Bild:  Mathias Passeck

Mathias Passeck, Sachsen (Chemnitz)

"Ich wollte aus diesem Gefängnis nicht fliehen, sondern es einreißen."

Thema: Kirche, Bürgerrechtsbewegung, Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

1965 geboren in Karl-Marx Stadt (heute Chemnitz)
1981 Abschluss der 10. Klasse
1981-1983 Ausbildung als Maurer
Herbst 1989 Untersuchungshaft im Chemnitzer Kaßberg-Gefängnis
ab 1990 ehrenamtlicher Wahlhelfer

Kurzbeschreibung

Mathias Passeck wuchs in einer christlichen Familie auf, die ihren katholischen Glauben lebte. Die Kinder spürten in der Schule die Konsequenzen. Hänseleien waren alltäglich. Der Schwester von Mathias Passeck wurde der höhere Schulweg verweigert. Als Jugendlicher wurde Mathias Passeck jedes Jahr in Bulgarien an der türkischen und griechischen Grenze daran erinnert, dass er aus demjenigen Deutschland stammt, wo Freiheit keine Rolle spielt. Dies wurde ihm auch beim Tragen des Aufnähers „Schwerter zu Pflugscharen“ deutlich. Als Wahlbeobachter bei den letzten Kommunalwahlen des DDR-Regimes war er aus SED-Perspektive nicht geduldet. Am 7. Oktober 1989 nahm er an einer Veranstaltung zu „Fragen der Zeit“ der Theaterschaffenden von Karl-Marx Stadt teil, schloss sich der anschließenden friedlichen Demonstration ins Stadtzentrum an und wurde abends von der Staatsicherheit verhaftet. Er bekannte sich zu den Zielen des „Neuen Forums“ und verlieh seinem Unmut über das DDR-Regime Ausdruck. Am nächsten Morgen wurde er in Untersuchungshaft gebracht. Nach drei Tagen wurde er auf Druck der Kirche entlassen und unterstützte die friedliche Revolution mit Plakaten und der Teilnahme an den Montagdemos.

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Samstag, der 2. Juli 2016 - Heute vor 60 Jahren

2.7.1956: Die sowjetische Führung spricht sich von der Mitverantwortung für die stalinistischen Verbrechen frei. Man habe im »bitteren Kampf gegen die imperialistische Welt (....) Einschränkungen der Demokratie« in Kauf nehmen müssen.