Bild:  Jens Asche

Jens Asche, Berlin (Berlin)

"Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung. (Saint-Exupéry-Antoine )"

Thema: Hafterfahrungen/MfS, Flucht/Ausreise/Freikauf

Biografisches

1959 geboren in Brandenburg
1966-1976 Besuch der Polytechnischen Oberschule in Halle
1976-1979 Lehre in der Berufsschule der Deutschen Post zum Facharbeiter für Nachrichtentechnik
1980 bis 1981 Mitglied der SED
Oktober 1984 Inhaftierung
Juli 1985 Freikauf durch die Bundesrepublik.

Kurzbeschreibung

Ich wuchs auf in Halle/Saale an der NVA-Kasernenmauer und lebte in einer "DDR-Musterfamilie". Wir hatten keine Antennen zum Westempfang auf dem Dach. So wurde ich 1980 Lagerleiter im Zentralen Pionierlager "Kurt Bürger" in Parchim. Ich spürte von Beginn an, dass ich großen Einfluss auf die Kinder im Pionierlager ausüben konnte. Sie waren insbesondere für das "Wachestehen" am Lagerfeuer zu begeistern. Mir wurde klar, dass es nicht um die Pionierferienlagerwache ging, sondern um die Vorbereitung auf den Militärdienst. Antworten auf meine Fragen erhielt ich in der Jungen Gemeinde. Die Genossen bemerkten meine Abtrünnigkeit und wollten mich zu Spitzeldiensten in die Junge Gemeinde schicken. Die NVA rief mich zur Musterung und entschied mich, den Dienst als Bausoldat zu absolvieren. Am selben Tag durfte ich meine Dienststelle bei der Deutschen Post nicht mehr betreten. Ich wurde wegen pazifistischer Gedanken aus der SED ausgeschlossen und bekam eine Arbeitsplatzbindung. Im Oktober 1984 wurde ich wegen Beeinträchtigung staatlicher Tätigkeit (Androhung der Herbeiführung eines staatsfeindlichen Zusammenschlusses) inhaftiert und zu achtzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Im August 1985 wurde ich von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft. Seitdem lebe ich in Berlin. Heute arbeite ich als Medizintechniker und engagiere mich in sozialen Projekten.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

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Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Sonntag, 11 Dezember 2016 - Heute vor 60 Jahren

11.12.1956 In Ungarn beginnt ein Generalstreik, auf den die Regierung mit der Ausrufung des Ausnahmezustands im ganzen Land reagiert. Ganz Budapest ist ohne Strom.