Bild: Prof. Dr. Ingrid Miethe

Prof. Dr. Ingrid Miethe, Hessen (Darmstadt)

"Der operative Vorgang „Kanthus“ und die unabhängige Frauen- und Friedensbewegung in der DDR"

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kirche, Bildung/Erziehung

Biografisches

1962 in Plauen geboren
1978 Mittlere Reife 
1978-1985 Medizinische Fachschule Greifswald, Abschluss als Orthoptistin mit anschließender Tätigkeit in einer Augenklinik
1983  Abitur an der Abendschule 
1985-1990 vielseitige Tätigkeiten, u.a. als Kellnerin, Erzieherin, Krankenpflegerin
1990-1995 Studium der Erziehungswissenschaft an der TU Berlin
1993- 2002 Gründungsmitglied der Ökologischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Klosterdorf e.V.
1999 Promotion in Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin
1999-2002 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Greifswald
2002 Berufung auf die Professur für Allgemeine Pädagogik an der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt
2007 Habilitation in Erziehungswissenschaft an der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
seit 2010 Professur für Allgemeine Erziehungswissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Kurzbeschreibung

Ingrid Miethe wurde ab 1983 durch das MfS im Operativen Vorgang „Kantus“ als eines der leitenden Mitglieder einer oppositionellen Gruppe in Plauen (Vogtland) „erfasst“. Anlass für diese Überwachungen waren ihre Aktivitäten im Rahmen der unabhängigen Friedensbewegung (z.B. „Schwerter zu Pflugscharen“), ihre Kontakte zu dem 1983 verbotenen kritischen Jugendclub „Malzhaus“, wie auch ihre Aktivitäten im Rahmen der evangelischen und methodistischen Kirche. Nach ihrem Umzug nach Berlin hatte sie Kontakte zur Umweltbibliothek und verteilte Flugblätter im Prenzlauer Berg.
Miethe wohnte in der Nähe der Gethsemanekirche, wodurch sie in die dortigen Aktivitäten involviert war, gründete eine der ersten Basisgruppen des Neuen Forums und war Anlaufpunkt für die thematische Gruppe „Bildung“ des Neuen Forums. Nach dem Abitur an der Abendschule hat sie aufgrund ihrer Aktivitäten kein Studium aufnehmen können. Sie holte dies im wiedervereinigten Deutschland nach und forschte anschließend unter anderem zum Thema „Frauen für den Frieden“. Sie begleitete 1990 den nun möglich gewordenen Austausch von Frauenbewegungen in Ost und West aktiv. Heute ist die promovierte Politikwissenschaftlerin Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaften in Gießen.

Berichte

- "Wir wollten die DDR reformieren", Beitrag von Christian Röder, online unter: www.mittelhessen.de, 13. Nov. 2012

- "Ingrid Miethe, Professorin an der JLU erlebt die Wendezeit 1989 hautnah mit - Jahrelang in der oppositionellen Szene aktiv", Beitrag von Benjamin Lemper, in: Gießener Anzeiger, 9. Nov. 2011.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

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Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

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11.12.1956 In Ungarn beginnt ein Generalstreik, auf den die Regierung mit der Ausrufung des Ausnahmezustands im ganzen Land reagiert. Ganz Budapest ist ohne Strom.