Zeitzeugen für den Unterricht

Viele suchten nach einem Freiraum unter dem Dach der Kirche und schlossen sich den Gruppen an, die sich Ende der 1980er Jahre immer stärker vernetzten. Nicht wenige hatten die Konsequenzen zu tragen, wenn sie die Jugendweihe ablehnten, sich in den Jungen Gemeinden organisierten oder Theologie studierten. Oppositionelle, Regimekritiker und unangepasste Jugendliche, Pastoren und Angehörige der Kirchen werden hier kurz vorgestellt. Über ihr Porträt können sie direkt kontaktiert und für Veranstaltungen eingeladen werden. Alle Biografien können zusammen mit den Angeboten des Schwerpunkts „Kirche in der SED-Diktatur“ für die Gestaltung von Schulstunden genutzt werden.

Jahrgang 1941, Heiligenstadt: Die tiefe christliche Prägung von Hans-Gerd Adler und sein Engagement in der Jugendarbeit der Schönstattbewegung führten zu heftigen Auseinandersetzungen mit Vorgesetzten und Kaderbeauftragten. Im Herbst 1989 beteiligte er sich an Montagsdemonstrationen, Menschenketten und Friedensgebeten.

Jahrgang 1944, Bielefeld: Hartmut Bartmuß studierte Theologie in Leipzig und war für die freitäglichen Andachten in der Universitätskirche St. Pauli verantwortlich. Kurz vor der Sprengung der Kirche 1968 wurde ihm der Schlüssel zur Kirche im Dekanat der Fakultät abgenommen. Bereits zu dieser Zeit stand er unter Beobachtung der Staatssicherheit.

Jahrgang 1944, Berlin: Nach Erfahrungen in der "Offenen Jugendarbeit" studierte der Physiker ab 1976 Theologie. Als Pfarrer in Frauenstein initiierte er den Arbeitskreis Frieden/Umwelt und war ab 1984 Mitglied der sächsischen Landessynode. 1989 begann er seinen Dienst an der Ost-Berliner Gethsemanekirche. Ab 1991 überprüfte er im Überprüfungsausschuss Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter auf Stasi-Verstrickungen.

Jahrgang 1940, Dresden: Als Pfarrer in Werdau organisierte er 1989/90 mit anderen Friedensgebete, Demonstrationen, eine Kundgebung und einen Runden Tisch. 1990 ging Manfred Bauer nach Dresden, wo er bis 2001 als Pfarrer tätig war.

Jahrgang 1960, Berlin: Er wuchs bei den "Hoffnungstaler Anstalten" auf und gründete 1981 einen der ersten Ökologiekreise in der Ev. Studentengemeinde an der Elisabethkirche Berlin. Später war er Mitglied des Friedenskreises Friedrichsfelde, Mitbegründer der "Kirche von Unten" und Organisator des "Kirchentags von Unten" in Berlin. 1988 reiste er aus der DDR aus.

Jahrgang 1947, Chemnitz: Martin Böttger arbeitete in Friedens- und Menschenrechtsgruppen mit der ev. Kirche zusammen. Er leistete seinen Wehrersatzdienst bei den Bausoldaten, organisierte Friedensseminare ehemaliger Bausoldaten und wurde bei Friedensaktionen verhaftet. Er gehörte zu den Mitbegründern der Initiative für Frieden und Menschenrechte.

Jahrgang 1965, Nohra: Er war in oppositionellen Arbeitskreisen aktiv und Herausgeber von Samisdatpublikationen. Christian Dietrich organisierte in Leipzig die Demonstration am 4.9.1989 mit. Ab Oktober 1989 studierte er Theologie in Naumburg. Er war Geschäftsführer des Demokratischen Aufbruchs und Mitbegründer des "Archiv Bürgerbewegung".

Jahrgang 1943, Halle: Er hatte Kontakte zur "Offenen Jugendarbeit" und machte bei Veranstaltungen mit, die Veränderungsprozesse innerhalb der DDR befördern wollten. Ab 1985 beteiligte er sich an der Initiative für Frieden und Menschenrechte. Trotz ständiger MfS-Überwachung unterstützte er den Aufbau eines DDR-weiten oppositionellen Netzwerks und organisierte "Nachtgebete".

