Sachsen-Anhalt

Auf vielen Kilometern grenzt Sachsen-Anhalt an Niedersachsen. An die ehemalige innerdeutsche Grenze erinnern mehrere Gedenkstätten, aber es finden sich auch noch weitere Erinnerungsorte an die SED-Diktatur.

Gedenkstätte „Roter Ochse“, Halle (Saale)

Gedenkstätte „Roter Ochse“

Die Gedenkstätte hat eine bis ins 19. Jahrhundert zurückgehende Geschichte als Strafanstalt. Im Juli 1945 wurde das Gefängnis zur Untersuchungshaftanstalt des sowjetischen Geheimdienstes. Im Jahre 1950 zog das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in das Gebäude ein. Während des Aufstandes des 17. Juni 1953 versammelten sich dort 700 bis 800 Menschen, um die Gefangenen zu befreien. Dies wurde allerdings von sowjetischen Panzern verhindert. Das Ende der Haftanstalt kam mit der Auflösung des MfS und der Gründung des Amts für Nationale Sicherheit. Im Jahr 1993 beschloss die Landesregierung von Sachsen-Anhalt, in einem Teil der ehemaligen MfS-Untersuchungshaftanstalt eine Gedenkstätte einzurichten. Die Gedenkstätte „Roter Ochse“ wurde am 15. Februar 1996 eröffnet. 2006 wurde die Ausstellung überarbeitet. Sie dokumentiert die Geschichte des „Roten Ochsen“ in den Jahren zwischen 1933 bis 1945 sowie 1945 bis 1989.

Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt
Gedenkstätte „Roter Ochse“
Am Kirchtor 20b
06108 Halle (Saale)
Tel.:  0345 470698337
Fax: 0345 470698339
E-Mail: info-roterochse(at)erinnern.org    

www.gedenkstaette-halle.sachsen-anhalt.de/

Grenzdenkmal Hötensleben

Das Grenzdenkmal gilt als das weitaus am umfassendsten erhaltene Zeugnis der innerdeutschen Grenzbefestigung. Das Denkmal dokumentiert den Zustand der bis 1989 systematisch ausgebauten DDR-Grenzsperranlagen vor Ortschaften, die direkt an der innerdeutschen Grenze lagen. Der auf einer Länge von 350 Metern erhaltene "Schutzstreifen" aus Mauern, Metallgitterzäunen, Signaldrähten, Minenfeldern und Wachtürmen steht seit 1990 unter Denkmalschutz. Obwohl fast alle Grenzanlagen nach der deutschen Einheit 1990 abgerissen wurden, gelang es engagierten Bürgern aus Hötensleben, den heutigen Denkmalbereich zu bewahren. Seit 2004 gehört das Grenzdenkmal Hötensleben zur Gedenkstätte Marienborn. Das Grenzdenkmal Hötensleben ist ganzjährig frei zugänglich und über ein Besucherleitsystem erschließbar. Führungen können über die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn angemeldet werden.

Grenzdenkmalverein e.V. Hötensleben
Mühlenweg 29
39393 Hötensleben
Tel.: 0151 14254454
E-Mail: grenzdenkmal(at)aol.com

www.grenzdenkmal.com

Gedenkstätte Deutsche Teilung, Marienborn

Die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn ist ein national und europäisch bedeutsamer Ort des Erinnerns und des Gedenkens an das Grenzregime der SBZ/DDR von 1945 bis 1989 und dessen Auswirkungen. Die ehemalige Grenzübergangstelle (GÜSt) Marienborn steht synonym für lückenlose Kontrolle und ein rigides Grenzregime, das nicht nur Deutsche von Deutschen trennte. Als integraler Bestandteil des von der DDR errichteten Einschüchterungs-, Sperr- und Abschottungssystems ist die GÜSt Marienborn ebenso Sinnbild für die Teilung Europas und der Welt in zwei sich feindlich gegenüberstehende militärisch-politische Machtblöcke. Seit Juli 1990 steht die ehemalige GÜSt Marienborn unter Denkmalschutz. Die Eröffnung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn erfolgte am 13. August 1996. Die Gedenkstätte befindet sich in Trägerschaft der landeseigenen Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. Als wichtiger außerschulischer Lernort bietet die Gedenkstätte zahlreiche pädagogische Veranstaltungen an.

