Bild:  Siegbert Schefke

Siegbert Schefke, Sachsen (Leipzig)

"Du musst jetzt in die Wohnzimmer der DDR-Zuschauer reinstrahlen, damit die sehen, in welchem Dreck wir hier leben und ihnen die Augen öffnen"

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kunst, Kultur und Literatur

Biografisches

1959 in Eberswalde geboren
1975-1978 Ausbildung zum Baufacharbeiter mit Abitur
1978-1980 NVA-Grundwehrdienst
1980-1985 Studium an der Ingenieurs-Hochschule für
Bauwesen in Cottbus
1985-1988 Bauleiter für Neubausanierungen in Ost-Berlin
1986 Mitbegründer der „Umwelt-Bibliothek“
1989 filmischer Bericht über die Montagsdemonstrationen in Leipzig, einschließlich Städtezerfall und Umweltzerstörung
1990/91 "Heiße Kartoffel" in Leipzig und Siebenpfeiffer-Preis
seit 1992 Redakteur beim MDR in Leipzig
2005 Bundesverdienstkreuz
2009 "Bambi" in der Kategorie "Stille Helden"
2014 "Preis für die Freiheit und Zukunft der Medien" der Sparkasse

Mehr Informationen und weitere Materialien unter www.siegbert-schefke.de

Kurzbeschreibung

Siegbert Schefke, der sich früh der Arbeit in Friedens- und Umweltkreisen widmete, war 1986 Mitbegründer der „Umwelt-Bibliothek“ in der Zionskirche in Ost-Berlin. Er arbeitete eng mit Aram Radomski zusammen. Gemeinsam erstellten sie „Dokumentationsfilme“ über den baulichen Zustand einiger Städte in der DDR und dokumentierten die Umweltzerstörung. Der ab 1987 als freiberuflicher Fotograf, Journalist und Kameramann tätige Bürgerrechtler schmuggelte das illegal entstandene Material mithilfe westlicher Journalisten und Diplomaten in die Bundesrepublik. Sein größter Coup gelang Schefke am 9. Oktober 1989, als sein heimlich gedrehter Beitrag über die Demonstration von 70.000 DDR-Bürgern in Leipzig in den Tagesthemen ausgestrahlt wurde. Die sensationellen Aufnahmen des „Tags der Entscheidung“ gehören zum Bildgedächtnis der Friedlichen Revolution. Seit 1992 ist Siegbert Schefke als Journalist beim MDR tätig und arbeitet in der Redaktion „ARD-Aktuell“.

Berichte

"Packende Worte über friedliche Wende" - Siegbert Schefke diskutierte mit Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums in Dieburg. Echo Online, 07.10.2015.

"Kameramann der Einheit" ist zu Gast in Uelsen - Auf Einladung des Fördervereins des Lise-Meitner-Gymnasiums erzählt Siegbert Schefke 200 Schülerinnen und Schülern von seinen Erlebnissen im Herbst 1989. Grafschafter Nachrichten Online, 17.06.2015.

"Mutig sein, auch in der Schule" - Siegbert Schefke berichtete Jugendlichen der Schule an der Wascherde in Lauterbach vom Herbst 1989. Lauterbacher Anzeiger, 23.02.2015.

"Im Zeitzeugengespräch mit DDR-Bürgerrechtler Siegbert Schefke": Auf dem Überlinger Campus Härlen berichtete Siegbergt Schefke von seinen Erinnerungen zwischen DDR-Kindheit und Mauerfall. Südkurier, 20.01.2015

"Das ist das Ende der DDR" - Leipzig im Oktober 1989: Siegbert Schefke erinnert sich an die Demonstrationen am 9. Oktober 1989 in Leipzig und schildert, wie er die Filmaufnahmen der Menschenmassen anfertigen konnte. morgenweb, 6.10.2014

"Der Kameramann der Wende", von Nadine Fischer, online unter: rp-online.de, 05. Oktober 2012.

Interview

"Mit Bildern wachrütteln" - bei der bis dahin größten Montagsdemonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989 filmt Siegbert Schefke heimlich von einem Kirchdach. In dem Interview berichtet er von seinen Eindrücken und zeigt Ausschnitte aus Original-Aufnahmen.

Veranstaltungsbericht

Montagsdemonstrationen am 9.10.1989: Ein Ereignis, drei Perspektiven:


Pfarrer Hans-Jürgen Sievers ließ Siegbert Schefke auf den Kirchturm, von wo aus Schefke die Leipziger Demonstranten filmte. Spiegel-Korrespondent Ulrich Schwarz schmuggelte die Filmaufnahmen in den Westen.

Veranstaltung zum 15. Jubiläum des Projekts "Kollektives Gedächtnis" der Stadtteilschule Bergedorf, November 2015.

 

Siegbert Schefke im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Siegbert Schefke wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V., gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Donnerstag, der 29. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

29.9.1956: Der West-Berliner Senat teilt mit, die Rekonstruktion der Quadriga für das Brandenburger Tor selbst in Auftrag zu geben, sobald dieses vom Ost-Berliner Magistrat wieder hergestellt worden sei.