Bild:  Wolfgang Reiche

Wolfgang Reiche, Bremen (Bremen)

"Als junger Mensch war ich – wie viele in diesem Alter – auf der Suche nach der Wahrheit. Doch Schule und Elternhaus widersprachen sich in ihren Erklärungen zu Ost und West. Ich musste es selber herausfinden. "

Thema: Mauerbau 13. August 1961, Flucht/Ausreise/Freikauf, Mauerfall 9. November 1989, Deutsche Einheit

Biografisches

1947 geboren in Tabarz/Thüringen
1954-1962 Schüler an der Polytechnischen Oberschule in Sonneborn
13.8.1961 gescheiterter, aber unentdeckt gebliebener Fluchtversuch der 9-köpfigen Familie in Berlin
1962-1964 Schüler an der Erweiterten Oberschule in Gotha
7.10.1964 erfolgreiche Flucht im Südharz
1966 Abitur in Lauterbach/Hessen
1967-1975 Studium der Elektrotechnik und Berufspädagogik in Braunschweig und Berlin
1977-1981 Referendariat in Bremen, Tätigkeit als Gewerbelehrer
1981-1985 Reise um die Erde auf einem einfachen Fahrrad
Seit 1986 Tätigkeit als Verkehrspädagoge, Fahrradtechniker und Radreiseexperte im ADFC
3.10.2009 Als einer von fünf Bremern Ernennung zum "Gestalter der Einheit" am 20. Jahrestag der Wiedervereinigung

Kurzbeschreibung

Wolfgang Reiche hat Bau und Fall der Berliner Mauer hautnah miterlebt. Er war 14 Jahre alt, als seine Familie versuchte, am 13. August 1961 über Berlin in die Bundesrepublik zu flüchten. Der Fluchtversuch missglückte, blieb jedoch unentdeckt. Im Oktober 1964 gelang ihm die Flucht, ohne Wissen seiner Eltern und Mitschüler, als „Sperrbrecher“ durch Stacheldraht und Minenstreifen im Südharz. Acht Jahre musste er warten, bis er 1972 im Rahmen der ersten Generalamnestie zum ersten Mal wieder in die DDR reisen und seine Eltern und Geschwister wiedersehen durfte. Es folgten viele weitere Heimat-Besuche. Nach einer fünfmonatigen Radreise entlang der chinesischen Seidenstraße und der Rückreise mit Transsib und Ost-West-Express traf er am 9. November 1989 spätabends in Berlin ein. Die Bilder der feiernden Menschenmassen bewegen ihn bis heute. Gleich nach der friedlichen Revolution organisierte er geführte Radtouren für BremerInnen nach Rostock (Partnerstadt von Bremen) und in zahlreiche weitere Regionen. So brachte er den Altbundesbürgern die Schönheiten des Ostens näher und machte sie mit den früheren Lebensbedingungen dort vertraut. Noch heute bietet er solche Touren an, die inzwischen auch über die östlichen Grenzen Deutschlands hinausführen. Als Herausgeber des „DACHGEBERS“, eines Verzeichnisses für Übernachtungen auf Gegenseitigkeit für Radtouristen, bringt er seit 1990 ost- und westdeutsche Radfahrer zusammen.

Berichte

"9. November 1989 - An diesem Tag habe ich geweint", von Gunars Reichenbachs, in: NWZ Online, 09. November 2012.

 

 

Interview
Am 9. November 1989 kehrte Wolfgang Reiche von einer Fahrradreise in China zurück. Angekommen am Berliner Bahnhof Zoo wurde schnell klar, was in den Stunden davor passiert war. weser-kurier.de, September 2014.

Kooperation

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Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

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Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

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Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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