Mit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober 1990 ist Deutschland nach über 40 Jahren Teilung wieder vereint. Zu diesem Zeitpunkt ist Petra Hoffmann, geboren 1946 in Leipzig, längst Teil dieses historischen Prozesses: Mit dem Mauerfall tritt sie der neugegründeten SDP (später SPD) bei und möchte die Vereinigung Deutschlands aktiv mitgestalten. In der SPD gehört sie bis zum Vereinigungsparteitag der ost- und westdeutschen Teile der Partei dem DDR-Vorstand an.
Hoffmanns politisches Kernthema während des Einheitsprozesses ist die Gleichstellung der Frau. So hat sie zwischen Mai und Dezember 1990 zunächst als Ratsmitglied, später als Ressortleiterin entscheidenden Anteil am Aufbau eines kommunalen Gleichstellungsnetzes im Bezirk Halle.
Ihr Interesse für politische Themen entwickelte Hoffmann bereits zu DDR-Zeiten. Als Jugendliche begann sie, die SED kritisch zu hinterfragen und kehrte der Partei schließlich den Rücken zu. Die Konsequenzen im Sinne des SED-Apparates folgten schnell. Hoffmann wurde in ihrer beruflichen Entwicklung benachteiligt, ihre Freunde und sie wurden zunehmend als sogenannte Dissidenten betrachtet.
Heute gibt Petra Hoffmann ihre Erfahrungen als Zeitzeugin weiter und kann beispielsweise für Veranstaltungen und Gespräche in Schulen angefragt werden.
Dr. Petra Hoffmann – Mitgestalterin der deutschen Einheit in Halle/Saale