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
An der Bundesautobahn 2
39365 Marienborn
Tel.: 039406 9209-0
Fax: 039406 9209-9
E-Mail: info-marienborn(at)erinnern.org

www.gedenkstaette-marienborn.sachsen-anhalt.de
www.facebook.com/GedenkstaetteMarienborn

BStU Informations- und Dokumentationszentrum Halle (Saale)

BStU Halle

Die BStU hat 1994 in ihrer Außenstelle Halle ein Informations- und Dokumentationszentrum für das Land Sachsen-Anhalt eingerichtet. Die Dauerausstellung unter dem Titel "Entschlüsselte Macht" informiert über Aufbau und Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Vorträge, Seminare und Projektarbeiten ergänzen das Informationsangebot. Schulklassen, Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich und andere Interessenten können sich auf diese Weise mit der DDR, der Einparteiendiktatur der SED und seinem Geheimdienst auseinandersetzen.

BStU Informations- und Dokumentationszentrum Halle (Saale)
Blücherstraße 2
06122 Halle (Saale)
Tel.: 0345 6141271-1
Fax: 0345 6141271-9
E-Mail: asthalle(at)bstu.bund.de

www.bstu.bund.de

Dokumentationszentrum am Moritzplatz, Magdeburg

Im Dezember 1990 wurde durch Beschluss der Stadtverordneten die Gedenkstätte Moritzplatz Magdeburg gegründet. Sie befindet sich in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) für den Bezirk Magdeburg. Die Dauerausstellung dokumentiert die Nutzungsgeschichte des Gebäudekomplexes am Moritzplatz für den Zeitraum 1945 bis 1989. Sie umfasst zwölf Ausstellungsräume. Es werden Zeitzeugengespräche, Projekttage und Führungen angeboten.


Dokumentationszentrum am Moritzplatz
Trägerverein Bürgerkomitee Magdeburg e.V.
Umfassungsstraße 76
39124 Magdeburg

Postanschrift:
Postfach 180130
39028 Magdeburg

Kontakt:
Tel.: 0391 2532316
Email info(at)buergerkomitee-magdeburg.de

Infothek des Gedenkstättenkomplexes:
Tel.: 0391 2445590
E-Mail: info-moritzplatz(at)stgs.sachsen-anhalt.de

www.buergerkomitee.de

Grenzmuseum Böckwitz

Das Museum Böckwitz legt seinen Schwerpunkt auf die Ausstellung alter landwirtschaftlicher Geräte und auf Traditionen der Altmark. Über 100 historische Gerätschaften sind auf der 1.400 Quadratmeter umfassenden Ausstellungsfläche des 1997 eröffneten Museums zu betrachten. Teil des Museums ist zudem eine Dauerausstellung zur innerdeutschen Grenze. Wie beim Grenzlehrpfad Zicherie/Böckwitz wird dabei die Geschichte des Doppeldorfes Zicherie-Böckwitz unmittelbar an der innerdeutschen Grenze erfahrbar. Es können Führungen vereinbart werden.

Grenzmuseum Böckwitz
Im Rundling 2
38486 OT Böckwitz
Tel.: 039008 80045
E-Mail: info(at)grenz-museum.de   

www.museum-boeckwitz.de

Grenzmuseum Sorge e. V., Sorge

Das Freiland-Grenzmuseum des Vereins Grenzmuseum Sorge e. V. besteht aus Resten der Original-Grenzanlage des Ortes Sorge an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Ein Geschichtspfad mit Informationstafeln, Resten der Grenzzäune I und II, einer Grenzsäule, einem B-Turm, einer Gewässersperre und einem Erdbunker veranschaulicht das System der Grenzsicherung. Das Bahnhofsgebäude in Sorge wurde zu einem kleinen Museum umgebaut. Hier sind neben dem originalen Modell einer Grenzanlage Ausstellungstücke aus dem Alltag der Grenztruppen der DDR und der Bewohner des Grenzgebietes zu sehen.

Die Grenzlandschaft ist jederzeit begehbar und kann individuell mit einem Multimedia-Guide erschlossen werden. Freies WLAN ist am Kleinen Grenzmuseum verfügbar.
Das Kleine Grenzmuseum im ehemaligen Bahnhofsgebäude ist von Anfang Mai bis Ende Oktober immer mittwochs bis sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Führungen werden ab sechs Personen angeboten. Wir bitten um Kontaktaufnahme zwecks Terminvereinbarung. 

Grenzmuseum Sorge e. V.
Försterbergstraße 5b
38875 Stadt Oberharz am Brocken, OT Sorge
Tel.: 0151 23319578
E-Mail: info(at)grenzmuseum-sorge.de

www.grenzmuseum-sorge.de

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

Contemporary Witnesses of Divided Germany

The brochure provides information on the portal www.zeitzeugenbuero.de, presents the educational offers of the Federal Foundation for the Study of Communist Dictatorship in East Germany as well as memorial sites and museums in Berlin and Brandenburg with English-language offers. 

You can download and order the broschure for free in our publication shop.

DDR-Geschichte vermitteln

Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

>>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.