Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern verfügt über mehrere Erinnerungsorte an die SED-Diktatur und die deutsche Teilung, da hier ein Stück der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu Niedersachsen und Schleswig-Holstein verlief.

Die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU), Informations- und Dokumentationszentrum Rostock:

Die Dokumentations und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt (UHA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in Rostock wurde im Oktober 1999 eröffnet. Sie ist eingebunden in das Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen des 20. Jahrhunderts des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die UHA wurde Ende der 1950er-Jahre auf dem Gelände der Stasi-Bezirksverwaltung als Neubau errichtet. Bis zu 110 Frauen und Männer konnten in den 46 Zellen auf drei Etagen inhaftiert werden. Besucher des Zentrums haben die Möglichkeit, einen Teil des originalen Zellentraktes zu besichtigen. Dazu gehören einige Haftzellen, der Freiganghof, Zellengänge und die Dunkelzelle im Keller. Eine ständige Ausstellung im Zellentrakt des ersten Obergeschosses informiert über den Staatssicherheitsdienst der DDR. Auch die Mittel und Methoden der DDR-Geheimpolizei und deren Folgen für die Betroffenen werden dargestellt. Berichte von Zeitzeugen, Fotos, Dokumente sowie geheimdienstliche Abhörtechnik veranschaulichen die Praktiken der Stasi.

Straße der Demokratie 2
18196 Waldeck-Dummerstorf
Tel. 038208 826-0
Fax. 038208 826-1219
Email astrostock(at)bstu.bund.de

www.bstu.bund.de

Prora Zentrum e.V., Prora (Rügen)

Das Prora-Zentrum stellt die lange Geschichte des Seebades auf der Ostseite der Insel Rügen an der Prorer Wiek dar. Der Ort wurde mit der Errichtung des „Kraft durch Freude“-Seebades durch die Nationalsozialisten bekannt. In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und der DDR dienten die Anlagen des Seebades vor allem militärischen Zwecken, ab 1982 galt Prora als größter Stationierungsort von Bausoldaten der DDR. Diese Truppen gehörten zwar zur Nationalen Volksarmee (NVA), leisteten aber keinen Dienst an der Waffe, wofür sie erhebliche Einschränkungen und Benachteiligungen in Kauf zu nehmen hatten. 2010 übernahm der Verein PRORA-ZENTRUM e. V. die Trägerschaft der Bildungs- und Begegnungsstätte im Block V des ehemaligen „Kraft durch Freude“-Seebades. In der historisch-politischen Bildungsarbeit des Vereins sollen vor allem Jugendliche an die Geschichte der Diktaturen in Deutschland herangeführt werden.

Prora Zentrum e.V.
Fünfte Straße 6 / bei der Jugendherberge Block V
18609 Prora-Nord
Tel.: 038393 127921
E-Mail: info(at)prora-zentrum.de

www.prora-zentrum.de

Elbbergmuseum, Boizenburg/Elbe

In Boizenburg befand sich während des Zweiten Weltkrieges ein Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme. Mit der Teilung Deutschlands wurde Boizenburg zum Grenzort, ab 1952 lag es im Sperrgebiet. Heute dokumentiert eine Außenausstellung rund um den Grenzturm das Geschehen und die Bedeutung des Kontrollpunktes zu DDR-Zeiten. Außerdem ist im Turm eine Toninstallation vorhanden, die auf die Lebensumstände im Sperrgebiet, auf Flucht und Zwangsumsiedlung hinweist. In der ehemaligen KZ-Baracke sind die Geschichte des Außenlagers und die Schicksale von Häftlingsfrauen dokumentiert. Führungen  sind auf Anfrage möglich.

Standort:
Elbbergmuseum
Hamburger Straße
19258 Boizenburg

Kontakt:
Heimatmuseum Boizenburg/Elbe
Markt 1
19258 Boizenburg

Ansprechpartnerin: Inga Ragnit
Tel.: 038847 626-65
Fax: 038847 626-69
E-Mail: inga.ragnit(at)boizenburg.de  

www.boizenburg.de

Grenzhus Museum und Informationszentrum Schlagsdorf

Grenzhus Schlagsdorf

Das Museum im Grenzhus zeigt eine Dauerausstellung zur regionalen Geschichte der innerdeutschen Grenze zwischen 1945 und 1989 sowie ständig wechselnde Sonderausstellungen. Themen der Dauerausstellung sind der Grenzverlauf, Zwangsaussiedlungen und geschleifte Dörfer, Ausrüstungen der Grenzeinheiten, Fluchtversuche und Grenzzwischenfälle sowie den Fall der Mauer. Auf einem Freigelände unweit des Museums kann man eine Rekonstruktion der Grenzanlagen aus den achtziger Jahren besichtigen. Neben Diskussionsrunden, Führungen, Lesungen und Projekttagen werden Radtouren und Wanderungen im ehemaligen Grenzgebiet sowie Lehrerfortbildungen angeboten.

