Bild: Dr. Hans-Jürgen Sievers

Dr. Hans-Jürgen Sievers, Sachsen (Leipzig)

"Ihr müsst so reden, dass Ihr es immer und überall vertreten könnt."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Kirche, Runder Tisch, Volksaufstand 17. Juni 1953, Mauerbau 13. August 1961

Biografisches

1943 geboren in Brandenburg
1962-1966 Studium der Theologie in Ost-Berlin und Leipzig
1965-1966 Vikariat in Leipzig
1967-1974 Pfarrer in einer reformierten Dorfgemeinde im Norden der DDR
1974-2005 Pfarrer in der evangelisch-reformierten Gemeinde in Leipzig
1989 Teilnahme an den Montagsdemonstrationen in Leipzig
1990 Moderation des Runden Tisches in Leipzig
1997 Promotion
1999 Ehrenmedaille der Stadt Leipzig
seit 2005 Pfarrer i.R.

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Sievers, Hans-Jürgen: Stundenbuch einer deutschen Revolution – Die Leipziger Kirchen im Herbst 1989. Leipzig: G2W, 2010 (4. Auflage).

Kurzbeschreibung

Hans-Jürgen Sievers war als Schüler in Brandenburg Zeuge des Volksaufstands vom 17. Juni 1953. Er war kein Mitglied der FDJ und engagierte sich stattdessen in Brandenburg in der Jungen Gemeinde. Die Folgen des Mauerbaus erlebte er unmittelbar. Nach einer Lehre als Mechaniker studierte er ab 1962 Theologie in Ost-Berlin und Leipzig. Nach seinem Vikariat in Leipzig und anderen Orten war er sieben Jahre Pfarrer in der Uckermark, ehe er 1974 nach Leipzig wechselte. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit in beiden Gemeinden war die Jugendarbeit, er versuchte, Jugendlichen zu helfen, die wegen ihre Kirchenmitgliedschaft sozialen Nachteilen ausgesetzt waren. Schon vor 1989 unterstützte Sievers kirchliche Basisgruppen, seine Kirche wurde zu einem der Zentren der Bürgerrechtsbewegung in Leipzig. Ab September 1989 nahm er selbst an den Montagsdemonstrationen teil. Neben der Nikolaikirche öffnete sich auch seine Kirche für die Friedensgebete. Bei der Demonstration am 9. Oktober wurden mit seiner Zustimmung vom Turm seiner Kirche heimliche Filmaufnahmen gemacht und einen Tag später im Westfernsehen gesendet. Am 7. November fand in seiner Kirche die Gründung der Leipziger SDP statt. Ab Januar 1990 war Sievers einer der Moderatoren des Runden Tisches in Leipzig. Im vereinigten Deutschland promovierte er über den Theologen Oskar Pank. Seit 2005 ist er im Ruhestand.

Berichte

"Schüler erleben spannende Lehrstunde in Geschichte": Beim Neujahrsempfang im Lise-Meitner-Gymnasium in Neuenhaus berichtete Hans-Jürgen Sievers  den Schülerinnen und Schülern von seinen Erinnerungen an den Herbst 1989. Grafschafter Nachrichten, 02.02.2015.

"Ein Film, der die Welt veränderte" - Hans-Jürgen Sievers erinnert sich, wie er Siegbert Schefke und Aram Radomski auf das Dach seiner Kirche ließ, um Aufnahmen der Montagsdemonstrationen am 9. Oktober 1989 zu machen. Mitteldeutsche Zeitung, 7.10.2014

"Die Revolution der Kinder" - Wie eine Schulklasse den Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953 erlebte, von Benjamin Burkhardt, in: Die Spiesser Schreibwerkstatt zum 17. Juni 1953.

"Ich wollte heir etwas ändern, aber ich wollte nie weg" - Interview mit Dr. Hans-Jürgen Sievers, von Franziska Eichholz, in: Die Spiesser Schreibwerkstatt zum 17. Juni 1953.

Artikel "Dr. Sievers im Zeitzeugengespräch" von Christina Wagner und Hartmut Bick-Wagner (Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule. Gymnasium des Schwalm-Eder-Kreises), 2.5.2012

Artikel "Deutsche Einheit intensiv erlebt. Leipziger Ehepaar bei Aktionstag der BOS/FOS", Der neue Tag, Grosslandkreis Schwandorf / Grenzwarte, 7. Okt. 2010

Print-Artikel "Deutsch-deutsche Geschichte für die BOS-Schüler". Das Ehepaar Sievers aus Leipzig erzählte den jungen Menschen, wie es die DDR und Wiedervereinigung erlebt hat, Mittelbayerische Zeitung, 7. Okt. 2010

Unterrichtsmodule

Die Unterrichtsmodule zum Thema "Mauerbau 13. August 1961", "Bürgerrechtsbewegung" und "Kirche" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Hans-Jürgen Sievers. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge“ und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

Veranstaltungsbericht

Montagsdemonstrationen am 9.10.1989: Ein Ereignis, drei Perspektiven:

 

Pfarrer Hans-Jürgen Sievers ließ Siegbert Schefke auf den Kirchturm, von wo aus Schefke die Leipziger Demonstranten filmte. Spiegel-Korrespondent Ulrich Schwarz schmuggelte die Filmaufnahmen in den Westen.

 

Veranstaltung zum 15. Jubiläum des Projekts "Kollektives Gedächtnis" der Stadtteilschule Bergedorf, November 2015.

Zeitzeugeninterview mit Hans-Jürgen Sievers

Im Auftrag der Bundestiftung Aufarbeitung interviewten Hans Sparschuh und Rainer Burmeister von Heimatfilm GbR Hans-Jürgen Sievers als Zeitzeugen des Mauerbaus von 1961. Das vollständige Interview befindet sich im Archiv der Bundesstiftung. Im Folgenden werden einige Ausschnitte daraus gezeigt.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

Bleib nicht stumm ...

Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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