Bild: Prof. Dr. Manfred Görlach

Prof. Dr. Manfred Görlach, Baden-Württemberg (Heidelberg)

"Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt."

Thema: Flucht/Ausreise/Freikauf, Mauerbau 13. August 1961, Hafterfahrungen/MfS, Grenzerfahrungen

Biografisches

1937 in Berlin geboren
1957 Abitur in Bad Harzburg (Niedersachsen)
1957-1964 Anglistik- und Lateinstudium in West-Berlin, Durham, Heidelberg und Oxford
1961-1964 Verhaftung wegen Beihilfe zur Flucht und Inhaftierung im MfS-Untersuchungsgefängnis in Potsdam und in der Strafanstalt Brandenburg-Görden
1964 Freikauf durch die Bundesrepublik
1970 Promotion
1967-1984 Assistent, Akademischer (Ober-) Rat am Anglistischen Seminar an der Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg
1984-2002 Professor am Lehrstuhl für Mediävistik und Englische Sprachwissenschaft an der Universität zu Köln

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Görlach, Manfred: Eingemauert. Erinnerungen an Potsdam und Brandenburg. Eigenverlag: 1991/1992. (Kurzfassung in deutscher und englischer Sprache 2001)

Kurzbeschreibung

Manfred Görlach ist promovierter Anglist und pensionierter Professor für Mediävistik und Englische Sprachwissenschaft an der Universität zu Köln. In Berlin geboren, wuchs er in Niedersachsen unweit der innerdeutschen Grenze auf. Ab 1957 studierte er an der Freien Universität Berlin und erlebte dort die Folgen des Mauerbaus unmittelbar mit. Er gehörte 1961 zu den Studenten, die als Westdeutsche trotz der rigiden Grenzbestimmungen Ost-Berlin aufsuchen durften. Bei mehreren dieser Besuche verhalf er als Kurier einer Familie und später einer Mitstudentin dazu, mit einem gefälschten Pass nach West-Berlin auszureisen. Als Görlach ein weiteres Mal versuchte, mit einer Kommilitonin in Potsdam Kontakt aufzunehmen, fing das MfS einen Brief ab und verhaftete den Studenten. Nach der Untersuchungshaft in Potsdam wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt und in die Strafanstalt Brandenburg-Görden verlegt. 1964 kaufte die Bundesrepublik Görlach frei. In West-Berlin konnte er sein Studium beenden und wurde 1970 in Heidelberg promoviert, bevor er 1984 auf eine Professur an der Universität zu Köln berufen wurde. Seine Erinnerungen an die Inhaftierung in der DDR hat er 1991/1992 unter dem Titel „Eingemauert“ (2 Bände) publiziert. Seit 2003 lebt er wieder in Heidelberg.

Material

"Ein Loch in der Mauer - an der früheren Zonengrenze bei Zicherie/Wolfsburg", Juli 1990, Manfred Görlach

Berichte

"Kann der DDR nicht verzeihen": Manfred Görlach erinnert sich 25 Jahre nach dem Mauerfall an Fluchthilfe und  Inhaftierung. Mannheimer Morgen, 8.11.2014

"Manfred Görlach spricht vor Schülern": Am 27. Mai 2014 besuchte Manfred Görlach das Ottheinrich-Gymnasium in Wiesloch

"Die Geschichte zum Sprechen bringen. Zeitzeuge Manfred Görlach am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium: Als Student verhalf er zwei Frauen zur Flucht aus der DDR und kam dafür ins Gefängnis", von Marion Gottlob, in: Rhein-Neckar-Zeitung, 3. April 2013.
--> Dokumentation der Schülerinnen und Schüler am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in Heidelberg.

Unterrichtsmodule

Die Unterrichtsmodule zum Thema "Mauerbau 13. August 1961", "Flucht und Ausreise" und "Hafterfahrungen" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Manfred Görlach. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge“ und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info@ddr-zeitzeuge.de.

Informationsblatt Finanzierung

Tipps für das Gespräch für Zeitzeugen und für Lehrende

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ein Leitfaden für Lehrkräfte

Der Leitfaden liefert Lehrkräften und Bildungsmultiplikatoren praktische Hinweise zur Organisation und Durchführung, zur Moderation sowie zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen. Er informiert über Gepräche am historischen Ort und bietet weiterführende Literatur.

Sie können den Leitfaden hier kostenfrei bestellen oder als PDF herunterladen.

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Sonntag, 11 Dezember 2016 - Heute vor 60 Jahren

11.12.1956 In Ungarn beginnt ein Generalstreik, auf den die Regierung mit der Ausrufung des Ausnahmezustands im ganzen Land reagiert. Ganz Budapest ist ohne Strom.