Grenzhus e.V.
Neubauernweg 1
19217 Schlagsdorf
Tel.: 038875 20326
E-Mail: info(at)grenzhus.de

www.grenzhus.de

Ostsee-Grenzturm, Kühlungsborn

Der Ostsee-Grenzturm ist ein einmaliger Ort, an dem sich die Geschichte der Teilung Deutschlands nachvollziehen lässt. Zwischen 1961 und 1989 war im Ostseebad Kühlungsborn die Grenzbrigade Küste stationiert. Anwohner und Besucher mussten ein abschreckendes Kontrollsystem ertragen, das Fluchtversuche verhindern sollte. Bereits weit im Landesinnern wurde durch Polizei, Staatssicherheit, Behörden und Informanten auf "verdächtige Bürger" geachtet. In einem Museumspavillon neben dem Turm informiert eine Dauerausstellung über die Grenzgeschichte und Techniken ihrer Überwachung. Neben einer Turmbesichtigung dienen außerdem Führungen, Zeitzeugenberichte von Flüchtenden und ehemaligen Grenzsoldaten sowie Originalexponate der Informationsvermittlung.

Standort:
Der Grenzturm liegt in Kühlungsborn Ost direkt an der Strandpromenade, Ecke Strandstraße/Ostseeallee.

Kontakt:
Grenzturm e.V.
Verein zur Erhaltung von Denkmälern der Geschichte
Ostseeallee 1 a
18225 Kühlungsborn
Tel.: 038293 14020
E-Mail: bt11(at)ostsee-grenzturm.com

http://ostsee-grenzturm.com

Dokumentationszentrum für die Opfer deutscher Diktaturen, Schwerin

Das 1916 übergebene Justizgebäude am Demmlerplatz mit dem dahinter liegenden Gerichtsgefängnis bezeugt den Missbrauch von Recht und politischer Macht im gesamten 20. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen hier die sowjetische Geheimpolizei (NKWD/MWD) und das Sowjetische Militärtribunal ein. 1954 ging das Gebäude offiziell in die Rechtsträgerschaft der DDR-Staatssicherheit über. Das Gefängnis diente als Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit, hier fanden Verhöre statt. Das Dokumentationszentrum besitzt eine dreigliedrige Dauerausstellung, Seminarräume und pädagogisches Personal. Die drei Ausstellungsteile informieren anhand regionaler Beispiele über justizielle und außerjustizielle Verfolgung in der NS-Zeit, der SBZ und der DDR. Es werden Führungen durch das Gefangenenhaus und einzelne Ausstellungsabschnitte, Studientage und Begleitung mehrtägiger Schulprojekten, Methodenseminar für LehrerInnen und Schulinterne Fortbildung angeboten.

Dokumentationszentrum am Demmlerplatz
Obotritenring 106
19053 Schwerin
Tel.: 0385 74529911
E-Mail: dokuzentrum-schwerin(at)lpb.mv-regierung.de

www.dokumentationszentrum-schwerin.de

Dokumentation zum politischen Missbrauch des Strafvollzuges in Bützow

1985 entstand außerhalb des Gefängnisses Dreibergen im Krummen Haus am Schlossplatz eine Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus. Im Zentrum stand dabei die Nachgestaltung der Hinrichtungsstätte von Dreibergen in den Kellerräumen. Nach der Sanierung und Neubelegung des Krummen Hauses 1999/ 2000 entschied sich die Stadt für eine Neugestaltung der Gedenkstätte. Ende 2002 konnte die Dokumentation zum politischen Missbrauch des Strafvollzuges in Bützow der Öffentlichkeit übergeben werden. Seit 2003 finden jährliche Treffen von ehemaligen politischen Häftlingen der DDR statt.
Nach vorheriger Anmeldung sind Führungen durch die Ausstellung möglich. Projekttage können ebenfalls durchgeführt werden. Zur Vorbereitung und Durchführung stehen Videofilme, Dokumentationen zu Einzelschicksalen sowie weitere Archivmaterialien zur Verfügung.

Krummes Haus
Stadtbibliothek/Heimatmuseum/Dokumentation/Stadtarchiv
Schlossplatz 2
18246 Bützow
Tel.: 038461 66915 bzw. 038461 4051
E-Mail: krummes-haus(at)buetzow.de

www.krummes-haus-buetzow.de

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.