Bild:  Gunter Weißgerber

Gunter Weißgerber, Sachsen (Großbothen)

"Die DDR lehnte ich aus Überzeugung ab. Wer heute die DDR kritisiert, kritisiert nicht die Biografie ihrer Insassen."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Deutsche Einheit, Parteien, Volkskammer

Biografisches

1955 in Mildenau (Erzgebirge) geboren
1975 Abitur, danach NVA-Dienst an der Grenze und Versetzung in eine Baukompanie
1978-1982 Studium der Tiefbohrtechnologie an der Bergakademie Freiberg mit Abschluss Bohringenieur
1982-1990 Betriebsingenieur und Abteilungsleiter „Erkundungsbohrungen“ im Braunkohlenwerk Borna
1989 Gründungsmitglied Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP) Leipzig, vorher parteilos
1989-1990 SDP-Redner auf den Leipziger Montagsdemonstrationen
1990 Mitbegründer der „Kurt-Schumacher-Gesellschaft der
DDR e. V.“
1990
Mitglied der ersten freigewählten Volkskammer, u.a. im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit
1990-2009 MdB, bis 2005 Vorsitzender der SPD-Landesgruppe Sachsen
Mitglied der Enquête-Kommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in der ehemaligen DDR

Weitere Informationen unter www.gunter-weissgerber.de.

Hier gelangen Sie zu Beiträgen von Gunter Weißgerber in der Huffington Post und im Forum "Freiheit und Demokratie".

Publikation

Gunter Weißgerber: Die DDR - ein Unrechtsstaat von Geburt an: mit historischen Dokumenten zu Lug und Trug in der DDR-Geschichte, Osiris-Druck 27.06.2016.

Kurzbeschreibung

Gunter Weißgerber, der in der DDR parteilos geblieben war, gehörte im Herbst 1989 zu den Gründungsmitgliedern der Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP) in Leipzig. 1990 wurde er Mitglied der Nationalen Volkskammer der DDR und war anschließend 19 Jahre lang als Bundestagsabgeordneter tätig. Die politisch motivierte Entlassung seines Vaters im Jahr 1961 führte zur Weißgerbers kritischer Einstellung zum SED-Regime. Nach dem Abitur 1975 verrichtete er seinen Wehrdienst in der Nationalen Volksarmee (NVA) an der deutsch-deutschen Grenze. Da er mehrfach wiederholte, er werde nicht auf Deutsche schießen, wurde er in eine Baukompanie versetzt. Bis 1978 arbeitete er im Braunkohlentagebau Zwenkau und studierte anschließend Tiefbohrtechnologie an der Bergakademie Freiberg. Von 1982 bis 1990 war er als Betriebsingenieur im Braunkohlenwerk Borna tätig. Während der Friedlichen Revolution trat er unter anderem als SDP-Redner bei den Leipziger Montagsdemonstrationen auf und sprach sich im November 1989 für die Deutsche Einheit und die Einführung der Marktwirtschaft aus. Als Mitglied der Enquête-Kommission zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in der ehemaligen DDR befasste er sich als Bundestagsabgeordneter eingehend mit den Folgen der SED-Herrschaft. 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Heute lebt er in Leipzig.

Interview

"SPD-Mitbegründer Gunter Weißgerber: Nicht Untergang, sondern deutsche Einheit beschlossen" -Interview in der Ostthüringer Zeitung, 24.08.2015.

Material 

"Von der friedlichen Revoultion in den Deutschen Bundestag. Erinnerung an bewegte Zeiten", Gunter Weißgerber

"Friedliche Revolution und Deutsche Einheit in Sachsen", Vortrag von Gunter Weißgerber, 20. Dezember 2009

"Die DDR: Ein Unrechtsstaat von Geburt an", Beitrag von Gunter Weißgerber, April 2015.

Unterrichtsmodule

Die Unterrichtsmodule zu den Themen "Bürgerrechtsbewegung", "Deutsche Einheit" und "Parteien" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Gunter Weißgerber. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge“ und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Donnerstag, der 29. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

29.9.1956: Der West-Berliner Senat teilt mit, die Rekonstruktion der Quadriga für das Brandenburger Tor selbst in Auftrag zu geben, sobald dieses vom Ost-Berliner Magistrat wieder hergestellt worden sei.