Bild:  Peter-Christian Bürger

Peter-Christian Bürger, Sachsen (Chemnitz)

"Was immer Du glaubst tun zu können, beginne es! Die Kühnheit besitzt Macht und Genie. Sie ist die Zauberkraft! (Goethe)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Hafterfahrungen/MfS, Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

1956 geboren in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz)
1973
Abschluss Realschule
1973-1975
Lehre zum Restaurantfachmann
1976-1978
Armeedienst
1978-1984
Leiter Betriebskulturhaus „Textima“, Karl-Marx-Stadt
1984
Ablehnung eines „Ausreiseantrags“
1984-1986
Verfolgung durch das Ministerium des Innern und die Stasi (MfS)
1986
Inhaftierung wegen „Vorbereitung zum illegalen Grenzübertritt in schwerem Fall“, sechs Monat Isolationshaft in der Untersuchungshaftanstalt des MfS in Karl-Marx-Stadt – Kassberg und Verurteilung zu drei Jahren Freiheitsentzug, Zuchthaus Cottbus
1987
Entlassung aufgrund einer Amnestie für politische Gefangene
1987-1989
Zwangszuweisung eines Arbeitsplatzes als Transportarbeiter im VEB-Barkas Werke Karl-Marx-Stadt
Juni 1989
Flucht in die deutsche Botschaft Prag, als „Lagerleiter“ Sprecher der Botschaftsflüchtlinge
30. September 1989
Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland
1989-2006
verschiedene Tätigkeiten in der Gastronomie in Bayern und Österreich
2006
Rückkehr in die Heimat Chemnitz, Mitarbeiter bei der Sächsischen Weiterbildungsakademie Chemnitz und Ausbilder für angehende Köche und Betriebsleiter „Weiterbildungsakademie Landgasthof Sörnzig“

Kurzbeschreibung

Schon seit meiner Jugend war ich ein Fragender und stellte schnell fest, dass ich auf meine Fragen meist nicht mehr als Phrasen und Parolen als Antworten erhielt. Immer mehr spürte ich die Widersprüche zwischen der offiziellen Staatspolitik der DDR und meiner persönlichen Realität. Dem wollte ich mich entziehen und stellte einen Ausreiseantrag. Fortan war ich den Repressionen der Staatssicherheit ausgesetzt. Es folgten eine Verurteilung zu drei Jahren Haft, die nicht durch einen Freikauf durch die Bundesrepublik endete. Eine Amnestie entließ mich nach einem Jahr aus dem Zuchthaus Cottbus – zurück in die DDR. Einen weiteren Fluchtversuch unternahm ich über die deutsche Botschaft in Prag. Als Sprecher der Botschaftsflüchtlinge erlebte ich diese Zeit sehr intensiv. Am 30. September 1989 war es soweit.   

Interview

"Wir haben uns mit den Füßen gewehrt" - Christian Bürger flüchtete im Sommer 1989 aus der DDR in die Botschaft der BRD in Prag und war Sprecher von mehreren tausend Flüchtlingen. 25 Jahre später hat der Zeitbild-Verlag ihn interviewt. Unterstützt von der Bundesstiftung Aufarbeitung wurde die alte Strecke noch einmal gefahren.

Berichte

"Danke, Herr Genscher, für das größte Lebensgeschenk" - Peter-Christian Bürger erinnert sich an die "Balkon-Rede" Genschers in Prag. B.Z. Berlin, 03.04.2016.

"Erinnerungen an Prag 1989" - Peter-Christian Bürger erinnerte auf dem Empfang zum Tag der deutschen Einheit des CSU-Kreisverbandes in Olching an die Ereignisse im Herbst 1989. Süddeutsche Zeitung, 04.10.2015.

"Flucht nach Prag 1989" - Grit Poppe hat in ihrem Buch "Abgehauen" die Erinnerungen von Peter-Christian Bürger an seine Flucht als Grundlage genommen. Der Zeitzeugenbericht kann auf ihrer Internetseite nachgelesen werden.

„Des Bürgers lange Reise - Zug in die Freiheit" - Video-Interviews und fiktive Tagebuch-Texte von Christian Bürger zu Flucht, Ankunft in der Botschaft und Ausreise in die Bundesrepublik. Die Seite begleitet das Doku-Drama "Zug in die Freiheit". Hier finden Sie die Sendezeiten.

"1989- Die Züge in die Freiheit" - Im Interview mit der ZEIT berichtet Christian Bürger von den Ereignissen in der bundesrepublikanischen Botschaft in Prag. Interview: Anne Hähnig, Juli 2014.

Video von Planet Wissen über die Fluchtversuche von Peter-Christian Bürger nach Prag, Dauer: 2:30 Minuten.

"Zeitreise in die eigene Vergangenheit" - 2009 kehrte Peter-Christian Bürger in die bundesrepublikanische Botschaft in Prag zurück. In dem Interview auf evangelisch.de berichtet er von dieser Begegnung.

"Transitstation Palais Lobkowicz" - Peter-Christian Bürger berichtet von seinen Erlebnissen in der bundesrepublikanischen Botschaft in Prag.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Freitag, der 1. Juli 2016 - Heute vor 60 Jahren

1.7.1956: Die sowjetische Zeitschrift »Kommunist« veröffentlicht das bislang geheime Testament Lenins, der die Ablösung Stalins als Generalsekretär der KPdSU fordert.