Bild:  Anita Goßler

Anita Goßler, Berlin (Berliln)

"Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört. (Willy Brandt)"

Thema: Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

1933 in Delitzsch bei Leipzig (Sachsen) geboren
1939-1949 Besuch der Schule in Wittenberg, Abschluss nach der 10. Klasse
1949-1951 tätig in einer Seifenfabrik in Delitzsch
1951-1953 Ausbildung bei der Reichsbahn (Fahrdienstleisterin)
Januar 1953 Verhaftung und Abbruch der Ausbildung
Oktober 1953 Geburt der Tochter im Haftkrankenhaus Leipzig/Meusdorf
Anfang  1954 Trennung von Mutter und Kind
April 1954 Haft im Frauengefängnis Hoheneck
September 1956 Haftentlassung nach Delitzsch
1958 Übersiedlung in die Bundesrepublik

Kurzbeschreibung

Anita Goßler wurde 1933 in Delitzsch bei Leipzig geboren und besuchte bis zur zehnten Klasse die Schule in Wittenberg. Sie wollte Abitur machen, um Medizin studieren zu können. Dieser Wunsch wurde ihr vom SED-Staat verwehrt. Grund hierfür war vermutlich, dass Anita Goßler evangelisch war und sich konfirmieren ließ. Nach ihrem Schulabschluss musste sie in einer Seifenfabrik arbeiten, bevor sie ab 1951 eine Ausbildung bei der Bahn absolvieren konnte. 1953 wurde sie verhaftet und in die Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit nach Leipzig gebracht. Man warf ihr vor, "Mitwisserin des Waffenbesitzes ihres damaligen Verlobten" zu sein. Bereits während der U-Haft stellte sich heraus, dass sie ein Kind erwartete. Am 15. Mai 1953 wurde Anita Goßler zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Grund der Verurteilung war ebenfalls der Vorwurf der "Verbreitung friedensgefährdender Gerüchte". In ihrer Haftzeit wurde Anita Goßler immer wieder physisch misshandelt, auch während der Schwangerschaft. Im Oktober 1953 wurde ihre Tochter im Haftkrankenhaus Leipzig-Meusdorf geboren, die man ihr Anfang 1954 wegnahm. Drei Monate später wurde Anita Goßler in das Frauengefängnis Hoheneck gebracht, wo sie Zwangsarbeit leisten musste. Man nötigte sie, ihr Kind zur Adoption freizugeben. Im September 1956 wurde Anita Goßler aus dem Gefängnis entlassen und verdiente anschließend in einer Schokoladenfabrik in Delitzsch ihren Lebensunterhalt. Wenig später lernte sie ihren jetzigen Mann kennen und ging mit ihm in den Westen. Heute lebt sie als Rentnerin mit ihrem Mann in Berlin.

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