Jahrgang 1947, Heiligenstadt: Nach seinem Theologiestudium und der Ausbildung zum Sozialarbeiter war er Referent in der katholischen Jugendseelsorge, später Gemeindereferent. Im Oktober 1989 gestaltete er das Friedensgebet und die erste große Demonstration in Heiligenstadt mit. Er war Gründungsmitglied der "Demokratischen Initiative".

Jahrgang 1938, Joachimsthal: Der Physiker war in den 1960er Jahren Mitglied des Kirchenrates in der Bartholomäusgemeinde und ab 1977 der Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg. Er wirkte ab 1986 in verschiedenen Initiativgruppen mit und war später Sprecher von "Demokratie Jetzt". Nach 1992 war er Studienleiter der Evangelischen Akademie Mülheim an der Ruhr.

Jahrgang 1945, Zossen: Gilbert Furian durfte als Mitglied der Jungen Gemeinde nicht studieren. 1985 wurde er wegen eines mit Ost-Berliner Punks geführten Interviews zu 26 Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Die Bundesrepublik kaufte ihn frei, er entschied sich aber für den Verbleib in der DDR. 1989 war er in der Initiative Frieden und Menschenrechte aktiv.

Jahrgang 1961, Jena: Wolfgang Geffe leistete seinen Wehrersatzdienst bei den Bausoldaten in Prora und begann danach, sich in Basisgruppen zu engagieren. In seiner Wohnung traf sich der Friedenskreis der Kirchgemeinde Altenburg, ab Sommer 1989 wurden Fürbittandachten in den Altenburger Kirchen vorbereitet.

Jahrgang 1965, Berlin: Er gründete 1983 einen Friedenskreis in der Bekenntniskirche in Ost-Berlin und war 1985 Mitbegründer der Initiative Frieden und Menschenrechte. Peter Grimm war außerdem Mitherausgeber der Samisdatzeitschrift "grenzfall", die ab 1985 im Untergrund verbreitet wurde.

Jahrgang 1962, Rostock: Er befasste sich innerhalb seiner ökumenischen Kirchenarbeit mit Menschenrechts-, Minderheiten- und Ausländerfragen. Die Staatssicherheit beobachtet ihn deswegen. 1989 engagierte er sich im Neuen Forum in Weimar. Seit der Wiedervereinigung beschäftigte er sich mit Fragen der Migration und der interreligiösen Verständigung.

Jahrgang 1961, Finne: Er war Bausoldat und gründete später ein DDR-weites Netzwerk mit, das sich mit einem kritischen Umgang mit der Wehrpolitik befasste. Nach 1990 war Andreas Ilse Leiter des Zivildienstes im Bezirk Halle. Ab 1994 war er Mitglied der Synode der Ev. Kirchenprovinz Sachsen und später der Förderationssynode zur Vereinigung zweier Landeskirchen.

Jahrgang 1944, Leipzig: Sie verweigerte die Jugendweihe und durfte kein Abitur machen. Seit 1982 war sie Mitglied der AG Umweltschutz beim Jugendpfarramt Leipzig und am Konziliarischen Prozess der Kirchen der DDR von 1987 bis 1989 beteiligt. Während der Friedlichen Revolution gehörte Gisela Kallenbach zum Gründungsmitglied des Vereins "Ökolöwe".

Jahrgang 1962, Hannover: Nach ihrem Umzug nach Halle/Saale 1980 war sie aktives Mitglied der Jungen Gemeinde. Die 18-Jährige beteiligte sich am Beschluss zur ersten Friedensdekade "Schwerter zu Pflugscharen" in Dresden, war aktiv in der Basisgruppe "Sozialer Friedensdienst" und plante Friedensgebete in Halle.

Jahrgang 1960, Gera: Michael Kleim studierte Theologie an der kirchlichen Hochschule in Naumburg und engagierte sich im Friedenskreis der Studentengemeinde, später bei Menschenrechts- gruppen. Michael Kleim war Autor mehrerer Samisdat-Blätter und hatte internationale Kontakte zu Bürgerrechtsbewegungen.

