Bild:  Michael Proksch

Michael Proksch, Bayern (München)

"Keiner kennt die Angst so gut wie der Mutige und keiner weiß so gut, wie man sie überwindet."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Hafterfahrungen/MfS, Kunst, Kultur und Literatur

Biografisches

1958
geboren in Dresden
1977 Abitur
1979 Studium der Informatik an der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt
1982 Klavierstudium an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ in Dresden
1983 gescheiterter Fluchtversuch über Bulgarien nach Jugoslawien
Januar 1984 Verurteilung zu zwei Jahren und acht Monaten Haft
1985 Freikauf durch die Bundesrepublik
1985-1991 Fortsetzung des Studiums in Genf, München und Berlin
Lebt als freiberuflicher Komponist, Pianist und Schriftsteller in München

Michael Proksch steht als Zeitzeuge für Veranstaltungen im Raum München und Dresden zur Verfügung.

Veröffentlichungen (u.a.)
Dorothea Ebert/Michael Proksch: Und plötzlich waren wir Verbrecher. Geschichte einer Republikflucht. Deutscher Taschenbuch Verlag, 2010.

Kurzbeschreibung

Gemeinsam mit seiner Schwester und ihrem Mann sowie einem befreundeten Kunststudenten unternahm Michael Proksch im Sommer 1983 einen Fluchtversuch. Sie wollten während einer Ferienreise zu Fuß über die bulgarische Grenze nach Jugoslawien. Eltern und Freunde wussten nichts davon. Der Versuch scheiterte. Nach fünf Monaten Untersuchungshaft wurde er zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt und Anfang 1985 von der Bundesrepublik freigekauft. Heute lebt er als freiberuflicher Komponist und Pianist in München. Er komponiert Musik für Bühnenprojekte, Hörbücher (z.B. Sergio Bambaren "Samantha: Eine Geschichte über Freundschaft") und Filmproduktionen und veröffentlicht Werke zur Klavierdidaktik (z.B. "Ein Spanier für Elise"). Die Beweggründe der Flucht sind Gegenstand des Buches „Und plötzlich waren wir Verbrecher“, das er zusammen mit seiner Schwester veröffentlicht hat.

weitere Informationen unter www.michaelproksch.de

Bericht

"Eine Geschichte wie aus einer anderen Zeit" - Am Königsbrunner Gymnasium berichtet Michael Proksch den 10. Klassen von seinem Fluchtversuch und seinen Gründen, die DDR zu verlassen. Augsburger Allgemeine, 24.11.2014

Dokumentarfilm

"Aus der DDR nach Bayern: Mit der Flucht ist es nicht vorbei", Lebenslinien, Bayerischer Rundfunk, November 2014, 44 Min.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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11.12.1956 In Ungarn beginnt ein Generalstreik, auf den die Regierung mit der Ausrufung des Ausnahmezustands im ganzen Land reagiert. Ganz Budapest ist ohne Strom.