Bild:  Uwe Pries

Uwe Pries, Rheinland-Pfalz (Ingelheim)

"Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen. (Mahatma Gandhi)"

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

1960 geboren im thüringischen Sondershausen
1977-1979 Ausbildung zum Matrosen der Binnenschifffahrt
1979-1982 Arbeit als Transportarbeiter im Kalibergwerk „Glückauf“ Sondershausen
1982 gescheiterter Fluchtversuch an der bulgarisch-türkischen Grenze und Inhaftierung in Naumburg/Saale
1983
Übersiedlung in die Bundesrepublik
1984-1987 Abitur am Ketteler Kolleg in Mainz
1988-1991 BWL-Studium in Wiesbaden
Seit 1992 Angestellter im Öffentlichen Dienst
Seit 1996 wohnhaft in Ingelheim/Rhein, verheiratet und drei Kinder

Kurzbeschreibung

Mein Vater siedelte Anfang der 1950er Jahre als überzeugter Kommunist von Hamburg in die DDR über. Er studierte Philosophie und Literatur, war SED-Mitglied und stellvertretender Direktor an einer Berufsschule. Er hielt wöchentlich Buchvorlesungen im Carl Corbach Club und begann Ende der 1970er Jahre die DDR öffentlich zu kritisieren. In der Folge führte dies zu Parteiausschluss, Berufsverbot und dem aberwitzigen Verdacht, Hakenkreuze auf die Toiletten der Berufsschule geschmiert zu haben (operativer Vorgang „Sucher“). Als die Untersuchung ins Leere lief, wurde der operative Vorgang beendet und nahtlos in einen neuen namens „Opponent“ überführt. Das Ausmaß der Bespitzelung wurde erst nach 1990 bekannt, aber geprägt haben mich diese Jahre allemal. Auf die DDR hatte ich einfach keine Lust. Fernweh, Lust auf freies Leben und ganz ehrlich auch auf Konsum ließen Fluchtpläne und Zukunftsträume im anderen Teil Deutschlands reifen. Trostlos dagegen der Blick in die Gegenwart: stumpfsinnige Propaganda, jämmerliche Arbeitsleistungen, armselige Auslagen in den Geschäften und zum Lachen oft nur der politische Witz. Die Realisierung des Traumes wurde dann durch den Gefängnisaufenthalt in Naumburg/Saale zwar um anderthalb Jahre verzögert, aber dann ging der Wunsch in Erfüllung.

Veröffentlichungen

Uwe Pries berichtet in autobiografischen Texten auf www.einestages.de:

"Vorbereitung einer Republikflucht. Einfach nur raus aus der DDR"

"Fluchtversuch in Bulgarien. Hetzjagd im Grenzgebiet"

"Gescheiterte DDR-Flucht. Knaterfahrung auf Bulgarisch"

"Haftalltag in der DDR. Haarwasser statt Alkohol"

 

Berichte

"Flucht in die Freiheit" - Uwe Pries berichtete den Schülerinnen und Schüler an der Ottfried-Preußler-Schule in Weidenhausen von seinem Leben in der DDR. Wetzlarer Neue Zeitung, 13.05.2015.

"Im Westen die Träume erfüllt" - Uwe Pries berichtet von seinem Fluchtversucht, von Haft und Freikauf. Allgemeine Zeitung, Rhein Main Presse, 8.11.2014

 

Uwe Pries im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Uwe Pries wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V., gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Montag, der 25. Juli 2016 - Heute vor 60 Jahren

25.7.1956: Die Alliierte Kommandantur in Berlin protestiert dagegen, dass West-Berliner Beamte ihren Amtseid auf das Grundgesetz der Bundesrepublik schwören sollen.