Das Kunstprojekt „ESCAPING“ der in Prag lebenden Künstlerin Klára Kusá widmet sich Fluchtversuchen aus der DDR. Die Fluchten rücken nicht nur als historische Ereignisse, sondern vor allem als individuelle Entscheidungen in den Fokus. Kusá verfolgt dabei keinen rein dokumentarischen Ansatz. In ihren Installationen setzt sie Zeugnisse aus verschiedenen Zeiten in Beziehung zueinander, etwa Archivmaterial und aktuelle Fotografien von Gedenkstätten. Dadurch eröffnet sie Spannungsfelder und lässt Raum für Assoziationen – auch in Bezug auf die Gegenwart.
Zusätzlich bezieht Kusá Zeitzeugenberichte in ihre Arbeit ein. Für „ESCAPING“ führte sie beispielsweise Gespräche mit Peter Bieber, Dr. Karl-Heinz Bomberg und Martin Jankowski. Auf die Biografien stieß sie über die Website des Zeitzeugenbüros der Bundesstiftung Aufarbeitung.
Gerade diese Stimmen prägen das Projekt. Sie dienten der Künstlerin als Inspiration und bieten einen Zugang zu dem, was in Dokumenten oft abstrakt bleibt: zu Entscheidungen, Ängsten und Hoffnungen einzelner Menschen. „ESCAPING“ zeigt somit, dass Zeitzeugenberichte nicht nur in Forschung und Vermittlung relevant sind, sondern auch in der Kunst.
„ESCAPING“ – Kunstprojekt zu Fluchtversuchen aus der DDR