Bild:  Angelika Feustel

Angelika Feustel, Bayern (München)

"...und für jeden verzweifelten Menschen auf der ganzen weiten Welt und wir schauten hinauf zu den leuchtenden Glocken der Freiheit. (Bob Dylan: Chimes of Freedom) "

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

1956 in Elsterberg geboren, vier Kinder
1974 Abitur, keine Zulassung zum Studium, Ausbildung zur Weberin
1975 Beginn Fachstudium Webereitechnik
1977 Festnahme nach einem geplanten Fluchtversuch
1977-1979 politische Haft im Frauengefängnis Hoheneck
1979 Entlassung in die DDR, Arbeit in einer Drogerie
1982 Stellung eines Ausreiseantrages
1983 Ausreise
1996-2000 Studium Sozialpädagogik
seit 2000 Arbeit als Sozialpädagogin

Eigenständige Veröffentlichung:
Feustel, Angelika: Osthippie. Leipzig: Engelsdorfer Verlag, 2011.

Kurzbeschreibung

Nach dem Abitur wurde ich wegen „ungenügender gesellschaftlicher Tätigkeit“ nicht zum Studium zugelassen. Schon da trug ich mich mit Fluchtgedanken, weil ich frei sein wollte. Ich arbeitete in einem Textilbetrieb und wurde von diesem zu einem Fachschulstudium „delegiert“, was meinen Interessen und Fähigkeiten widersprach. 1977 erfuhr die Staatssicherheit von meinem geplanten Fluchtversuch über Bulgarien. Ich wurde verhaftet und zu 18 Monaten verurteilt, die ich im Frauengefängnis Hoheneck absaß. Danach wurde ich nicht freigekauft, sondern zurück in die DDR entlassen. Ich arbeitete als ungelernte Kraft in einer Drogerie und stellte 1982 mit meinem Mann und zwei Kindern einen Ausreiseantrag. Einen Tag vor Weihnachten 1983 wurde die Ausreise gewährt. In der Bundesrepublik war ich in der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte e.V. (IGFM) aktiv und schrieb ein Buch über meine Jugend in der DDR. Die Staatssicherheit überwachte mich auch hier, da sie feindliche Aktivitäten gegenüber der DDR vermutete.

 

Angelika Feustel im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Angelika Feustel wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V., gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Dienstag, der 27. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

27.9.1956: US-Präsident Eisenhower fordert auf einer Pressekonferenz erneut, den Suezkanal unter internationale Kontrolle zu stellen. Die ägyptische Regierung lehnt dies tags darauf ab.