Jahrgang 1962, Leipzig: Der Schüler besuchte die Junge Gemeinde. Nach einem Anwerbeversuch durch das MfS ließ Oliver Kloss den Kontakt zu den Anwerbern einschlafen. Mit anderen rief er zu einer illegalen Versammlung an der Frauenkirche zum Gedenken der Zerstörung Dresdens auf. Tausende Menschen nahmen am Forum Frieden teil.

Jahrgang 1952, Berlin: Seit der Schulzeit war Andreas Kosmalla in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert und hat Junge Gemeinden geleitet. Er machte im „kirchlichen Untergrund“ Musik und engagierte sich in der kirchlichen Friedensarbeit. Als Teil des Vorstands der AG Evangelische Schülerarbeit betreute er den Ost-West-Vereinigungsprozess der kirchlichen Jugendarbeit.

Jahrgang 1950, Berlin: Harro Lucht studierte Theologie und war als Pfarrer der evangelischen Studentengemeinde zuerst in Greifswald und anschließend bis 1989 in Berlin-Prenzlauer Berg tätig. Die Stasi beobachtete ihn im Operativen Vorgang „Apostel“. Seit 1984 war Harro Lucht als Krankenhauspfarrer tätig.

Jahrgang 1953, Berlin: Sie studierte Theologie in Jena und engagierte sich in der Jungen Gemeinde. Die 23-Jährige wurde nach einer Unterschriftensammlung gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann am 18. November 1976 vorübergehend festgenommen und später exmatrikuliert. Ein Jahr später wurde Doris Liebermann ausgebürgert.

Jahrgang 1954, Freiberg: Sie gründete 1984 die Leipziger Gruppe "Frauen für den Frieden", baute Kontakte zu anderen Gruppen auf und engagierte sich bei Friedensdekaden und kirchlichen Veranstaltungen. 1991 trat Ute Leukert dem Arbeitskreis "Recht und Versöhnung" bei und arbeitete die Geschichte der Frauengruppen in der DDR auf.

Jahrgang 1965, Cammin: Als die 17-Jährige ihren Ehemann Henry kennen lernte, erfuhr sie von ihm erstmals von der Jungen Gemeinde und engagierte sich fortan. Ihr wurde daraufhin das Studium verweigert.

Jahrgang 1965, Cammin: Er trat aus der FDJ aus und verweigerte die vormilitärische Ausbildung. Ohne selbst starke religiöse Bindungen zu haben, fand Henry Leide Rückhalt in der Jungen Gemeinde. Nachdem ihm sein Personalausweis entzogen wurde, engagierte er sich in verschiedenen Oppositionsgruppen. Er arbeitet seit 1994 für die Stasi-Unterlagen-Behörde.

Jahrgang 1929, Berlin: Nach 1945 war er Kulturreferent und stellvertretender Vorsitzender der FDJ, wandte sich 1948 aber dem christlichen Glauben zu und trat aus der FDJ aus. Klaus Köller studierte Theologie und praktizierte ab 1953 als Pfarrer in Lauta-Dorf, Zehdenick und Woltersdorf. Klaus Köller war am örtlichen Runden Tisch beteiligt.

Jahrgang 1937, Leipzig: Er studierte Theologie in Göttingen und Münster und kehrte 1965 in die DDR zurück, um als Pfarrer in Marbach zu arbeiten. Thomas Küttler war Superintendent in Plauen und vermittelte bei der ersten Plauener Großdemonstration im Oktober 1989 zwischen Volkspolizei und Demonstranten. Er gehörte zu den Mitbegründern der „Gruppe der 20“ in Plauen.

Jahrgang 1951, Kloster Lehnin: Als Pfarrerskind wurde er nicht FDJ-Mitglied und bekam auch keine Jugendweihe. Andreas Kuhnert studierte Theologie und war zwischen 1970 und 1990 Vikar und Pfarrer in Berlin und Netzen sowie Mitglied im "Arche-Netzwerk für Umweltschutz und Menschenrechte".

Jahrgang 1962, Darmstadt: Sie wurde ab 1983 durch das MfS beobachtet, da sie im Rahmen der unabhängigen Friedensbewegung und der evangelischen und methodistischen Kirche aktiv war. Ingrid Miethe war in die Aktivitäten der Gethsemanekirche involviert, gründete eine Basisgruppe des Neuen Forums und war dort Anlaufpunkt für die thematische Gruppe "Bildung".

