Bild:  Andreas Schönfelder

Andreas Schönfelder, Sachsen (Großhennersdorf)

"Das ist das Schwerste: Zu wissen verborgenes Maß der Erkenntnis. Aber in ihm ruht allein jeder entscheidende Sinn. (Solon von Athen)"

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kunst, Kultur und Literatur

Biografisches

1958 geboren in Oberschlema
1964 - 1974 Grundschule in Aue/Gera
1974 – 1977 Baufacharbeiter mit Abitur
1977-1990 "Katharinenhof" Großhennersdorf/"Ewald-Melzer-Heim" - Arbeit mit geistig Behinderten
1979 – 1981 Facharbeiter für Krankenpflege in Löbau/Studium an der FH Zittau/ Görlitz
1993 – 1996 Sozialarbeit / Sozialpädagogik in Görlitz
1991 – heute Leiter der Umweltbibliothek Großhennersdorf

Kurzbeschreibung

Als Schüler noch zu einem längeren Wehrdienst verpflichtet, hatte sich Andreas Schönfelder während seiner Lehre zur Waffendienstverweigerung entschieden und verweigerte später total. Er engagierte sich für die Initiativen Sozialer Friedensdienst und Schwerter zu Pflugscharen. Schönfelder beriet Wehrdienstverweigerer und gründete 1982 mit Freunden den staatlich unabhängigen Offenen Friedenskreis Großhennersdorf. Dessen Mitglieder zeigten zu Pfingsten 1983 kritische Plakate, organisierten ein Treffen von Friedensgruppen aus Dresden, Halle und Jena und pflegten Kontakte zu bundesdeutschen Friedensbewegten. 1984/85 entstand um Schönfelder erneut eine Gruppe, die sich mit Zweidrittel-Welt-Arbeit befasste. Die Auseinandersetzung mit Diktaturen in Lateinamerika war zuallererst eine Auseinandersetzung über die täglich selbst erlebte Diktatur DDR. Ab 1983 organisierte Schönfelder in Großhennersdorf jährlich Performances mit Bands und  Lyriklesungen. Kontakte wuchsen zur illegalen tschechischen Kunstszene. Von 1987 an baute Schönfelder nach dem Berliner Vorbild eine Umweltbibliothek in seinem Wohnhaus auf, die sich dort bis zur Revolution befand und damit als einzige nicht unter dem Dach der Kirche angesiedelt war. Das MfS versuchte die "öffentlichkeitswirksamen Aktivitäten" und die Verbreitung von Samisdatpublikationen zu verhindern. Im Herbst 1989 machte Schönfelder das Neue Forum in der Oberlausitz publik und stellte im Oktober seine Anschrift als Kontaktadresse zur Verfügung. Als Vertreter des Bezirkes Dresden gehörte er dem Republiksprecherrat an und war im Ausschuss gegen Korruption und Amtsmissbrauch tätig. Nach 1989 war er vier Jahre Kreisrat, zeitweise Bürgermeisterstellvertreter und ist bis heute Stadtrat der Stadt Herrnhut und leitet die Umweltbibliothek Großhennersdorf.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Donnerstag, der 28. Juli 2016 - Heute vor 60 Jahren

28.7.1956: Die USA sichern Großbritannien und Frankreich Unterstützung in der Frage des Suezkanals zu, lehnen militärische Repressalien und scharfe Sanktionen gegen Ägypten jedoch ab.