Berlin, 17. Juni 1953: Heinz Puhlmann ist Lehrling in einem Handwerksbetrieb. Er wird an diesem Tag frühzeitig nach Hause geschickt. Der Grund dafür sind die Ereignisse auf den Straßen Ost-Berlins, über die auch der West-Berliner Radiosender RIAS berichtet.
In der Hauptstadt der DDR streiken und demonstrieren Zehntausende, darunter viele Arbeiterinnen und Arbeiter. Landesweit sind es rund eine Millionen Menschen, die mit den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen unzufrieden sind und beispielsweise die Rücknahme einer Arbeitsnormerhöhung, freie Wahlen und die Freilassung von politischen Gefangenen fordern.
Auf dem Heimweg vom Betrieb nach Berlin-Pankow beobachtet Heinz Puhlmann das Geschehen. Ihm begegnen Arbeiter aus Hennigsdorf bei Berlin, wo sich ein großes Stahl- und Walzwerk befindet. Am Rande des Alexanderplatzes sieht er, wie sowjetische Panzer auffahren.
Unter Einsatz des sowjetischen Militärs und der kasernierten Volkspolizei wird der Volksaufstand blutig niedergeschlagen. Die Sowjetunion verkündet in Ost-Berlin und zahlreichen weiteren Regionen der DDR den Ausnahmezustand. Heinz Puhlmann erlebt in den folgenden Wochen, wie sowjetische Soldaten an vielen Stellen in Ost-Berlin stationiert sind und ab 21:00 Uhr in den menschenleeren Straßen patrouillieren.
Nicht mehr viele Menschen können wie Heinz Puhlmann (*1937) aus eigenem Erleben vom Volksaufstand am 17. Juni 1953 berichten.
Heinz Puhlmann – als Ost-Berliner beim Volksaufstand am 17. Juni 1953