Bild:  Hartmut Ernst Henke

Hartmut Ernst Henke, Baden-Württemberg (Leinfelden-Echterdingen)

"Pflanze einen Baum und gewinne einen Freund!"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

9.10.1944
Als Sohn des Landwirts Karl Henke in Görlitz geboren.
1950-1958 Grundschule in Ludwigsdorf
1958-1962 Erweiterte Oberschule in Reichenbach O/L
1962-1968
TU-Dresden Maschinenbau Dipl.-Ing. für Landmaschinentechnik
1968
Konstrukteur im VEB Fortschritt Neustadt Sa. Mähdrescherwerk Singwitz
21.8.1968
Protest gegen die Invasion der Warschauer Paktstaaten in der CSSR/Prag
20.12.1968
Verurteilung durch das Kreisgericht Dresden Ost zu 22 Monaten Haft
1969
Freikauf und Entlassung in die Bundesrepublik Deutschland
1970-1971
RWTH-Aachen Aufbaustudium Wirtschaftswissenschaften
1971-1973
Bundeswehrersatzdienst als „Peace Corps Volunteer“ in Indien
1976-1991
Auslandseinsätze im Rahmen der internationalen Entwicklungshilfe: Kamerun, Philippinen, Sri Lanka, Pakistan, Türkei
Seit 1992
Fachberater für landtechnische Projekte in Entwicklungsländern
Lebt mit seiner Familie in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart

Kurzbeschreibung

Als Kind sang Hartmut Henke begeistert die DDR-Nationalhymne "Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt, lass uns dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland". Während des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 in Ludwigsdorf erlebte er den wahren Charakter der DDR als Väter seiner Schulkameraden verhaftet und verurteilt wurden. Sein christlicher Freiheitsdrang erwachte. Nachdem Henke sich konfirmieren ließ und nicht an der Jugendweihe teilnahm, wurde ihm der Besuch der Oberschule verweigert. Als seine Eltern nach der Zwangskollektivierung in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) eintraten, durfte ihr Sohn dann doch noch die höhere Schule besuchen. Nach dem Bau der Mauer konnte Henke sogar ein Studium an der TU-Dresden als Landmaschinenbauer ohne vorherigen Militärdienst beginnen. In der Nacht vom 21. August 1968 fuhren die Panzer der Roten Armee aus den Kasernen des Bezirkes Dresden in das Nachbarland Böhmen/CSSR, um den Prager Frühling niederzuschlagen. "1938 braune deutsche Faschisten in Prag – 1968 rote sowjetische Kommunisten in Prag" kommentierte er in einer Versammlung im Konstruktionsbüro des Mähdrescherwerkes Singwitz. Um sich einer Einberufung zur NVA zu entziehen, versuchte er, die DDR zu verlassen. Der Fluchtversuch misslang. Henke kam im Zuchthaus in Cottbus in Haft und wurde später von der Bundesrepublik freigekauft. Fortan konnte er seine Lebensaufgabe – "Schwerter zu Pflugscharen" – an vielen Orten in der Welt in die Tat umsetzen.

 

Hartmut Ernst Henke im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Hartmut Ernst Henke wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

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Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

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