innen, die von politisch bewegten Schwulen und Lesben kritisiert wurden. In der DDR waren es demgegenüber gerade die Kirchen, in welchen Schwule, Lesben und Frauengruppen Zuflucht für ihr Engagement fanden. Der Film „Unter Männern“ von Ringo Rösener und Markus Stein bietet einen Einblick in die Lebenswelt schwuler Männer in der DDR und untersucht den Zusammenhang von Schwulenpolitik und Kirche. Die Verbindung des Films mit der textlichen Zusammenfassung eignet sich zur Einbettung in den Schulunterricht, da sie unterschiedliche Zugänge zur Verhandlung von Geschlecht und Sexualität in der DDR bieten.

Buch: Kirchen in der DDR

Die Kirchen waren die einzigen gesellschaftlichen Massenorganisationen in der DDR, die niemals voll in das Regime der SED-Diktatur integriert werden konnten und zäh ihre Selbständigkeit behaupteten. Unter dem "Schutzdach der Kirchen" formierten sich wesentliche Teile der Opposition, die im Herbst 1989 entscheidend zum Sturz der SED-Diktatur beitrugen. Der Autor Peter Maser setzt sich in 13 Kapiteln mit den Umständen kirchlichen Lebens auseinander und rekonstruiert den Weg von der kirchlichen Friedensarbeit zur politischen Opposition.

Peter Maser: Kirchen in der DDR. Niemals voll in das Regime integriert, Erfurt 2013.

Graphic Novel: Grenzfall

Anhand des Beispiels von Peter Grimm zeichnet der Band die Vorgeschichte des Mauerfalls nach: von der Beerdigung des Regimekritikers Robert Havemann bis zur Erstürmung der Umweltbibliothek in der Zionskirche im Herbst 1987, mit der die Stasi kritische Stimmen wie die Zeitschrift "Grenzfall" zum Schweigen bringen wollte. Anhand der Geschichte Peter Grimms begeben sich die Autor/innen auf einen Streifzug durch die Geschichte der verschiedenen oppositionellen Friedensgruppen, die sich unter dem Schutz der Kirche formierten, um gemeinsam für Reformen und gegen das Regime zu kämpfen.

Susanne Buddenberg, Thomas Henseler: Grenzfall, Berlin 2011.

Graphic Novel: Kinderland

Comic-Autor Mawil erzählt in dem Band von Freundschaft, Mut und Vertrauen, einer Kindheit zwischen Jungen Pionieren und Kirche, von "verschwundenen" Vätern und heimlich belauschtem Getuschel über Republikfluchten und einem Tischtennisturnier am Vorabend der Wende.

Mawil: Kinderland, Berlin 2014.

Buch: Vom Gebet zur Demo

Die Friedliche Revolution fand zunächst unter dem "Schutzdach der Kirche" statt. Vom Montagsgebet in der Leipziger Nikolaikirche ging es zur Montagsdemo. Was bewegte Nichtchristen dazu, den Gebetsaufrufen der Kirchen zu folgen? Prominente Zeitzeugen antworten auf diese und andere Fragen in persönlichen Erinnerungen an die große Sternstunde der neueren deutschen Geschichte, die ohne das Engagement evangelischer Christen in beiden Teilen Deutschlands so nicht denkbar gewesen wäre.

Arnd Brummer (Hg.): Vom Gebet zur Demo. 1989 - Die Friedliche Revolution begann in den Kirchen, Frankfurt am Main 2009.

Buch: Zwischen Haß und Hoffnung

Die Kirchengemeinden in der DDR mussten oftmals kreativ werden und ihre Sonderstellung nutzen, um den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger/innen nachzukommen und oppositionellen Gruppierungen Freiräume und strukturelle Unterstützung zu bieten. So fanden in den 80er Jahren regelmäßig so genannte Blues-Messen in verschiedenen Ost-Berliner Kirchengemeinden statt, die Hunderte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, von denen eine Vielzahl bis dato in keiner Verbindung zu Kirche und Glauben gestanden hatte, dazu brachten, einen Gottesdienst zu besuchen. Auf einer ergänzenden CD finden sich sowohl einige Interviews mit verschiedenen Zeitzeugen, als auch erhaltene Tonbandaufnahmen der Blues-Messe am 29. Februar 1980 und zahlreiche Fotografien.