Jahrgang 1963, Berlin: Dirk Moldt engagierte sich seit 1983 in der Friedensbewegung in Berlin. 1987 gehörte er zu den Mitbegründern der "Kirche von Unten" und war verantwortlicher Herausgeber ihrer Zeitung.

Jahrgang 1959, Döbern: Er verweigerte die Mitgliedschaft in der FDJ sowie die Jugendweihe und studierte Theologie. Michael Moogk war Mitglied im Ökumenischen Friedenskreis der Region Forst und 1988 Mitinitiator der innerhalb des Kreises gegründeten Gruppe "Aufbruch". Als Pfarrer kritisierte er die Haltung der evangelischen Kirchenleitung gegenüber Oppositionellen.

Jahrgang 1954, Leipzig: Sie wurde am Theologischen Seminar in Leipzig zur Katechetin ausgebildet und arbeitete als Gemeindehelferin in evangelischen Kirchengemeinden in Leipzig. Seit 1982 war Brigitte Moritz in der Bürgerrechtsbewegung aktiv, gehörte der Arbeitsgruppe "Friedensdienst" an und gab ein Infoblatt der Leipziger Gruppen heraus.

Jahrgang 1962, Leipzig: Er engagierte sich frühzeitig in der Kirche und begann 1984 eine Ausbildung zum Diakon. 1987 ging er nach Berlin, wo er bald Kontakt zum Weißenseer Friedenskreis fand. Frank Pfeifer organisierte Demonstrationen gegen den DDR-Wahlbetrug und wurde mehrfach vom MfS verhaftet.

Jahrgang 1952, Halle: Seit 1977 war Lothar Rochau Jugendiakon in Halle-Neustadt. Er führte eine über vierzig Anhänger große Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppe an. Die Kirchenleitung distanzierte sich zunehmend von ihm und seiner Arbeit. 1983 wurde Lothar Rochau gekündigt, wenige Monate später wurde er verhaftet und kurz darauf ausgebürgert.

Jahrgang 1973, Bonn: Thomas Rohark wuchs in Bautzen auf. Er engagierte sich in der Jungen Gemeinde, verweigerte die Jugendweihe und den Wehrdienst. Aus diesem Grund wurde Thomas Rohark nicht zum Abitur zugelassen.

Jahrgang 1940, Ludwigslust: Er studierte Theologie und wurde 1966 zum Pastor ordiniert. Er organisierte in Ludwigslust Friedensgebete und moderierte den dortigen Runden Tisch. Wilfried Romberg war unter anderem Mitglied in der Bundessynode und der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche.

Jahrgang 1953, Berlin: Er war Mitglied der "Offenen Jugendarbeit" der Jungen Gemeinde in Jena und bis 1979 bei den Bausoldaten. Danach vernetzte Peter Rösch gemeinsam mit Lothar Rochau oppositionelle Gruppen in der DDR. Nach 1989 war er Gründungsmitglied des Bürgerkomitees 15. Januar zur Auflösung des MfS und verantwortlicher Redakteur für deren Zeitschrift "Horch und Guck".

Jahrgang 1954, Berlin: Er studierte Theologie am Katechetischen Oberseminar Naumburg, arbeitete ab 1981 in verschiedenen überregionalen Friedensinitiativen mit und war Mitbegründer des oppositionellen Netzwerkes Arbeitskreis Solidarische Kirche.

Jahrgang 1963, Berlin: Mario Schatta war seit 1983 in der Diakon-Ausbildung und hat mit friedensbewegten Diakonschülern den Friedenskreis Weißensee gegründet. Dieser deckte bei den Kommunalwahlen im Mai 1989 die Wahlfälschung auf.

Jahrgang 1937, Rostock: Er war Pfarrer in mehreren Gemeinden. Arvid Schnauer war Ortsorganisator des Kirchentags in Rostock, während der Friedlichen Revolution gestaltete er Friedensgebete und Fürbittandachten mit. Seit November 1989 war er kirchlicher Vertreter im Rostocker Gerechtigkeitsausschuss und später sein Vorsitzender.

