Bild: Dr. Hans-Jürgen Grasemann

Dr. Hans-Jürgen Grasemann, Niedersachsen (Braunschweig)

"Das SED-Unrecht hat viele Gesichter. Am auffälligsten kam es zum Ausdruck durch die Tötung von Menschen an der Grenze"

Thema: Deutsche Einheit, Hafterfahrungen/MfS

Biografisches

1946 in Hannover geboren
1965-1973 Studium der Rechtswissenschaften in Göttingen und Promotion zum DDR-Verfassungsrecht
1970-1975 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Ost-Akademie Lüneburg – Referent für „DDR und innerdeutsche Beziehungen"
1976-1977 Richter am Landgericht Braunschweig
seit 1978 Staatsanwalt in Braunschweig
1988-1994 stellvertretender Leiter und Sprecher der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter und Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig
seit 1994  Abteilungsleiter in der Staatsanwaltschaft Braunschweig – Vorsitzender von Prüfungsausschüssen im Niedersächsischen Landesjustizprüfungsamt für das 2. Staatsexamen
seit 2006 Vorsitzender des Trägervereins Politische Bildungsstätte Helmstedt e.V.
2007-2010 Mitglied des Vorstandes des Zentralverbandes Demokratischer Widerstandskämpfer-  und Verfolgtenorganisationen - ZDWV e.V. Bonn
2009-2010 Vorsitzender des ZDWV e.V.

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)

Grasemann, Hans-Jürgen: Die Zentrale Erfassungsstelle Salzgitter. Entstehung, Arbeit, Abwicklung, in: Gehler, Michael u.a. (Hrsg.): Grenzen in Europa. Bd. 2. Georg Olms Verlag AG, Hildesheim 2009.

Kurzbeschreibung

Hans-Jürgen Grasemann studierte Jura in Göttingen. 1973 promovierte er mit einer Arbeit über das Verfassungsrecht der DDR. Nach zwei Jahren als Richter war er ab 1978 als Staatsanwalt am Landgericht Braunschweig tätig. Von 1988 bis 1994 war er stellvertretender Leiter und Sprecher der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter. Diese Einrichtung ging auf eine Initiative des damaligen Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Willy Brandt, zurück, der damit auf den Bau der Mauer reagierte. Die Erfassungsstelle dokumentierte die Verbrechen des SED-Regimes. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze in Sammelwerken und Fachzeitschriften, insbesondere zu juristischen Fragen der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit, aber auch zu Fragen der inneren Sicherheit. Seit 1967 ist er in der politischen Bildungsarbeit für unterschiedliche Bildungsträger tätig. Er ist Vorsitzender des Trägervereins Politische Bildungsstätte Helmstedt e.V. und war 2009-2010 Vorsitzender des Zentralverbandes Demokratischer Widerstandskämpfer- und Verfolgtenorganisationen.

Berichte

- "Dunkle Kapitel voller Mut und Verzweiflung" - Angehende Abiturienten der Theodor-Heuss-Schule in Wetzlar diskutierten mit Hans-Jürgen Grasemann über Unterdrückung und Widerstand in der SED-Diktatur. Wetzlarer Neue Zeitung, 2.12.2015.

- "Kein größeres Geschenk für Deutschland und für Europa" - Aus Anlass des 25. Jubiläums der deutschen Einheit war Dr. Hans-Jürgen Grasemann als Festredner beim Empfang der Verdener CDU eingeladen. MK Kreiszeitung.de, 04.10.2015.

- "Geschichte, die noch qualmt": Hans-Jürgen Grasemann war zu Gast an der Fürst-Johann-Ludwig Schule und beantwortete die Fragen der Abiturienten. Nassauische Neue Presse, 29.01.2015.

- "Demokratielehrer auf Reisen" - Hans-Jürgen Grasemann berichtete bei einer Lehrerfortbildung im Stephaneum von Beispielen für DDR-Unterricht. Mitteldeutsche Zeitung, 16.10.2014

- "Im Westen gab es für die Stasi viel Neues", Hans-Jürgen Grasemann in Salzgitter, online unter: www.hl-live.de, 11. Okt. 2013. (Mit Original-Ton-Aufnahmen von der Veranstaltung)

- "Mord durch die Stasi? Die Legende Lutz Eigendorf", Bericht von Katrin Löwe, Mitteldeutsche Zeitung, 7. Sept. 2013

- "17. Juni 1953 - Austand für die Freiheit. Ex-Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Grasemann beantwortet Fragen von Schülern zum 60. Jahrestag des Massenprotestes in der DDR." In: Braunschweiger Zeitung, 17. Juni 2013.

- "Vortrag über den Unrechtsstaat. Dr. Hans-Jürgen Grasemann referiert über die Verbrechen in der DDR", in: Neue Westfälische, 7. Juni 2013.

- "Kein Mensch kann erzählen, was gestern war". Barbara Christophe im Gespräch mit Hans-Jürgen Grasemann, in: Braunschweiger Zeitung, 6.5.2013

- Lea Glaß: "Geschichtsstunde über Stasi-Opfer", in: Ostsee-Zeitung, 15.03.2013

- "Warum das Eintreten für mehr Demokratie ins Zuchthaus führte", in: Helmstedter Nachrichten, 15.11.2012

- "Schrecken der Grenze unvergessen", Schweriner Volkszeitung, 5. Okt. 2012.

- "Verbrechen hinter der Staatsgrenze Ost", Lüneburger Landeszeitung, 2./3. Okt. 2012.

Veranstaltungen

Lehrerfortbildung "Die Zukunft des historischen Lernens. Zur Notwendigkeit einer historischen Aufklärung über Diktaturen am Lernort Gedenkstätte", Seminarleitung: Dr. Hans-Jürgen Grasemann, Horst Lahmann, Manfred Quentmeier, 29./30. Nov. 2012. Fortbildungs-Programm zum Download (PDF)

"Die DDR aus der Perspektive der Bundesrepublik" - Zeitzeugengespräch mit Dr. Hans-Jürgen Grasemann bei der Polizeiakademie Niedersachsen am Standort in Hann. Münden. Mehr als 200 angehende Polizistinnen und Polizisten diskutierten mit Hans-Jürgen Grasemann über seine Arbeit bei der Zentralen Erfassungsstelle Salzgitter, fragten nach Schießbefehl, juristischer Strafverfolgung bei Toten an der Grenze und interessierten sich für die Überwachung der Erfassungsstelle durch die Stasi. Das Zeitzeugengespräch fand in Kooperation mit der Bundesstiftung Aufarbeitung statt.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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