Bild:  Evelyn Zupke

Evelyn Zupke, Hamburg (Winsen)

"Mündige Bürger, das waren wir! "

Thema: Kirche, Runder Tisch, Deutsche Einheit, Bürgerrechtsbewegung, Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

1962 in Binz auf Rügen geboren
1980 Abitur, wird auf informellen Weg vom Studium ferngehalten
1980er Ausbildung als Kellnerin, als pflegerische Hilfskraft in einem kirchlichen Heim und als Heilerzieherin
1987 Umzug nach Ost-Berlin und Mitwirkung in Friedenskreisen
1989-1990 Mitarbeit am Runden Tisch, Mitglied der Wahlkommission
2001 Verdienstorden des Landes Berlin

Evelyn Zupke wohnt in der Nähe von Hamburg und steht für Zeitzeugeneinsätze in Hamburg und Umgebung zur Verfügung.

Kurzbeschreibung

Evelyn Zupkes regimekritische Grundhaltung wurde frühzeitig durch ihr familiäres Umfeld geprägt. Im Alter von 18 Jahren verließ sie die FDJ. Sie kritisierte die Ungleichbehandlung von Mitschülern durch ihre Lehrerinnen und Lehrer. Auch im Berufsleben standen Konflikte auf der Tagesordnung. Bald wandte sie sich der kirchlichen Arbeit zu. Nach ihrem Umzug nach Ost-Berlin 1987 trat Zupke in Kontakt mit dem „Weißenseer Friedenskreis“, der ihr weiteres Engagement entscheidend bestimmte. Zusammen mit Mario Schatta und Frank Ebert war sie 1989 maßgeblich an der Organisation und Durchführung des Nachweises der Wahlfälschung beteiligt. Zupke und ihre Mitstreiter stellten bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag, woraufhin sie vom MfS bespitzelt wurden. Dennoch druckte sie weiterhin gemeinsam mit der „Umwelt-Bibliothek“ Flugblätter und rief in Folge der manipulierten Wahl zu monatlichen und öffentlichen Protestaktionen in Berlin Alexanderplatz auf. Diese Protestkundgebungen hatten brutale Gegenmaßnahmen der Staatssicherheit zur Folge. Zupke selbst wurde regelmäßig vor Beginn der Demonstrationen vom MfS verhört. In den Jahren 1989/1990 arbeitete die Bürgerrechtlerin am Runden Tisch mit und half bei der Organisation der Mahnwache in der Gethsemanekirche. Heute arbeitet sie in Hamburg.

Zeitzeugengespräch (Tonaufnahme):

Evelyn Zupke berichtet von den Aktionen des "Weißenseer Friedenskreis", der Kontrolle der Kommunalwahl am 7. Mai 1989 durch Gruppen der DDR-Opposition und von der Veröffentlichung der Ergebnisse.

Das Gespräch im "Zeitzeugencafé" der Gedenkstätte Berliner Mauer vom 23. März 2014, kann hier nachgehört werden.

Zeitzeugeninterview (Video):

Evelyn Zupke über ihre Erfahrungen als Mitglied der Opposition in der DDR

- Jugend und Politisierung

- Annäherung an die Kirche

- Weißenseer Friedenskreis

- Wahlkontrolle durch die Opposition

- Proteste gegen den Wahlbetrug

- Repressionen und Zuführungen

- Die Demonstration am 7. September 1989

- Rückblick

hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung, Robert-Havemann-Gesellschaft
Produktion: 10.2004
Redaktion: Tom Sello
Kamera: Gunnar Uhlenhut
Weitere: Franziska Schlotterer (Interviewerin)

Evelyn Zupke im Gespräch mit Susanne Schädlich und Dr. Jens Hüttmann. Das Zeitzeugengespräch fand im Rahmen der Lehrerfortbildung "24 Jahre friedliche Revolution in der DDR. Neue Zugänge und Materialien zur Geschichte von Demokratie und Diktatur im Schulunterricht" am 24. Juni 2014 in Hamburg statt und war eine Kooperationsveranstaltung der Bundesstiftung Aufarbeitung und des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung.

 

Evelyn Zupke im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Evelyn Zupke wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V., gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

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Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Donnerstag, der 25. August 2016 - Heute vor 60 Jahren

25.8.1956: »Neues Deutschland« kritisiert scharf einen Artikel des Physikers Robert Havemann, den dieser im Juli unter der Überschrift »Meinungsstreit fördert die Wissenschaften« veröffentlicht hatte.