Jahrgang 1950, Mainz: An der Humboldt-Universität in Ost-Berlin war sie Sprecherin der katholischen Studentengemeinde. Neben ihrem anschließenden Lehrberuf engagierte Hannelore Schneider sich in der ökumenischen Umweltgruppe in Cottbus, die 1989 bei den Kommunalwahlen den Wahlbetrug aufdeckte. Daraufhin wurde sie drei Tage später ausgewiesen.

Jahrgang 1944, Wusterhausen/Dosse: Er studierte Theologie in Ost-Berlin und war ab Dezember 1989 Pfarrer der Gemeinde Wusterhausen, Leiter des Runden Tisches des Kreises Kyritz sowie Mitbegründer und Leiter des Runden Tisches der Stadt Wusterhausen.

Jahrgang 1943, Leipzig: Er war als Pfarrer in der Uckermark und in Leipzig tätig. Bei der Leipziger Demonstration am 9. Oktober 1989 wurden vom Turm seiner Kirche heimliche Filmaufnahmen gemacht und einen Tag später im Westfernsehen gesendet. Ab Januar 1990 war Hans-Jürgen Sievers einer der Moderatoren des Runden Tisches in Leipzig.

Jahrgang 1950, Teuchern: Nach einem Theologie- und Pädagogikstudium engagierte er sich gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann und war 1984 Initiator und Mitbegründer der "Solidarischen Kirche" in der DDR. Nach seinem Studium war Lothar Tautz bis 1990 Pfarrer in der Gemeinde Weißenfels und Geschäftsführer des Evangelischen Kirchentages.

Jahrgang 1948, Berlin: Er war zunächst IM, enttarnte sich 1975 jedoch selbst. In den 1980er Jahren engagierte Wolfgang Templin sich in verschiedenen unabhängigen Friedens- und Menschenrechtsgruppen und war Mitbegründer der Initiative für Frieden und Menschenrechte sowie Mitherausgeber der Samisdatzeitschrift "grenzfall".

Jahrgang 1965, Leipzig: Seine Eltern waren unpolitisch und versuchten sich unauffällig zu verhalten. Jörg Tretschok demonstrierte seine Rebellion vor allem durch sein Mitwirken in der kirchlichen Jugendarbeit. Von 1988 bis 1990 absolvierte er eine Diakonieausbildung in der Stephanusstiftung in Berlin-Weißensee.

Jahrgang 1949, Leipzig: Rolf-Michael Turek ließ sich konfirmieren und war Teil der Jungen Gemeinde. Ab 1989 engagierte sich der Pfarrer im Neuen Forum sowie im Bürgerkomitee Leipzig. Dort beteiligte Rolf-Michael Turek sich während der Kommunalwahlen an der Kontrolle der Wahllokale und half bei der Sicherung der Leipziger Stasi-Akten mit.

Jahrgang 1959, Berlin: Er wurde von der Stasi wegen "Rowdytums" inhaftiert. Nach seiner Haftentlassung suchte Rolf Walter den Kontakt zu kirchlichen Umwelt- und Friedensgruppen. Er war an einem Samisdat beteiligt und Fotograf in der Oppositionsszene. 1987 und 1988 organisierte er mit anderen den Kirchentag von Unten und gründete die Kirche von Unten.

Jahrgang 1954, Berlin: Als jüngster westlicher Reisekorrespondent schrieb Peter Wensierski seit 1979 für den Evangelischen Pressedienst, den "Spiegel" und viele andere Zeitungen. Er war fünf Jahre lang täglich im Osten in der Zentrale des ev. Kirchenbundes und in der Jugendszene unterwegs. Dabei entstanden zahlreiche Bücher, Radiosendungen und Dokumentarfilme.

Jahrgang 1966, Berlin: Mit vierzehn Jahren engagierte Torsten Wienholz sich bei den "Siebenten-Tags-Adventisten" in Chemnitz. 1984 bekam er Zugang zum theologischen Seminar der Adventisten. Ab 1986 war er ehrenamtlicher Mitarbeiter der "Offenen Jugendarbeit" der evangelischen Kirche. Dadurch bekam er Kontakt zur oppositionellen Szene.

