Bild:  Stephan Krawczyk

Stephan Krawczyk, Berlin (Berlin)

"Au Partei, du Druckverband / auf offenen Wunden / unter dir wird's Vaterland / auch weiterhin gesunden / Nur die frische Blutzufuhr / die hast du unterbrochen / mit der Zeit hat jeder Mull / nur übel noch gerochen"

Thema: Kunst, Kultur und Literatur, Bürgerrechtsbewegung, politische Haft

Biografisches

1955 in Weida geboren
1974 Abitur, danach Grundwehrdienst
1978-1982 Fernstudium im Fach Konzertgitarre in Weimar
1985 Austritt aus der SED und Berufsverbot als Liedermacher
1987 Mitarbeit am illegalen Radiosender „Schwarzer Kanal“
1988 Verhaftung und Abschiebung in die Bundesrepublik

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Krawczyk, Stephan: Mensch, Nazi: Ein Roman, Verlag Edition Chrismon, 2012.
Krawczyk, Stephan: Wendedankfest. Boddin: Kunsthaus Verlag, 1990.

www.stephan-krawczyk.de

Kurzbeschreibung

Nach Abitur und dem Studium der Konzertgitarre an der Franz-Liszt-Hochschule in Weimar arbeitete Stephan Krawczyk seit 1980 als freiberuflicher Künstler. 1981 gewann er den Nationalen Chansonwettbewerb der DDR, zog 1984 nach Ost-Berlin. Im selben Jahr begann er zu schreiben. Immer schärfere Kritik an der DDR wurde in den Texten des Liedermachers erkennbar, er thematisierte den täglichen Machtmissbrauch, Umweltzerstörung und fehlende Alternativen. 1985 wurde er mit einem Berufsverbot belegt. Er trat in Kirchen auf, wurde zur Symbolfigur der DDR-Bürgerbewegung und arbeitete beim illegalen Radiosender „Schwarzer Kanal“ mit. Am 17. Januar 1988 wurde er im Zuge der Liebknecht-Luxemburg-Demonstrationen verhaftet. Unter Androhung einer langjährigen Haftstrafe stimmte er einer Ausreise zu. Am 2. Februar wurden er und seine Frau, Freya Klier, aus dem Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen in die Bundesrepublik gefahren. Seitdem diverse Veröffentlichungen auf musikalischem und literarischem Gebiet, Reisen, Tourneen, ab 2003 auch als Kabarettist. Krawczyk ist Vater von vier Kindern und lebt in Berlin.

Schulprojekt mit Stephan Krawczyk

Im Rahmen eines Schulprojekts liest Stephan Krawczyk aus seinem Buch "Mensch, Nazi" und singt Lieder, die im Kontext des Themas Rechtsextremismus stehen. Im anschließenden Gespräch werden die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit Rechtsextremismus und Zivilcourage diskutiert.

Für die Schulen entstehen keine Kosten. Das Projekt wird von der Bundeszentrale für Politische Bildung finanziert.

Berichte

"Mensch, Nazi" - der Liedermacher und Schriftsteller Stephan Krawczyk zum dritten Mal zu Besuch am Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Schweinfurt, 23.04.2015.

Stephan Krawczyk berichtet im Gymnasium Taunusstein über sein Leben in der DDR - Zwei neunte Klassen des Gymnasiums begrüßten Stephan Krawczyk, der neben zwei Gitarren und einem Bandoneon auch eine selbst geschriebene Geschichte mitbrachte, um von seiner Zeit im "real existierenden Sozialismus" zu berichten. Wiesbadener Tagblatt, 20.03.2015.

"In Gera Geschichtsaufarbeitung mit Stefan Krawczyk", in der Ostthüringischen Zeitung vom 25. Februar 2012.

Unterrichtsmodule

Die Unterrichtsmodule zum Thema "Bürgerrechtsbewegung", "Hafterfahrungen" und "Kunst und Kultur" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Stefan Krawczyk. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge" und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Montag, 24 Juli 2017 - Heute vor 58 Jahren

24.7.1959 Vor laufenden Fernsehkameras diskutieren der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow und US-Vizepräsident Nixon in der »Küchendebatte« in Moskau über Vor- und Nachteile des Kommunismus und des Kapitalismus.