Bild:  Frank Pfeifer

Frank Pfeifer, Sachsen (Leipzig)

"Dinge lassen sich verändern, die unveränderbar erscheinen."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kirche, Flucht/Ausreise/Freikauf, Grenzerfahrungen, Mauerfall 9. November 1989, Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

1962 im sächsischen Meerane geboren
1981 Abitur in Glauchau (Sachsen) 
1981-1983 Grundwehrdienst
1984-1987 Diakonausbildung in Züssow (Mecklenburg-Vorpommern)
1987-1989 Altenpflegehelfer in Berlin, Engagement im Weißenseer Friedenkreis 
1989 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland
1991-1997 Studium der Journalistik und Religionsgeschichte in Leipzig
seit 1999 Redakteur an verschiedenen Tageszeitungen in Sachsen

Kurzbeschreibung

Frank Pfeifer wuchs im sächsischen Dorf Dennheritz auf. Er erlebte als Kind mit, wie das Bauerngut seiner Großeltern und Eltern gegen deren Willen zwangskollektiviert wurde. Diese Erfahrung prägte ihn. Das System sah er von nun an kritisch. Frühzeitig engagierte er sich in der Kirche, brachte aber nicht den Mut auf, sich gegen einen Grundwehrdienst bei den Grenztruppen der DDR auszusprechen. Erst während der 18-monatigen Armeezeit wurde ihm bewusst, dass er sich entscheiden musste. Er trat ein geplantes Landwirtschaftsstudium nicht an, sondern begann eine Ausbildung zum Diakon. 1987 ging er nach Berlin, wo er bald Kontakt zum Weißenseer Friedenskreis fand. Maßgeblich bereitete er mit Mario Schatta und Evelyn Zupke Veranstaltungen vor, mit deren Hilfe es gelang, die Fälschung der Kommunalwahlen am 7. Mai 1989 im Berliner Stadtbezirk Weißensee nachzuweisen. In der Berliner Umweltbibliothek schrieb er mit an der Dokumentation "Wahlfall 89", die in mehreren Auflagen zu jeweils einigen tausend Stück erschien und Berichte über Wahlmanipulationen in der DDR zusammengefasst wurden. Er stellte einen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft und organisierte an jedem Siebten des Monats eine Demonstration gegen den Wahlbetrug mit, was zum Staatsfeiertag am 7. Oktober in einen Massenprotest mündete. Mehrfach verhaftete ihn die Staatssicherheit, bis er Ende Oktober 1989 die DDR verließ. Erst nach der Wiedervereinigung studierte er. Heute arbeitet er als Redakteur bei der Leipziger Volkszeitung.

Kooperation

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Informationsblatt Finanzierung

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Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

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Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Freitag, der 30. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

30.9.1956: »Neues Deutschland« gibt bekannt, dass ab dem 1. Oktober Mitarbeiter des staatlichen und des genossenschaftlichen Einzelhandels der DDR in einem neuen Prämiensystem am Umsatz beteiligt würden.