Dirk Moldt: Zwischen Haß und Hoffnung. Die Blues-Messen 1979 - 1986, Berlin 2008.

Buch: mOAning star, eine Ostberliner Untergrundpublikation

Der "mOAning star" war die Zeitschrift der evangelischen "Offenen Arbeit" und der Kirche von Unten in Berlin. Sie erschien in den letzten vier Jahren der DDR und wurde von Jugendlichen produziert, die sich dem Gleichschritt der FDJ entzogen hatten. Zwanzig Jahre nach der ersten Ausgabe erschien in der Schriftenreihe des Robert-Havemann-Archivs ein vollständiger Nachdruck, ergänzt durch ausführliche Erläuterungen zum Entstehungskontext.

Dirk Moldt (Hg.): mOAning star, eine Ostberliner Untergrundpublikation, Berlin 2008.

Buch: Oskar Brüsewitz

Am 18. August 1976 übergoss sich der Pfarrer Oskar Brüsewitz vor der Michaeliskirche in Zeitz mit Benzin und setzte sich anschließend selbst in Brand. Auf dem Dach seines Autos hatte er ein Schild mit der Aufschrift angebracht: "Funkspruch an alle - Funkspruch an alle - Wir klagen den Kommunismus an wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen". Die Autorin Freya Klier schildert in 24 Kapiteln prägnant das Leben des mutigen Pfarrers, seinen Tod durch Selbstverbrennung und die Konsequenzen dieses "Fanals von Zeitz".

Freya Klier: Oskar Brüsewitz. Leben und Tod eines mutigen DDR-Pfarrers, Berlin 2006.

Buch: Alltagsgeschichte

In ihrem Buch „Alltagsgeschichte – Alltag, Arbeit, Politik und Kultur in SBZ und DDR“ veranschaulicht Saskia Handro zahlreiche Aspekte des Lebens in der DDR. Der Band befasst sich u.a. mit Geschlechterverhältnissen, Jugend, Kirche und Umwelt. Anhand archivarischer Quellen, die in diesem Band teilweise erstmals veröffentlicht wurden, wird ein differenzierter Blick auf den realsozialistischen Staat geworfen, der eine sinnvolle Einbettung in den Unterricht ermöglicht.

Saskia Handro: Alltagsgeschichte. Alltag, Arbeit, Politik und Kultur in SBZ und DDR, Schwalbach am Taunus 2004.

Buch: Als die Kirche dem Volk eine Stimme verlieh

Die Autorin Sina-Christin Wilks fragt nach widerständigen Positionierungen, aber auch Anpassung der Kirche gegenüber dem Staat. Ihr Schwerpunkt liegt entsprechend auf den Jahren 1980 bis 1989, da sie dort den wichtigen historischen Abschnitt der Friedensarbeit und des Widerstands innerhalb der Kirche ausmacht. Wilk fragt nach den Gründen für Konfrontationen zwischen Staat und Kirche und wie diese verhandelt wurden.

Sina-Christin Wilk: Als die Kirche dem Volk eine Stimme verlieh - Die evangelische Friedensarbeit und ihr Einfluss auf die politische Wende in der DDR, Hamburg 2012.

Buch: Das Begehren, anders zu sein

Das Buch analysiert Dissidenz in der DDR, beginnend mit den Protesten gegen den Einmarsch in Prag 1968, über die Punkbewegung in den 1980er Jahren bis hin zu rebellischen Aktivitäten von Betriebsbelegschaften im Herbst 1989. Die Autorinnen und Autoren stammen fast alle aus der DDR-Opposition und referieren in den vier Abschnitten des Bandes über unangepasstes Verhalten.

Anne Seeck (Hg.): Das Begehren, anders zu sein. Politische und kulturelle Dissidenz von 1968 bis zum Scheitern der DDR, Münster 2012.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.