Bild: Dr. Frank Eigenfeld

Dr. Frank Eigenfeld, Sachsen-Anhalt (Halle)

"Das Gefühl des Eingesperrtseins war für mich nach dem Mauerbau immer präsent. Lange Zeit fühlte ich mich den Zuständen in der DDR ohnmächtig ausgeliefert."

Thema: Bürgerrechtsbewegung, Parteien

Biografisches

1943 in Frankfurt (Oder) geboren
1963-1968 Studium der Geologie und Paläontologie an der Universität in Halle, anschließend Armeedienst
ab 1970 wissenschaftlicher Assistent am geologischen Institut der Universität Halle mit Promotion
1982 Entlassung aus dem Hochschuldienst wegen „fehlenden sozialistischen Staatsbewusstseins", danach Hausmeister in der Evangelischen Gemeinde „Am Gesundbrunnen“ Halle
1990-2008 Akademischer Mitarbeiter der Universität Halle
1990-1994 Stadtrat in Halle für das „Neue Forum“
2004-2008 Stadtrat in Halle für die SPD

Kurzbeschreibung

Frank Eigenfeld ist Mitbegründer des „Neuen Forums“ und ein ostdeutscher Bürgerrechtler. In Studentenkreisen diskutierte er in den 1970er Jahren über die Niederschlagung des Prager Frühlings und kritisierte die Ausbürgerung Biermanns. Ab den frühen 1980er Jahren hielt Eigenfeld Kontakte zur Offenen Jugendarbeit. Er beteiligte sich an Veranstaltungen, die Veränderungsprozesse innerhalb der DDR befördern wollten und wurde 1985 Mitglied der Initiative für Frieden und Menschenrechte. Er reiste viel und beteiligte sich am Aufbau eines DDR-weiten Oppositionsnetzwerks. Trotz ständiger Überwachung durch das MfS war er weiterhin aktiv, etwa indem er die „Nachtgebete“ organisierte und heimlich Flugblätter drucken ließ.

Im Jahr 1990 erfuhr Eigenfeld berufliche Wiedergutmachung. Die Universität Halle rehabilitierte ihn und stellte ihn erneut als wissenschaftlichen Mitarbeiter ein. Heute ist er im Ruhestand.

Bericht

"Damals waren sie Helden" - Frank Eigenfeld erinnert sich an die letzten Tage in der DDR, Welt vom Sonntag, 17. August 2014.

 

Frank Eigenfeld im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern (Video):

Bei dem Projekt „Stimmen der Opposition“ führen Schülerinnen und Schüler Interviews mit einem Zeitzeugen. Es entsteht ein Bild der DDR-Bürgerrechtsbewegung, gesehen mit den Augen der heutigen Jugendlichen. Das Zeitzeugeninterview mit Frank Eigenfeld wurde veröffentlicht. Eine Kurzversion finden Sie hier.

Projekt der Deutschen Gesellschaft e.V., gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kooperation

Finanzierung von Zeitzeugengesprächen

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro des Bundes bietet Finanzierungsmöglichkeiten für Veranstaltungen mit Zeitzeugen. Die Mitarbeiter Jessica Steckel und Michael Lotsch sind zu erreichen unter Tel. 030 / 98 60 82 414/447 oder Email: info(at)ddr-zeitzeuge.de

Informationsblatt Finanzierung

Das Koordinierende Zeitzeugenbüro ist eine gemeinsame Servicestelle der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, der Bundesstiftung Aufarbeitung und der Stiftung Berliner Mauer. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Umfangreiche Materialiensammlung für den Unterricht

DDR-Geschichte vermitteln


Diese Website sammelt Materialien und Medien, Handreichungen und Praxisreflexionen zur historisch-politischen Bildung über das Thema „DDR-Geschichte“. Verflechtungen mit der westdeutschen Geschichte und europäischen Kontexten sind berücksichtigt. Ein Schwerpunkt liegt hier auf kostenlos verfügbaren Online-Ressourcen. Ein Projekt des Bildungswerks der Humanistischen Union NRW

Zeitzeugeninterviews

Verzeichnis

Übersicht über Archiv- und Erinnerungsorte, die Zeitzeugeninterviews aufbewahren [mehr]

Zeitzeugengespräche führen

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Leitfaden für Zeitzeugengespräche

Der Leitfaden für Zeitzeugengespräche, veröffentlicht vom Grenzlandmuseum Eichsfeld, gibt anschauliche Tipps und Anleitungen zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von Interviews mit Zeitzeugen.

Die Broschüre ist für Schüler didaktisch aufbereitet und bietet auch für Lehrer und andere Akteure der historisch-politischen Bildungsarbeit zahlreiche methodische Anregungen und Informationen.

 >>Hier<< gibt es den Leitfaden (PDF zum Download)

Gefördert wurde der Leitfaden mit den Mitteln der Bundesstiftung Aufarbeitung.

Kalender

Mittwoch, der 28. September 2016 - Heute vor 60 Jahren

28.9.1956: Die sowjetische Regierung rehabilitiert alle ehemaligen Soldaten, die nach ihrer Rückkehr aus deutscher Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion erneut verurteilt worden waren.