Bild:  Thomas Klingenstein

Thomas Klingenstein, Berlin (Berlin)

"Kindern Kirschen schenken und schimpfen, wenn sie Kerne spucken"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Kunst, Kultur und Literatur, politische Haft

Biografisches

1961 in Berlin geboren als Thomas Erwin, nahm 1986 den Geburtsnamen seiner Mutter an
1967-1975 Besuch der Polytechnischen Oberschule in Ost-Berlin
1979 Abitur in Ost-Berlin
1979-1980 Aufsicht in der Ostasienabteilung des Pergamonmuseums Berlin
1980 Verhaftung durch die Staatssicherheit, Untersuchungshaft in Hohenschönhausen
1981 Abschiebung in die Bundesrepublik
1981-1996 selbstständig als Künstler in Frankreich, Spanien, Japan und den USA
Seit 1996 lebt und arbeitet in Berlin

Kurzbeschreibung

Thomas Klingenstein verbrachte seine Kindheit in Berlin und entdeckte früh sein Interesse an Asien. Da er kein Arbeiterkind war, bedurfte es der Empfehlung des damaligen Japanologie-Professors Jürgen Berndt (Humboldt-Universität Berlin), um die Oberschule besuchen zu dürfen. Der Schulverweis einer kritischen Mitschülerin brachte ihn in der 11. Klasse in Konflikt mit der Schulleitung. Er legte seine Funktion als Agitator nieder. Noch während seiner Oberschulzeit suchte er den Kontakt zu Robert Havemann. Aufgrund seiner SED-kritischen Haltung wurde ihm das Studium verwehrt. Als Schriftsteller engagierte er sich in der oppositionellen Kunst- und Kulturszene in Berlin und Dresden. Kontakte zu Diplomaten und in der DDR akkreditierten West-Journalisten ermöglichten ihm, für sich und andere eine Alternative zum zensierten Postverkehr zu schaffen. Durch die Bekanntschaft mit Stefan Heym lernte er Stephan Hermlin kennen, der sich für erste Veröffentlichungen seiner Gedichte in der DDR einsetzte. Noch während Klingensteins Untersuchungshaft 1980 im Stasigefängnis Hohenschönhausen erschien sein Gedichtband „Der Tag will immer Morgen bleiben“ im Piper-Verlag München. 1981 wurde Klingenstein nach zahlreichen Protesten in die Bundesrepublik abgeschoben und lebt – nach teils längeren Arbeits- und Lebensstationen in Frankreich, Spanien, Japan und den USA – heute als Maler und Schriftsteller in Berlin.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugenerinnerungen und -interviews

Im Archiv der Bundesstiftung Aufarbeitung finden sich zahlreiche Zeitzeugen- erinnerungen, die als lebensgeschichtliche Interviews vor allem Auskunft über das Wirken in Opposition und Widerstand, aber auch über Haftzeiten und Lageralltag geben.

Eine Übersicht über weitere Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren, finden Sie hier [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Dienstag, 17 Oktober 2017 - Heute vor 28 Jahren

17.10.1989 Die polnische Regierung fordert von der Sowjetunion eine Entschädigung für die Zwangsarbeit von etwa 3,5 Millionen zwischen 1939 und 1959 verschleppten Polen.