Bild:  Elke Schlegel

Elke Schlegel, Rheinland-Pfalz (Koblenz)

"Das Böse triumphiert allein dadurch, dass gute Menschen nichts unternehmen. (Edmund Burke)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Hafterfahrungen/MfS, Bürgerrechtsbewegung

Biografisches

1958 in Jena geboren
1964 Besuch der Polytechnischen Schule „Werner Seelenbinder“ in Jena
1974 Ausbildung zur Hotelfachfrau im „Interhotel International“ Jena
1981 Geburt des Sohnes
1983 Ausreiseantrag, Besuch der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. Arbeitslos, da politisch nicht mehr tragbar
1984 Verhaftung durch die Staatssicherheit, Untersuchungshaft Gera. Verurteilung zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis im Frauenzuchthaus Hoheneck (Stollberg) wegen versuchter Republikflucht, landesverräterischer Nachrichtenübermittlung und Beeinträchtigung staatlicher oder gesellschaftlicher Tätigkeit
1984 wegen Haftunfähigkeit freigekauft durch die Bundesrepublik
1985 Einreise des Sohnes in die Bundesrepublik
2000 Ausbildung zur Automobilkauffrau
Mitglied im Frauenkreis der ehem. Hoheneckerinnen

Kurzbeschreibung

„Mitkommen!“ brüllte der ranghöchste Stasi-Offizier und stürmte an mir und meinem Freund vorbei in unsere Wohnung. Plötzlich standen fünf Männer und eine Frau vor uns. "Klärung eines Sachverhaltes", hieß es. Wir galten als Staatsfeinde. Damit unser Ausreiseantrag endlich bewilligt wurde, demonstrierten wir regelmäßig mit Regimegegnern des "Weißen Kreises" und versammelten uns zu stummen Protesten. Unseren Sohn durfte ich zu meiner Mutter bringen und ich verabschiedete mich mit den Worten: "Ich gehe dir was Schönes kaufen". Das schlimmste an der Haft war die Ungewissheit über den Verbleib des eigenen Kindes. Unser Ausreiseersuchen war soweit bearbeitet, dass wir schon seit Tagen auf gepackten Koffern saßen. Heute weiß ich, dass Franz Josef Strauß mit seiner Vermittlertätigkeit beim sogenannten "Milliardenkredit" damals Ausreisegenehmigungen für politisch Inhaftierte verlangte. Es gab nicht genügend Inhaftierte und eine Welle der Verhaftungen zog sich durch Jena. Mein Wunsch ist es, bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur zu helfen und dazu beizutragen, dass die Opfer und die DDR-Geschichte nicht in Vergessenheit geraten.

Bericht:

"Mauerfall: Wahl-Koblenzerin saß im DDR-Zuchthaus" - Elke Schlegel erinnert sich an das Leben in der DDR, Ausreiseantrag und Inhaftierung. Rhein-Zeitung, 05.11.2014

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