Bild:  Peter Heubach

Peter Heubach, Mecklenburg-Vorpommern (Rostock)

"Die Seelen der Kinder sind unantastbar! (Jörn Mothes) "

Thema: Hafterfahrungen/MfS, Flucht/Ausreise/Freikauf, Grenzerfahrungen, Mauerfall 9. November 1989

Biografisches

1963 geboren in Sonneberg (Thüringen)
1966-1970 Kindergarten Sonneberg-Malmerz
1970-1978 POS "Thomas-Müntzer" Sonneberg II (Abschluss 8. Klasse)
1978-1981 Lehrausbildung Transport- und Lagerfacharbeiter, VEB Thuringia Sonneberg
1980-1982 VHS Sonneberg; Abschluss 10. Klasse
1982-1983 Dreijähriger "Ehrendienst" im Wachregiment "Felix Dzierzynski" (Entlassung aus disziplinarischen Gründen)
1984 Erwerb des LKW-Führerscheins, keine Genehmigung den Beruf des Kraftfahrers auszuüben
1983-1989 Transportarbeiter VEB Thuringia Sonneberg
1986/87 Ablehnung für ein Studium mit Meisterabschluss wegen angeblicher Ünfähigkeit für die Arbeit im Kollektiv
1989 Rettungsschwimmer Ostseebad Zingst
1990 Kraftfahrer GHG Kulturwaren und Molkerei Sonneberg bis zu deren Auflösung
1991-2000 tätig in der Stadtverwaltung Sonneberg
1998 Rehabilitierung nach dem 2. SED-Unrechtsbereinigungsgesetz, anerkannt als Opfer des MfS
ab 2000 Tätigkeit als Schwimmmeister und berufliche Umorientierung als Kraftfahrer
2010 Fördermitglied des Dachverbandes der Opferverbände UOKG Berlin
2013 Aufnahme in die Vereinigung der Opfer des Stalinismus (VOS)
Seit 1993 Mitglied der SPD; Mitarbeit im Arbeitskreis Geschichte im Landesverband der SPD in Thüringen und im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern

Kurzbeschreibung

Schon früh hatte mich das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Visier. Immer wieder sollte ich für einen verlängerten Wehrdienst und als Inoffzieller Mitarbeiter für das MfS geworben werden. Mir wurde erklärt, dass dies die "Vorbereitung zum Wehrdienst" sei. Es kam allerdings bald zum Bruch mit dem MfS, weil ich mich nicht an das Konspirationsprinzip hielt. Ich sprach offen über Geheimnisse des MfS. Am 1. Oktober 1982 wurde ich zum Wachregiment einberufen. Am 25.11.1983 wurde ich aus "gesundheitlichen und disziplinarischen" Gründen ausgemustert. Nach meiner Ausmusterung stellte ich 1984 einen Antrag auf eine Weiterbildung zum Industriemeister, die mit der Begründung abgelehnt wurde, dass ich unfähig sei, ein Produktionskollektiv zu führen. Auch den Beruf des Kraftfahres durfte ich nicht ausüben. 1986 kam es dann zu einer Auseinandersetzung mit dem Parteisekretär des VEB Thuringia Sonneberg. Als ich einen Antrag auf eine Reise mit "Jugendtourist" in Richtung Österreich und Bundesrepublik stellte, wurde auch dieser abgelehnt. Mein ursprünglicher Plan war, mich während der Reise im Bereich Coburg/Bayern abzusetzen und meinen Wohnort dorthin zu verlegen, da ich keine Zukunft mehr in der DDR sah. Trotzdem wurde ich kurze Zeit Helfer der Polizei, wurde jedoch danach von Mitarbeitern des MfS festgenommen, was zum endgültigen Bruch mit der DDR führte. Weitere Anwerbungsversuche der SED-Kampftruppen scheiterten. Die Vorbereitung eines "Operativen Vorgangs" wurde durch den Fall der Mauer verhindert.

Berichte

- "Loss dich nier mit dannena ei", in: Freies Wort, Juli 2012

Kooperation

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Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

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Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

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Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

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Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

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Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Samstag, der 2. Juli 2016 - Heute vor 60 Jahren

2.7.1956: Die sowjetische Führung spricht sich von der Mitverantwortung für die stalinistischen Verbrechen frei. Man habe im »bitteren Kampf gegen die imperialistische Welt (....) Einschränkungen der Demokratie« in Kauf nehmen müssen.