Bild:  Uta Franke

Uta Franke, Berlin (Berlin)

"Ich habe mich damals wie ein ’Sandkorn im Getriebe’ gefühlt, zehn Jahre später gab es dann so viele Sandkörner, dass sie diesen Unrechtsstatt endlich stürzen konnten."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Bürgerrechtsbewegung, Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

1955
in Leipzig geboren
1974 Geburt ihrer Tochter Dörte Franke
1975 Ausbildung als Schriftsetzerin mit Abiturabschluss
ab 1976 Mitorganisatorin von Diskussionsabenden
1977-1979 im Bibliographischen Institut Leipzig tätig
1979 Verhaftung und anschließend Verurteilung wegen „Staatsfeindlicher Hetze“
1981 Freikauf durch die Bundesrepublik und Umsiedlung nach Köln
1982-1983 Redakteurin im „Deutschlandarchiv“
1983-2002 Sonderpädagogische Ausbildung und Arbeit in einer Rehabilitierungseinrichtung für psychisch Erkrankte,
Leiterin der dortigen Druckvorstufenabteilung
seit 2002 bundesweite Koordination des Projektes „Stolpersteine“
seit 2002 Durchführung von Diskussionsveranstaltungen zur Thematik der SED-Diktatur

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Franke, Uta: Sand im Getriebe. Die Geschichte der Leipziger Oppositionsgruppe um Heinrich Saar 1977 bis 1983. Leipzig: Leipziger Universitätsverlag GmbH, 2007.

Kurzbeschreibung

Uta Franke organisierte seit 1975 in Leipzig Treffen mit System-
kritikern und politisch interessierten Freunden im privaten Kreis. Daraus erwuchs die Idee, auch öffentlichkeitswirksame Aktionen durchzuführen. Eine dieser Aktionen fand aus Protest gegen die Inhaftierung Rudolf Bahros statt. Die Gruppe brachte eine Protestlosung am Völkerschlachtdenkmal Leipzigs an. Ab 1978 druckte die Gruppe systemkritische Flugblätter. Am 5. September 1979 wurde Franke verhaftet und 1980 wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Nach elfmonatiger MfS-Untersuchungshaft in Leipzig verbüßte sie die restliche Haftstrafe im Frauengefängnis Hoheneck. 1981 gelangte Franke im Zuge des Freikaufs politischer Häftlinge in die Bundesrepublik nach Köln. Seit 2001 arbeitet sie an zahlreichen Projekten im Bereich der Aufarbeitung der SED-Diktatur und ist seit 2004 als Referentin unter anderem für die BStU und für die Hessische Landeszentrale für politische Bildung tätig. Desweiteren recherchierte sie für die Stiftung Sächsische Gedenkstätten und für die WDR Dokumentation „Keine Verlorene Zeit“ (Regie: Dörte Franke), die ihre Geschichte und die ihrer Freunde als politische Häftlinge thematisiert.

Bericht
"Einblick in Stasi-Vergangenheit. Zeitzeugin Uta Franke zu Gast am Gustav-Stresemann-Gymnasium", in: Landeszeitung Frankenberger Zeitung, 20. Febr. 2013.

"Das Gustav-Stresemann-Gymnasium hatte Uta Franke zum sechsten Mal im Rahmen des Geschichtsunterrichts eingeladen. Anschaulich und bewegend konnte sie aus eigener Erfahrung die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 über die Machenschaften der Staatssicherheit informieren ..." (mehr)


Video-Interview / Bericht
"Wie die Stasi Verdächtige zermürbt", Video-Interview im Rahmen des Schulprojekts "Eure Geschichte" und "Damals im Osten" vom MDR, 27. Aug. 2012

"Keine Verlorene Zeit", Kino-Dokumentarfilm, Regie: Christopher und Marc Bauder und Dörte Franke, Deutschland 2000 (90 / 45 Min). Eine Ko-Produktion von bauderfilm und WDR

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Samstag, der 25. Juni 2016 - Heute vor 60 Jahren

25.6.1956: Der West-Berliner Senat gibt die Bereitschaft der sowjetischen Behörden bekannt, das seit 1945 besetzte Rundfunkhaus in der Masurenallee im britischen Sektor am 5. Juli dem Senat zu übergeben.