Bild: Dr. Burkhart Veigel

Dr. Burkhart Veigel, Berlin (Berlin)

"Es ging um Freiheit. Es war mir unerträglich, dass Menschen irgendwo leben mussten, wo sie nicht denken und sagen dürfen, was sie wollen."

Thema: Grenzerfahrungen, Flucht/Ausreise/Freikauf, Mauerbau 13. August 1961

Biografisches

1938 in Eisfeld geboren
1959 Abitur am humanistischen Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart
1961-1967 Medizinstudium an der Freien Universität Berlin
1961-1970 Fluchthelfer in Berlin
1967 Staatsexamen in West-Berlin
1969 Promotion in München
1976-2006 Arzt für Orthopädie und Sportmedizin in Stuttgart
seit 2007 wieder in Berlin wohnhaft

Veröffentlichungen/Herausgeberschaft (u.a.)

Veigel, Burkhart: Wege durch die Mauer - Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West. Edition Berliner Unterwelten, 2. Auflage, 2011. - Das Buch gibt einen genau gezeichneten Überblick über das Thema Flucht und Fluchthilfe durch die Berliner Mauer zwischen 1961 und 1970. Die persönlichen Erlebnisse des Autors fließen hier genauso ein wie seine umfangreichen Recherchen mit Hilfe von Interviews und Stasi-Akten.

Johnson, Uwe: Ich wollte keine Frage ausgelassen haben. Gespräche mit Fluchthelfern. Berlin: Suhrkamp Verlag, 2010. - Eine Transkriptíon der Tonbänder, die Uwe Johnson von Interviews mit Fluchthelfern der ersten Stunde aufgenommen hat.

Kurzbeschreibung

Burkhart Veigel legte 1959 sein Abitur am humanistischen Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart ab. Ab dem Frühjahr 1961 studierte er Medizin an der FU in Berlin. Von dem Bau der Berliner Mauer erfuhr Veigel aus der Zeitung, da er sich zu diesem Zeitpunkt nicht in Berlin aufhielt. Als er zum Wintersemester 1961 zurück nach Berlin kam, betätigte er sich sofort als Fluchthelfer. Bis Januar 1962 war er als "Starläufer" in der sogenannten Girrmann-Gruppe aktiv, anschließend organisierte er zusammen mit einigen Kommilitonen eine eigene Fluchthelfergruppe. Die Gruppe grub unter anderem Tunnel oder baute verschiedene Autos zu Fluchtfahrzeugen um. Das MfS beobachte die Vorgänge um Veigel genau und versuchte, ihn zu entführen. Daraufhin verließ Veigel West-Berlin und zog 1969 nach Hannover. In seiner Zeit als Fluchthelfer verhalf Veigel ca. 650 Menschen zur Flucht in den Westen. 1976 ließ er sich als Orthopäde, Sportmediziner und Manualtherapeut in Stuttgart nieder. 2007 zog Burkhart Veigel wieder nach Berlin, um über seine Zeit als Fluchthelfer zu forschen und zu schreiben.

Berichte

Bei der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag des Mauerbaus am 13. August 2011 in der Gedenkstätte Berliner Mauer berichtete Burkhard Veigel von seinen Gründen, anderen zur Flucht zu verhelfen und schilderte die Organisation. Der Beitrag kann >>hier<< nachgehört werden.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

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