Jahrgang 1965, Berlin: Er engagierte sich in der Jungen Gemeinde Jena-Lobeda und hielt Vorträge über Wehrdienstverweigerung, Rockmusik und Literatur. Da die Staatssicherheit die Junge Gemeinde unter einem Vorwand geschlossen hatte, besetzte Jörg Zickler 1983 mit mehreren Aussteigern ein Haus in Jena. 1987 bereitete er den "Kirchentag von Unten" in Berlin mit vor.

Jahrgang 1962, Winsen: Evelyn Zupke trat 1987 in Kontakt mit dem "Weißenseer Friedenskreis". Zusammen mit Mario Schatta war sie 1989 an der Organisation und Durchführung des Nachweises der Wahlfälschung der Kommunalwahl beteiligt. 1989/1990 arbeitete sie am Runden Tisch mit und half bei der Organisation der Mahnwache in der Gethsemanekirche.

Zeitzeugenberichte

Hans-Jochen Tschiche (Video)

In einem Vortrag im Ratsgymnasium Minden (NRW) sprach Hans-Jochen Tschiche über Formen oppositionellen Verhaltens in der Öffentlichkeit der DD, Demonstrationen in Magdeburg und den sozialistischen Alltag. Das Interview wurde im Rahmen von "Stimmen der Opposition" veröffentlicht.

Hans-Gerd Adler (Video)

Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." erzählte Hans-Gerd Adler von jugendlichem Protest und von Problemen, die sich aus seiner Verbundenheit zur Kirche und seiner kritischen Haltung zum SED-Regime ergaben.

Bernd Albani (Dokumente der Stasi)

Der Naturwissenschaftler und Pfarrer wird in einem Auszug aus seiner Stasi-Akte als "Oberschwein" seiner evangelischen Gemeinde bezeichnet, er habe Auftritte der "Feinde" Stephan Krawczyk und Freya Klier in der Kirche Frauenstein organisiert und engagierte sich für eine staatsfeindliche "Ökologiegruppe".

Manfred Bauer (Video)

Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." erzählte Manfred Bauer von seiner Zeit als Pfarrer in der DDR und den von ihm organisierten Demonstrationen in Werdau.

Martin Böttger (Video und Dokumente der Stasi)

Der Physiker gab in einer Befragung Auskunft über die christliche unabhängige Friedensbewegung und den von ihr geführten Kampf für individuelle Freiheit und freie Meinungsäußerung. Im vom DDR-Museum geführten Interview erzählt er von seiner Zulassung zum Abitur und Studium, obwohl er als Pfarrerskind mit Repressionen und Ablehnung rechnete. Er spricht auch über die Konsequenzen unangepassten Verhaltens, wie etwa den Wehrersatzdienst als Bausoldat, die für ihn das faktische Ende seiner Karriere bedeutete, da ihm Führungspositionen verwehrt wurden.

Er stellte der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur fünf Seiten seiner Stasi-Akte zur Verfügung:
Auszug Stasi-Akte I
Auszug Stasi-Akte II
Auszug Stasi-Akte III
Auszug Stasi-Akte IV
Auszug Stasi-Akte V

Christian Dietrich (Video)

Das Zeitzeugeninterview mit Christian Dietrich wurde von Schülerinnen und Schülern des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums Bayreuth geführt und im Rahmen des Projekts "Stimmen der Opposition" veröffentlicht. Christian Dietrich sprach über sein Engagement in oppositionellen Gruppierungen und die Unterstützung der Kirche sowie über Repressionen durch SED und Stasi.

Frank Eigenfeld (Video)

Frank Eigenfeld erzählte von der Ausbürgerung Wolf Biermanns, den Schutzraum, den die Kirche oppositionellen Gruppen und Jugendlichen bot und die Gründung des "Neuen Forums". Das Gespräch führten Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-von-Rantzau-Schule Hildesheim.

Eduard Fiedler (Video)

Der Sozialarbeiter war während der Friedlichen Revolution Organisator von Friedensgebeten und Demonstrationen in Heiligenstadt. In einem mit Schülerinnen und Schülern des Gregor-Mendel-Gymnasiums Amberg geführten Zeitzeugengespräch berichtete er über die Umstände der schulischen Bildung durch Kirchen, die Protestzüge in Heiligenstadt und den Fall der Mauer. Zur Illustration las er Auszüge aus seiner Stasi-Akte. Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." wurde Eduard Fiedler ebenfalls befragt.

