Bild:  Christa Schenk

Christa Schenk, Mecklenburg-Vorpommern (Neustadt-Glewe)

"Das Fest der Faulen ist vorbei."

Thema: Parteien, Bürgerrechtsbewegung, Grenzerfahrungen, Mauerbau 13. August 1961

Biografisches

1934 in Neustadt-Glewe geboren
Schneiderin
1978-1980 Besuch der Spezialschule für Malerei und Grafik in Severin
Abschluss als Zirkelleiterin
1978 Gründung und Leitung des Kinderzirkels „Malerei und Grafik“ in Neustadt-Glewe
1986 Weiterbildung im Zentralhaus für Kultur in Leipzig
1989 Mitbegründerin der Grünen Partei in Neustadt-Glewe
1990 Mitbegründerin des Vereins „Freundeskreis Malerei und Grafik e.V.“ in Neustadt-Glewe
2006 Auszeichnung mit dem Ludwig-Reinhard-Kulturpreis

Kurzbeschreibung

Christa Schenk stammt aus einem evangelisch-katholischen Umfeld in Neustadt-Glewe. Aufgrund ihres Glaubens geriet sie in Konflikt mit dem SED-Regime. In der DRR führte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann ein Malergeschäft und widmete sich zugleich ihrem Hobby, der Malerei. Ihre beiden Töchter waren weder bei den Jungen Pionieren noch in der FDJ und erhielten auch keine Jugendweihe. Eine ihrer Töchter reiste nach Westdeutschland aus. Christa Schenk hat sie erst nach dem Mauerfall wiedersehen können. Als in Schwerin 1989 die Proteste gegen das SED-Regime begannen, demonstrierte auch Christa Schenk mit. Auf ein Bettlaken hatte sie geschrieben: "Das Fest der Faulen ist vorbei." Sie bezog sich mit dieser Aussage auf die FDJ- und die Parteisekretäre in den so genannten Volkseigenen Betrieben. Die Umweltbelastung in Neustadt-Glewe und das durch die SED verharmloste Reaktorunglück 1986 in Tschernobyl bewegten sie dazu, eine Ortsgruppe der Partei Bündnis 90/Die Grünen mit zu gründen. Später wurde sie für die Partei Stadtverordnete im Parlament. Als sich die Ortsgruppe auflöste, trat sie in die CDU ein. 2009 erinnerte Christa Schenk mit einer Bilderausstellung an den Herbst 1989.

Unterrichtsmodule

Die Unterrichtsmodule zum Thema "Mauerbau 13. August 1961", "Bürgerrechtsbewegung" und "Parteien" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Christa Schenk. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge“ und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

Zeitzeugeninterview mit Christa Schenk

Im Auftrag der Bundestiftung Aufarbeitung interviewten Hans Sparschuh und Rainer Burmeister von Heimatfilm GbR Christa Schenk als Zeitzeugin des Mauerbaus von 1961. Das vollständige Interview befindet sich im Archiv der Bundesstiftung. Im Folgenden werden einige Ausschnitte daraus gezeigt.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

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Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Donnerstag, der 25. August 2016 - Heute vor 60 Jahren

25.8.1956: »Neues Deutschland« kritisiert scharf einen Artikel des Physikers Robert Havemann, den dieser im Juli unter der Überschrift »Meinungsstreit fördert die Wissenschaften« veröffentlicht hatte.