Bild:  Eberhard Wilms

Eberhard Wilms, Baden-Württemberg (Stuttgart)

"Als von ihr persönlich Betroffener wurde die deutsche Frage zur Lebensaufgabe in meinem Tätigkeitsbereich als Lehrer und Schulbuchautor."

Thema: Deutsche Einheit, Flucht/Ausreise/Freikauf, Volksaufstand 17. Juni 1953

Biografisches

1940 in Königsberg geboren
1944-1958 Schulbesuch in Dresden, Abitur an der Internatsschule des Dresdner Kreuzchors
Zeitzeuge des 17. Juni 1953
1958 Republikflucht aus der DDR
1959-1965 Studium in München und Tübingen
1965-2005 Gymnasiallehrer in Baden-Württemberg, seit 1978 Studiendirektor
1970-1995 SPD-Mitglied
seit 1972 Schulbuchautor
seit 1980 Mitarbeit bei Fortbildungsveranstaltungen des Gesamtdeutschen Instituts

Eigenständige Veröffentlichungen (u.a.)
Wilms, Eberhard: Gelebte Geschichte – Eine Jugend in Deutschland 1940-1961. Königsberg-Dresden-München. Noederstedt: Books of Demand, 2011.
Wilms, Eberhard: Deutschland nach 1945. Prüfungs- und Basiswissen für Schülerinnen und Schüler. Schwalbach: Wochenschau-Verlag, 2009.
Wilms, Eberhard: Die Deutsche Frage. In: H.D.Schmid (Hrsg.): Fragen an die Geschichte. Band 4. Frankfurt/M: Hirschgraben Verlag, 1975, (Neuauflage) Berlin: Cornelsen Verlag, 1999.
Wilms, Eberhard: Deutschland seit 1945: besetzt – geteilt – entzweit – vereint. Schwalbach: Wochenschau-Verlag, 1997.

Kurzbeschreibung

Den Beginn meines politischen Bewusstseins kann ich genau bestimmen. Es war am Tag des Volksaufstands vom 17. Juni 1953: Ich war über die Panzer auf einem Dresdner Platz und über die nachfolgenden Ereignisse empört. 1954 wollte man mir den Weg zum Abitur versperren. Diskussionen mit meinen drei SED-Brüdern waren die Folge. Die Reisen als Mitglied des Dresdener Kreuzchores in den Westen trugen dazu bei, dass mein Entschluss wuchs, die DDR zu verlassen. Das wollte man verhindern. Diese Erlebnisse prägten mein politisches Bewusstsein und führten dazu, dass ich neben Germanistik auch Geschichte und Politikwissenschaft studierte und Lehrer wurde. Der Zusammenhalt von Ost und West wurde mein Anliegen zu einer Zeit, als man im Westen Deutschland mit der Bundesrepublik gleichsetzte. In meiner Arbeit als Schulbuchautor stand die „deutsche Frage“ zu allen Zeiten im Vordergrund.

Berichte

"Panzerketten zermalmten die Hoffnung", in Stuttgarter Zeitung, Beitrag von Cedric Rehman, 17. Juni 2013.

Unterrichtsmodule
Die Unterrichtsmodule zum Thema "Volksaufstand 17. Juni 1953" und "Deutsche Einheit" beinhalten Anregungen zur Vor- und Nachbereitung von Zeitzeugengesprächen zu diesem Thema im Unterricht und für eine Begegnung mit Eberhard Wilms. Die Module "Arbeit am Begriff Zeitzeuge“ und "Zeitzeugenbegegnungen" können in der Vor- und Nachbereitung der jeweiligen Unterrichtseinheiten zum Einsatz kommen.

 

Eberhard Wilms im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Eberhard Wilms wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V., gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

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Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

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Freitag, der 30. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

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