Gilbert Furian (Video)

Gilbert Furian sprach über oppositionelles Verhalten in der Schule, die Umstände seiner Verhaftung und das "Schutzdach der Kirchen." Das Gespräch führten Schüler der Evangelischen Schule St. Marien in Neubrandenburg.

Peter Grimm (Video)

Bei einem Zeitzeugenvortrag in der Erich-Kästner-Realschule Tostedt referierte Peter Grimm über Motivation und Konsequenzen seines oppositionellen Verhaltens in der DDR sowie über die Umstände der Gründung des "Neuen Forums". Dem Projekt "Jugendopposition in der DDR" der Robert-Havemann-Gesellschaft gab er in Interviews Auskunft über seine Politisierung, die Überwachung durch die Stasi und sein Mitwirken in der Initiative Frieden und Menschenrechte.

Andreas Ilse (Bericht)

Andreas Ilse schildert im Rahmen des Projekts "Proraer Bausoldaten" in einem Bericht ausführlich den Alltag und die Entbehrungen als Bausoldat und geht auf die Umstände der Aufdeckung des Wahlbetrugs 1984 ein.

Doris Liebermann (Video)

Für die Website der Robert-Havemann-Gesellschaft "Jugendopposition in der DDR" sprach Doris Liebermann in Interviews über den Einfluss der Kirche auf ihr Leben, ihr Engagement in der Jungen Gemeinde Jena, ihre Inhaftierung und die Ausreise in die Bundesrepublik.

Dirk Moldt (Video)

Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." schilderte Dirk Moldt die konstante Überwachung durch die Stasi und sein Wirken in der Opposition der DDR.

Frank Pfeifer (Video)

Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." erzählte Frank Pfeifer von seinem Grundwehrdienst, seiner Ausbildung als Diakon und seiner Arbeit in der kirchlichen Opposition.

Lothar Rochau (Video)

Lothar Rochau berichtete von Inhaftierung, der Kündigung seiner Anstellung als Diakon durch die Kirche und Schikanen der Stasi. Das Zeitzeugengespräch fand in der Ricarda-Huch-Schule Braunschweig statt, die Schüler erfuhren von seiner Abschiebung in den Westen und seiner politisch motivierten Rückkehr in die DDR 1989. Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." wurde Lothar Rochau ebenfalls befragt.

Mario Schatta und Evelyn Zupke (Tonaufzeichnung)

Im Zeitzeugencafé der Gedenkstätte Berliner Mauer berichten Mario Schatta und Evelyn Zupke von Aktionen des Weißenseer Griedenskreises und die Aufdeckung der Wahlfälschung der Kommunalwahl 1989.

Hannelore Schneider (Video)

Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." schilderte die Lehrerin Hannelore Schneider die Methoden der Stasi und die Umstände der schulischen Erziehung in der DDR.

Wolfgang Templin (Videos)

Das Onlineportal friedlicherevolution.de interviewte Wolfgang Templin, in einem Video sprach er über Dissidententum, Oppositionelle und Konsequenzen unangepassten Handelns, in einem weiteren Video über die Motivation und Ziele der Initiative Frieden und Menschenrechte. Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." wurde Wolfgang Templin ebenfalls befragt.

Rolf Walter (Video)

Für das Projekt "Gedächtnis der Nation" des Vereins "Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation e.V." schilderte Rolf Walter die Umstände seiner Inhaftierung und seine Arbeit in der kirchlichen Opposition.

Evelyn Zupke (Videos)

Evelyn Zupke schilderte im Rahmen eines Zeitzeugengesprächs für das Projekt "Stimmen der Opposition", wie ihr das Abitur aufgrund unangepassten Verhaltens verwehrt wurde und sie Schikanen der Stasi erfuhr. Sie war 1989 mit Mario Schatta am Nachweis der Wahlfälschung in Weißensee beteiligt und wurde vom MfS überwacht.

Harro Lucht (Radiointerview)

"So habe ich es erlebt. Aus einem Christenleben in der DDR. Pfarrer Harro Lucht erzählt", Radiointerview mit Harro Lucht, Sender Horeb, ausgestrahlt am 9.11.2014.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.