Bild:  Anne Hahn

Anne Hahn, Berlin (Berlin)

"Mein Bett hab ich im Freien gemacht/ Und in der Nacht gelacht/ Geweint auch und die Stimme klang/ Tausendstimmig wild ein Schlachtgesang (Inge Müller) "

Thema: Kunst, Kultur und Literatur, Hafterfahrungen/MfS, Flucht/Ausreise/Freikauf

Biografisches

1966 in Magdeburg geboren
1989 Haft nach einem Fluchtversuch an der sowjetisch-iranischen Grenze
1998 Hochschulabschluss in Kunstgeschichte, Geschichte und Germanistik an der Humboldt Universität Berlin
seit 1999 Autorin, Subkulturforscherin

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.):

Hahn, Anne: DreiTagebuch. Roman, Ventil-Verlag, 2014.
Hahn, Anne: Gegenüber von China. Ein autobiografischer Roman über Punk in der DDR, Flucht und Stasi-Haft, Ventil-Verlag, September 2014
Hahn, Anne/Willmann, Frank: Der weiße Strich. Berlin, Bautzen: Ch. Links Verlag, 2011.
Hahn, Anne/Willmann, Frank: Satan, kannst du mir nochmal verzeihen. Mainz: Ventil Verlag, 2008.
Hahn, Anne: Dreizehn Sommer. München: SchirmerGraf Verlag, 2005.

Kurzbeschreibung

Nach dem Verlust eines Studienplatzes für Kulturwissenschaften wegen ihres Engagement für die Punks ihrer Heimatstadt und anhaltenden Erpressungversuchen zur Mitarbeit mit dem MfS unternahm Anne Hahn im Mai 1989 einen Fluchtversuch aus der aserbaidschanischen Republik in Richtung Iran. Von dort aus wollte sie in die Türkei und schließlich nach West-Berlin gelangen. Ihre Festnahme und Rückführung erfolgte durch die sowjetischen Grenztruppen. Nach einer sechsmonatigen Haft und der Entlassung durch Amnestie Ende November 1989 studierte sie in Berlin unter anderem Kunstgeschichte und verarbeitete ihre Erlebnisse im Roman „Dreizehn Sommer“, der 2005 erschien. In den Folgejahren veröffentlichte sie mehrere Sachbücher gemeinsam mit Frank Willmann, die sich der Aufarbeitung von subkulturellen Strömungen in der DDR widmen, wie „Stadionpartisanen“ (Fans und Hooligans in der DDR, Berlin 2007), eine Biografie über den Punk-Musiker Dieter „Otze“ Ehrlich („Satan, kannst du mir nochmal verzeihen“, Mainz 2008) und erarbeitete eine Ausstellung und ein Sachbuch zu einer spektakulären Kunstaktion an der Berliner Mauer, die mit der Festnahme eines der Akteure endete („Der weiße Strich“, Berlin/Bautzen 2011).

Interviews

"Ein ungewöhnlicher (gescheiterter) Fluchtversuch" - Interview auf dem Audioportal Freier Radios, 4.9.2015.

"25 Jahre Mauerfall:" Anne Hahn erinnert sich am 9. November 2014 an ihre Flucht und kommentiert die Feierlichkeiten in Berlin, Tagesthemen, 9.11.2014

"Mauerfall im DDR-Knast" - Anne Hahn war in politischer Haft, als die Mauer fiel. Interview mit dem Deutschlandfunk, 27.10.2014

Berichte

"Erinnerung an eine andere Welt:" Anne Hahn liest vor Greizer Schülern aus ihrem autobiografischen Buch "Gegenüber von China", Thüringische Landeszeitung, 8.11.2014

Pressebericht zur Kunstaktion "Weißer Strich" auf spiegel.de

Foto: Anne Hahn bei einer Lesung in Leipzig


Zeitzeugengespräch mit Jugendlichen aus Bayreuth

99 Schülerinnen und Schüler des Markgräfin-Wilhelmine Gymnasiums Bayreuth beteiligten sich an dem Zeitzeugengespräch, das die Deutsche Gesellschaft e.V. im Rahmen ihrer Reihe „Erinnerung ist Zukunft“ bei der Bundesstiftung Aufarbeitung ausrichtete. Anne Hahn berichtete von ihrer Flucht, die 1989 an der sowjetisch-iranischen Grenze scheiterte, und ihrer Haft im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen.

Video-Porträt

"Wie fühlt sich die Welt mit 17 an?" Reporter der Deutschen Welle trafen Zeitzeugen, die an Wendepunkten deutscher Geschichte 17 bis 21 Jahre alt waren. So entstand auch ein Film über Anne Hahn, die in Magdeburg Punk-Konzerte organisierte und nach Anwerbeversuchen durch die Staatssicherheit einen waghalsigen Fluchtversuch unternahm.

Hier geht es zum Video!

Interview

Anne Hahn erzählt von ihrer Doppelrolle als Autorin und Zeitzeugin, von den spannenden Fragen, die Jugendliche in Lesungen und Gesprächen stellen und was bei der Organisation von Zeitzeugengesprächen verbessert werden könnte.
Das Interview entstand am Rande der 3. Regionalkonferenz "Zeitzeugen in Schulen" am 29.11.2013 in Berlin, veranstaltet vom Koordinierenden Zeitzeugenbüro. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Das Interview führte Miriam Menzel von der Kooperative Berlin.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Freitag, der 29. Juli 2016 - Heute vor 60 Jahren

29.7.1956: Auf seiner 28. Tagung rehabilitiert das ZK der SED zahlreiche gemaßregelte Funktionäre, u. a. den ehemaligen SED-Kaderchef Franz Dahlem.