Bild:  Horst-Adolf Hennig

Horst-Adolf Hennig, Hessen (Heringen)

"Ich habe ihm angeboten, mich doch gleich zu erschießen."

Thema: Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

 

1934 in Krüssau, Sachsen-Anhalt geboren
1944-1950
Besuch des Gymnasiums in Burg und Eintritt in die FDJ
23.11.1950
Verhaftung in der Schule ohne Angabe von Gründen
Ende November 1950
Verlegung von Rathenow in das Gefängnis Leistikowstraße in Potsdam
20.04.1951
Verurteilung zu 25 Jahren Strafarbeitslager wegen angeblicher Spionage und Mitgliedschaft in einer konterrevolutionären Organisation
Juli 1951
Verlegung in eine Jugendstrafanstalt in der Mordwinischen Republik
1955
Entlassung und Übersiedlung in die Bundesrepublik
1955-1956
Nachholen der Mittleren Reife und Ausbildung in der Verwaltung sowie Weiterbildung zum REFA-Fachmann
1994
Wechsel in den Ruhestand

 

Kurzbeschreibung

Ich wuchs in einer mittelständischen Familie auf und erlebte den Beginn des Kriegs mit fünf Jahren. Mein Vater war Mitglied der Luftwaffe und erzog mich und meinen Bruder zur „Treue für das deutsche Vaterland“. Der Niedergang des Nationalsozialismus erschütterte sein Weltbild, mein Bruder kehrte aus dem Krieg nicht zurück. Seit 1944 besuchte ich das Gymnasium in Burg bei Magdeburg. Um mein Abitur und das geplante Studium nicht zu gefährden, trat ich trotz der elterlichen Erziehung in die FDJ ein. Meine Schullaufbahn endete am 23. November 1950 abrupt, als ich, damals 16 Jahre alt, in der Schule verhaftet und dem Inlandsgeheimdienst MWD überstellt wurde. Nach mehrtägigen Verhören in Rathenow wurde ich in das Potsdamer Gefängnis in der Leistikowstaße verlegt. Vehement bestritt ich eine angebliche Spionagetätigkeit, weigerte mich Aussageprotokolle zu unterschreiben und wurde unter anderem mit Einzelhaft und Schlaflosigkeit mürbe gemacht. Schließlich verurteilte ein Militärgericht mich im Juni 1951 zu 25 Jahren Strafarbeitslager. Meine Mutter wurde zu 15 Jahren Haft und mein Vater zum Tode verurteilt. Die insgesamt sieben Urteile für Mitglieder meiner Familie ergingen wegen angeblicher Spionage und Mitgliedschaft meines Vaters in der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit.
Vier Jahre verbrachte ich in einem Jugendstraflager in der Mordwinischen Republik, ehe man mich 1955 in die Bundesrepublik entließ. Ich holte die Mittlere Reife nach und absolvierte eine Ausbildung in der Verwaltung, zum REFA-Fachmann und REFA-Ingenieur. Seit 1994 befinde ich mich im Ruhestand.

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