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04.09.2017 | 12:49 Uhr

Begrüßungsgeld - Ausstellung über Flüchten und Ankommen in Jena, 15.-24.9.2017

Im Herbst 1989 lagen sich Ost und West in den Armen. Aber was passierte eigentlich vor "dem schönen Ende der Friedlichen Revolution"? Die Ausstellung erinnert an das Flüchten und Ankommen in der Bundesrepublik und spannt einen Bogen zur aktuellen Situation der Geflüchteten aus Syrien und Afrika.

Begrüßungsgeld - Ausstellung über Flüchten und Ankommen. Im Container.

Jena - am Johannistor, 15.-24. September
täglich 12-18 Uhr / Fr.+Sa. bis 22 Uhr / Eintritt frei

Von außen betrachtet erinnert der sechs Meter lange, blaue Container mit seiner angebrachten Schalterattrappe an eine Auszahlungsstelle für "Begrüßungsgeld" aus dem Herbst 1989. Zahlreich standen diese eilig aufgestellten Stahlboxen damals in westdeutschen Fußgängerzonen, um nach der Grenzöffnung dem Andrang gerecht zu werden: Jeder DDR-Bürger erhielt hundert Mark und in Bayern gab's noch vierzig oben drauf. Für wenige Wochen war das westdeutsche Zonenrandgebiet Partymeile und Einkaufsparadies zugleich. Ost und West lag sich in den Armen, zwischen Markenturnschuhe für 99 D-Mark und Probesitzen im gebrauchten Daimler.

Aber was war eigentlich davor los, damals in der DDR, vor dem schönen Ende der Friedlichen Revolution? Wir haben es gerne vergessen. Dabei wiederholt sich vieles. Auch bei uns.

Eine Ausstellung über "Flüchten und Ankommen" im Inneren des Container-Objektes will daran erinnern und zugleich einen Bogen aus der noch jungen Geschichte in unseren Alltag schlagen: Pressefotos über Fluchtsituationen von DDR-Bürgern aus der Zeit von 1961 bis 1989 stehen aktuelle Fotos über Fluchtsituationen von Flüchtlingen aus Syrien und Afrika gegenüber. Die Motive zeigen Fluchtwege, gescheiterte wie geglückte Fluchten, Geflüchtete in Zeltlagern, ihre Ankunft in Notaufnahmestellen. Die Motive ähneln sich bis zur Spiegelbildlichkeit.

In acht Städten war die Ausstellung bereits zu sehen*, rund 13 000 Besucher besuchten bislang den barrierefreien Container. Beginnend mit den Erinnerungen an die Auszahlung des Begrüßungsgeldes entspann sich zwischen den Dokumentarfotos schnell eine rege Diskussion über Flucht, über Ankommen, über Willkommenskultur unter den sich bislang fremden Ausstellungsbesuchern, oft über Generationen hinweg: Erinnerungen an eine gemeinsame Geschichte, eigene Sorgen und Befürchtungen, Hoffnungen und Erwartungen für die nahe und weitere Zukunft wurden ausgetauscht. Der Ausstellungscontainer wurde zum öffentlichen Begegnungs- und Gesprächsraum - mitten im Alltag.

Bisherige Ausstellungsorte: Saalfeld, Rudolstadt, Apolda, Erfurt, Sömmerda, Suhl, Leipzig, Gera - nach Jena zieht die Ausstellung weiter nach Berlin

 

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