Bild:  Marianne Pumb

Marianne Pumb, Berlin (Berlin)

"Während der Abrissarbeiten der Berliner Mauer lernten unsere Kinder Rad fahren. Auf dem Grenzstreifen. Erst hielten wir sie noch, stützten sie. Dann fuhren sie wackelig und lachend davon..."

Thema: Kirche, Kunst, Kultur und Literatur

"...Auf dem Todesstreifen. Zwischen den leeren, gespenstischen Wachtürmen. Dieses Unglaubliche, dieses Befreiende, dieses Glück … ich kann es gar nicht beschreiben."

Biografisches

1961 geboren in Neubrandenburg, Pastorentochter (geb. Zarft)
Aufgrund der fehlenden Mitgliedschaft in den Pionieren und der FDJ keine Zulassung zur EOS, später keine Zulassung zum staatl. Hochschulstudium
1977-1980 Ausbildung zur Krankenschwester an der Medizinischen Fachschule in Berlin-Buch
1980-1989 Arbeit als Kranken- und Gemeindeschwester
1980-1982 Abitur auf der Abendschule
1994-2004 Tätigkeit im Sekretariatsdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen
seit 2005 freie Autorin, lebt und arbeitet in Berlin

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Pumb, Marianne/Bürster, Helga: Mauerschatten. Vechta-Langförden, Geest-Verlag, 2011.
Pumb, Marianne: Unter uns Pastorentöchtern… Roman, Vechta-Langförden, Geest-Verlag, 3. Auflage 2010

Kurzbeschreibung

Marianne Pumb, als Pfarrerstochter 1961 in Neubrandenburg geboren, schrieb bereits als Kind Gedichte. Trotz hervorragender schulischer Leistungen wurde sie nicht zur Erweiterten Oberschule und später nicht zum staatlichen Hochschulstudium zugelassen. Seit 1977 lebte sie in Berlin, wurde Krankenschwester und veröffentlichte ihre ersten Texte, etwa für Kulturprogramme der Medizinischen Fachschule „Dr. Georg Benjamin“. Dort wurde sie wegen politischer Differenzen ausgegrenzt. Selber ließ sie sich nicht für den SED-Staat vereinnahmen. So lehnte sie beispielsweise einen Literaturpreis ab, der eine Einladung zu einem bedeutenden Poetenseminar der DDR zur Folge gehabt hätte. Nach der Friedlichen Revolution begann sie damit, professionell zu schreiben. Heute veröffentlicht sie in Zeitschriften und Anthologien, hält Lesungen und arbeitet in Projekten mit Musikern und Bildenden Künstlern zusammen. Ihr 2009 erschienener Roman „Unter uns Pastorentöchtern…“ thematisiert das Aufwachsen als Pastorentochter in der DDR. „Mauerschatten“, veröffentlicht zusammen mit Helga Bürster, erzählt zum 50. Jahrestag des Mauerbaus von 50 Jahren Frauen-Leben in Ost und West.

Thematische Schwerpunkte von Marianne Pumb sind Schule und Kirche (Ausgrenzung) in der DDR.

Gedicht von Marianne Pumb

Seid bereit

Ich durfte nicht Pionier sein
Sie hatten ein blaues Halstuch
Käppis und weiße Blusen
Sie gehörten zusammen –
Ich nicht. Ich wurde verhöhnt

Band Taschentücher um den Hals meiner Puppen
die waren nun „christlicher Pionier“
drückte ihnen die Hand an den Kopf
zum sozialistischen Gruß – Immer bereit –
Kam meine Mutter herein
schämte ich mich

Ich war sechs Jahre alt

Später wurde das Pionier-
in Freizeithaus umbenannt
Ging ich hinein und sagte
Wie schön, dass meine Kinder
nicht mehr „Pionier sein?“
„oder nicht sein“ müssen

Sagte die Frau
Ach was
das war doch nie so schlimm
Wir waren immer –
für die anderen

Aus: Marianne Pumb, Limettensonne. Geest-Verlag 2003, 3. Auflage 2006.

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