Bild:  Stefan Lauter

Stefan Lauter, Berlin (Berlin)

"Im Westen die Freiheit, im Osten das Brot!"

Thema: Hafterfahrungen/MfS, Bildung/Erziehung/Heimerfahrungen

Biografisches

1967 geboren in Berlin
1983 Abschluss der Polytechnischen Oberschule in Berlin
1983-1984 Lehre als Zerspanungsfacharbeiter
1984 Verlegung in den Jugendwerkhof Freital/Sachsen
1985 Einweisung in den Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau
1985-1986 Schmiedegehilfe in einer Industrieschmiede
1986-1999 Tätigkeit im Lebensmitteleinzelhandel
1990-1991 Zivildienst im Umweltamt Berlin-Pankow
1999-2003 Studium der Wirtschaftswissenschaften an der FHTW Berlin
2003-2007 Mitarbeiter in der Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße

Kurzbeschreibung

Ich bin in Ost-Berlin geboren und aufgewachsen. Aufgrund von Konflikten in Schule und Elternhaus kam ich mit 15 Jahren in eine Jugendhilfe-Einrichtung. Dort widersetzte ich mich der „Erziehung zu einer vollwertigen sozialistischen Persönlichkeit“. Ich trat aus der FDJ aus und wurde Punk. Da ich drei Mopeds unbefugt benutzt und mich auch geprügelt hatte, musste ich von 1983 bis 1984 eine Jugendhaftstrafe im Jugendhaus Halle/Saale absitzen. Aufgrund meiner Haltung wurde ich nach meiner Haftentlassung im November 1984 in einen Jugendwerkhof nach Freital (Sachsen) eingewiesen und kam von dort aus, nur wenige Monate später, nach Torgau in den Geschlossenen Jugendwerkhof. Als ich volljährig wurde, musste man mich gehen lassen. Seit Gründung des Vereins "Initiativgruppe geschlossener Jugendwerkhof Torgau" bin ich am Aufbau der Gedenkstätte beteiligt. Bis 2010 war ich Mitglied des Opferbeirates. Ich habe Projekte wie das Jugendtheater "piccolo" in Cottbus, zwei Tanzprojekte von Golde Grunske und die Bücher "Weggesperrt" von Grit Poppe sowie "Erziehung hinter Gittern" von Nicole Glocke begleitet.

Berichte

Stefan Lauter besuchte die Erich-Kästner-Schule in Maintal und erzählte den Schülerinnen und Schülern von seinen Erfahrungen im "Jugendwerkhof" Torgau.

"Schlimmer als Knast. Die Jugendwerkhöfe der DDR", Videointerview mit Stefan Lauter, MDR.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Freitag, der 30. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

30.9.1956: »Neues Deutschland« gibt bekannt, dass ab dem 1. Oktober Mitarbeiter des staatlichen und des genossenschaftlichen Einzelhandels der DDR in einem neuen Prämiensystem am Umsatz beteiligt würden.