Bild:  Martin Jankowski

Martin Jankowski, Berlin (Berlin)

"An diesem 9. Oktober in Leipzig wurde die deutsche Geschichte – friedlich – entschieden."

Thema: Kunst, Kultur und Literatur, Bürgerrechtsbewegung

Biografisches

1965 in Greifswald geboren
1983 Abitur in Gotha, Fremdenführer auf Schloss Friedenstein
1985-1987 Bibliothekarsausbildung in Leipzig
Theologie- und Altsprachenstudium an der Humboldt-Universität
ab 1987 Sänger und Autor in Leipzig
ab 1995 freier Schriftsteller in Berlin
1996 Autorenstipendium der Stiftung Kulturfonds 
1997 und 2007 Arbeitsstipendium des Berliner Senats
1999 Träger des Jahrespreises für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte
2003 Gastlektor für Neue Deutsche Literatur an der Universitas Indonesia
2004 Gastgeber des Literatursalons am Kollwitzplatz
seit 2007 Gastgeber des Literatursalons Mitte

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Jankowski, Martin: Rabet oder das Verschwinden einer Himmelsrichtung. Roman. München: via verbis, 1999.
Jankowski, Martin: Der Tag, der Deutschland veränderte. 9. Oktober 1989. Leipzig: Evangelische Verlagsanstalt, 2007.

Kurzbeschreibung

Martin Jankowski gehörte in den 1980er Jahren der oppositionellen Künstlerszene in der DDR an. Der Lyriker und Autor erhielt keine staatliche Auftrittsgenehmigung als Sänger, weshalb er illegal nicht nur in der DDR, sondern auch in Ungarn, CSSR oder Polen auftrat. Das MfS leitete schon vor dieser Zeit Zersetzungsmaßnamen ein und erfasste ihn erst 1982 im Operativen Vorgang „Jesaja“ und anschließend 1985 im OV „Maja“. Später folgten ein Reiseverbot und die Abhörung seiner Privatwohnung. Zwischen 1987 und 1990 war er einer der Sprecher des „Trägerkreises“ der Bürgerrechtsgruppen um die Leipziger Nikolaikirche. Nach der Wiedervereinigung studierte der Künstler an der Humboldt-Universität in Berlin Theologie und Altsprachen sowie Germanistik und Amerikanistik und veröffentlichte zeitgleich Gedichte, Kurzerzählungen, Essays und einen Roman. Seine Texte wurden in diverse Sprachen übersetzt, erschienen in deutschen und internationalen Anthologien und Zeitschriften und erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Heute lebt Jankowski als freier Autor und Herausgeber in Berlin, betreut und organisiert internationale Literaturfestivals und Projekte und ist Gastgeber zweier monatlicher Literatursalons.

Unterrichtsmodule

Die Unterrichtsmodule zum Thema "Bürgerrechtsbewegung" und "Kunst und Kultur" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Martin Jankowski. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge" und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

Berichte

"Die Gothaer Stasi folgte mir schon, als ich noch Schüler war" - Martin Jankowski sprach im Haus der Kreismusikschule in Gotha über seine Verfolgung durch die Stasi und sein Leben in Gotha bis 1985. Ostthüringer Zeitung, 5.12.2014

"Meine Mitschüler haben über mich berichtet" - In der Kooperativen Gesamtschule "Herzog Ernst" in Gotha erinnerten Zeitzeugen an die Erstürmung der Stasi-Zentrale in Gotha. Martin Jankowski lebte bis 1985 in Gotha und berichtete den Abiturienten der Gymnasien der Stadt von der Bespitzelung durch die Stasi. Thüringische Landeszeitung, 6.12.2015

 

Interview

 

"When people power toppled the communists" - Martin Jankowski über die friedliche Revolution, BBC News, 15. Oktober 2014

 

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Mittwoch, der 31. August 2016 - Heute vor 60 Jahren

31.8.1956: Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS meldet, dass die Sowjetunion am 24. und am 30. August Atomversuche durchgeführt habe.